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Achtung, falsche Verbraucherschützer am Telefon!

Dubiose Geschäftemacher geben sich derzeit als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale Hamburg aus. Sie verwenden unseren Namen, um Vertrauen zu gewinnen und Menschen Geld oder persönliche Daten zu klauen. Die Maschen der falschen Verbraucherschützer sind vielfältig. Seien Sie vorsichtig!

Hand tippt auf Smartphone

Das Wichtigste in Kürze

  1. Betrüger geben sich am Telefon als Verbraucherschützer aus, um den Angerufenen Geld oder persönliche Daten zu stehlen.
  2. Die Verbraucherzentrale kontaktiert weder unaufgefordert jemanden noch versucht sie am Telefon, Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen.
  3. Grundsätzlich ist es ratsam, sich nicht auf am Telefon oder per Mail unterbreitete Angebote einzulassen.
Stand: 10.05.2022

Den Betrügern sind alle Mittel recht: Sie unterbreiten verlockende Angebote, versprechen große Gewinne oder bieten Hilfe in vermeintlichen Rechtsstreitigkeiten an. Alles nur, um an Geld oder persönliche Daten zu gelangen. Dabei lassen sich die unseriösen Geschäftemacher immer wieder andere Tricks einfallen. Aktuell nutzen sie bevorzugt den Namen der Verbraucherzentrale Hamburg. Von diesen Maschen sollten Sie sich nicht aufs Glatteis führen lassen:

Neu: Austragen aus Lotterievertrag

Eine Verbraucherin teilte uns mit, man habe sie in unserem Namen (mit Hamburger Vorwahl) angerufen, um sie aus einem Lotterievertrag auszutragen. Sie hätte angeblich bei einem Gewinnspiel, eine für mehrere Monate kostenlose Lotterie-Teilnahme gewonnen und diese würde nun enden. Ab sofort müsse sie 70 Euro pro Monat zahlen, wenn sie sich nicht austragen lasse. Hierfür sei die IBAN ihres Kontos erforderlich. Als sich die Angerufene weigerte, diese sensiblen Daten preiszugeben, erklärt man ihr, dass sie eine Rechnung mit einer Zahlungsaufforderung erhalten würde und ein Inkassoverfahren drohe, sollte sie die Summe nicht begleichen.

Tipp: Die Verbraucherzentrale ist nicht im Lotto-Geschäft aktiv und nimmt auch keine Austragungen aus Lotterieverträgen vor. Seien Sie stets vorsichtig, wenn man Sie nach sensiblen Daten wie Ihrer Kontoverbindung fragt. Diese Informationen können schnell von Betrügern missbraucht werden.

Hilfe bei Kryptowährungen

Eine Verbraucherin teilte uns mit, dass man sie angerufen habe – vermeintlich im Auftrag der Verbraucherzentrale Hamburg. Angeblich wurde vor zwei Jahren eine Kryptobank von Hackern geknackt, bei der ihre Mutter, die zwischenzeitlich verstorben ist, Geld angelegt hätte. Die Verbraucherzentrale würde nun nach und nach alle Geschädigten anrufen, damit diese die ihnen zustehenden Gewinne erhalten.

Tipp: Verbraucherzentralen rufen Sie nicht an, damit Sie Gewinne aus Ihrer Geldanlage erhalten. Wir beraten Verbraucherinnen und Verbraucher zwar hinsichtlich ihrer privaten Finanzen, kümmern uns aber nicht direkt um Geldgeschäfte. Solche Betrüger nutzen unseren Namen, um an Ihre Daten zu gelangen. Seien Sie misstrauisch, geben Sie Fremden niemals Zugriff auf Ihren Computer und vor allem keine persönlichen Informationen preis.

Umfrage zur Pflegebedürftigkeit

Ein Verbraucher berichtete uns von einem Anrufer, der sich als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale Hamburg vorstellte und vorgab, eine Umfrage zur Pflegebedürftigkeit durchzuführen. Der Verbraucher teilte dem Anrufer einige Auskünfte mit, wurde aber misstrauisch, als der vermeintliche Verbraucherschützer ihm plötzlich ein „unverbindliches Angebot“ machte.

Tipp: Echte Verbraucherschützer kontaktieren Sie nicht, um Beratungen oder andere Dienstleistungen zu bewerben oder anzubieten. Lassen Sie sich weder auf am Telefon noch per E-Mail unterbreitete Angebote ein. Meist bleibt die versprochene Leistung aus, das gezahlte Geld ist verloren und Ihre persönlichen Daten sind in den falschen Händen.

Angebliche Gewinnspiele

Das Abfischen von Daten ist auch das Ziel einer weiteren Masche, von der eine Verbraucherin berichtete. Diese erhielt mehrere Anrufe, in denen sich ihr Gesprächspartner als Mitarbeiter unserer Verbraucherzentrale vorstellte und die Betroffene aufforderte, eine Zahl zwischen eins und zehn zu nennen. Mit der richtigen Zahl könne sie das Überraschungspaket einer Verlosung gewinnen, an der sie laut des angeblichen Verbraucherschützers zuvor teilgenommen hatte. Die Verbraucherin beendete das Gespräch und informierte uns.

Tipp: Oft verlangen die Betrüger persönlichen Daten oder sogar eine Kontoverbindung, damit versprochene Gewinne zugestellt werden. Doch diese Informationen sollten Sie keinesfalls preisgeben. Werden Sie aufgefordert, vorab sogar noch einen Geldbetrag an einen unbekannten Empfänger zu überwiesen, legen Sie umgehend auf.

Zwangsvollstreckung über 9.800 Euro

Ein dritter Verbraucher berichtete von einem Anrufer, der sich als „Herr Kahn von der Verbraucherzentrale Hamburg“ vorstellte und den Betroffenen darüber informierte, dass gegen ihn eine Zwangsvollstreckung in Höhe von 9.800 Euro vorliegen würde. Diese hätte der Anbieter eines Gewinnspiels gegen ihn erwirkt. Der Betrüger teilte dem Verbraucher die Telefonnummer eines Rechtsanwalts mit, der angeblich kostenlos helfen könne, die Zwangsvollstreckung zu stoppen. Statt den empfohlenen Rechtsanwalt zu kontaktieren, meldete sich der Verbraucher bei uns.

Tipp: Wenn Sie auf einen betrügerischen Anruf reingefallen sind, sollten Sie auf jeden Fall Strafanzeige erstatten. Das ist beispielsweise in Hamburg auch online möglich. Notieren Sie sich zudem die Nummer des Anrufers und informieren Sie die Bundesnetzagentur.

Danke für Ihren Hinweis!

Kommt Ihnen eine dieser Maschen bekannt vor? Hat Sie auch schonmal angeblich die Verbraucherzentrale Hamburg angerufen und Ihnen ein seltsames Angebot gemacht. Dann geben Sie uns bitte Bescheid. Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit. Mit Ihrer Hilfe können wir andere vor den Tricks der Betrüger warnen. Danke!

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