In-App-Käufe fürs Handy: Müssen Eltern zahlen?

Mobile Games für Smartphone oder Tablet stehen bei Kindern und Jugendlichen hoch im Kurs. Sogenannte In-App-Käufe können die beliebte Freizeitbeschäftigung allerdings schnell zu einem teuren Vergnügen werden lassen. Eltern sind jedoch grundsätzlich nicht verpflichtet, für kostspielige Spielmanöver ihrer minderjährigen Kinder aufzukommen.

Mädchen mit Tablet unter Bettdecke

Das Wichtigste in Kürze

  1. In-App-Käufe sind Käufe, die während eines Spiels an Smartphone oder Tablet getätigt werden. Nutzer – oft Kinder und Jugendliche – können sich dadurch mehr Spielzeit verschaffen oder über Extras verfügen.
  2. Die Kosten für viele kleine Extraspielfunktionen addieren sich am Ende oft zu hohen Forderungen auf. Teilweise sollen die Betroffenen Hunderte oder sogar mehr als Tausend Euro zahlen.
  3. Eltern müssen grundsätzlich nicht für die teuren Spielzüge ihrer Kinder aufkommen, wenn sie zeitnah handeln und zügig Einspruch gegen die Abbuchungen einlegen.
Stand: 11.02.2020

Eine Spitzhacke für den Avatar erwerben. Diamanten oder Juwelen kaufen. Die Wartezeit bis zum Aufstieg ins nächste Level verkürzen. Durch In-App-Käufe bei Mobile Games auf Smartphone oder Tablet kann das Spielen schnell zu einem teuren Vergnügen werden. Oft sind es viele kleine Käufe, die am Ende zu einer hohen Forderung führen.

Bei uns melden sich immer wieder Erziehungsberechtigte, denen Hunderte oder sogar mehr als Tausend Euro über die Telefonrechnung oder eine Kreditkarte abgebucht wurden, obwohl sie keinen einzigen In-App-Kauf autorisiert haben. Dabei sind Eltern grundsätzlich nicht verpflichtet, für kostspielige Spielmanöver ihrer minderjährigen Kinder aufzukommen.

Minderjährige können keine Verträge schließen

Kinder und Jugendliche sind nicht oder nur beschränkt geschäftsfähig. Sie brauchen für einen wirksamen Vertragsschluss die vorherige Einwilligung oder eine nachträgliche Genehmigung ihrer gesetzlichen Vertreter – also ihrer Eltern. Werden die Käufe von Ihnen als Eltern nicht genehmigt, besteht grundsätzlich erstmal keine Zahlungspflicht. Mit diesem Risiko müssen die Spieleanbieter, deren Angebot sich oftmals vorwiegend an Minderjährige richtet, leben.

Gut zu wissen

Mobile Games bezeichnen Videospiele, die auf mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets gespielt werden. App-Stores bieten sowohl kostenpflichtige als auch kostenfreie Spiele zum Download an. Über In-App-Käufe können sich Nutzer beispielsweise mehr Spielzeit verschaffen oder über Extras verfügen.

Schnell reagieren und Einspruch einlegen

Dulden Sie als Eltern die Käufe jedoch zunächst und unternehmen nicht zeitnah etwas gegen die hohen Zahlungsforderungen, kann das unter Umständen eine Zahlungspflicht begründen. Daher gilt: Schnell reagieren und Einspruch einlegen.

bei Abbuchung über App-Store

  • Kaufvorgänge mit einer PIN schützen oder sogar gänzlich deaktivieren.
  • Rückabwicklung der Zahlung über das Nutzerkonto veranlassen.
  • Im Falle einer Ablehnung die  Bundesnetzagentur informieren.

bei Abbuchung über Mobilfunkvertrag

  • Drittanbietersperre einrichten, sodass ungewollte Käufe nicht mehr über die monatliche Handyrechnung abgewickelt werden können.
  • Telefonanbieter anschreiben, die Abbuchung beanstanden und Einspruch einlegen. Dafür können Sie unseren Musterbrief nutzen.
  • Im Falle einer Ablehnung die  Bundesnetzagentur informieren.

Musterbrief

Unser Online-Service für Musterbriefe hilft Ihnen, ein passendes Schreiben aufzusetzen, dass Sie an Ihren Telefonanbieter schicken können.

Unser Rat

Da die Auseinandersetzungen wegen unautorisierter In-App-Käufe in der Regel Zeit und Nerven kosten und Sie bei Telefonanbietern meistens auf starken Widerstand stoßen werden, ist es sinnvoll, Vorkehrungen zu treffen.

Sensibilisieren Sie Ihre Kinder frühzeitig für das Thema Kostenfallen und behalten Sie die Spieleaktivitäten im Blick. Lassen Sie Ihren Nachwuchs möglichst nur über Handys mit einem Prepaid-Vertrag spielen und hinterlegen Sie keine Zahlungsarten in App-Stores.

Bücher und Broschüren