Was gehört in den Biomüll – und was nicht?
Bananenschalen, Kaffeesatz oder Essensreste: Biomüll fällt jeden Tag im Haushalt an. Doch viele Menschen sind unsicher, was wirklich in die Biotonne darf. Zum „Tag der Biotonne“ erklären wir die wichtigsten Regeln und geben Ihnen praktische Tipps für den Alltag.
Das Wichtigste in Kürze
- Mehr als ein Drittel des Restmülls in Deutschland besteht aus Bioabfällen, die eigentlich recycelt werden könnten.
- Küchen- und Gartenabfälle gehören in die Biotonne. Dann werden sie zu Kompost und Biogas verarbeitet.
- In Hamburg sind weder Plastik- noch „kompostierbare“ Bioplastikbeutel in der Biotonne erlaubt.
- Sauber getrennter Biomüll schützt Ressourcen, reduziert Treibhausgase und verbessert die Bodenqualität.
Am 26. Mai ist der „Tag der Biotonne“. Wir haben wichtige Infos zum Entsorgen von Biomüll für Sie zusammengefasst. Ob Kaffeesatz, Gemüseschalen oder verwelkte Blumen – Biomüll fällt täglich in jedem Haushalt an. Viele unterschätzen jedoch, wie wertvoll diese Abfälle sind. Werden Bioabfälle richtig getrennt, entstehen daraus in Kompostierungs- und Biogasanlagen:
- nährstoffreicher Kompost
- wertvoller Humus für die Landwirtschaft
- klimafreundliche Energie
Gleichzeitig hilft die getrennte Sammlung dabei, Restmüll zu reduzieren und Ressourcen sinnvoll zu nutzen.
Problematisch ist jedoch, dass noch immer große Mengen Biomüll falsch entsorgt werden: Mehr als ein Drittel des Restmülls in Deutschland besteht aus Bioabfällen. Zusätzlich sorgen Fremdstoffe wie Plastiktüten für erhebliche Probleme bei der Weiterverarbeitung.
Was darf in die Biotonne?
In Hamburg dürfen folgende Abfälle in die Biotonne:
- Küchenabfälle: Obst- und Gemüsereste, gekochte Essensreste, Brot und Backwaren, Kaffeesatz und Kaffeefilter, Teesatz und Teebeutel ohne Kunststoff, Milchprodukte ohne Verpackung, Eierschalen
- Gartenabfälle: Blumen und Pflanzenreste, Gras-, Strauch- und Baumschnitt, Laub und Wildkräuter, Blumenerde, Schnittblumen, Topfpflanzen mit Ballen
- Außerdem erlaubt: Haare und Federn, kleine Mengen Zeitungspapier, Kleintierstreu aus Holzspänen, Stroh oder Heu
Die Regelungen können sich regional unterscheiden. Wer nicht in Hamburg wohnt, sollte sich beim örtlichen Abfallentsorger informieren.
Was gehört nicht in die Biotonne?
Viele Fehlwürfe erschweren die Verarbeitung des Biomülls. In Hamburg gehören diese Abfälle nicht in die Biotonne:
- Müllbeutel und Plastiktüten, Katzenstreu, Kehricht und Staubsaugerbeutel, Windeln, Zigarettenkippen und Asche, Keramik (→ in die schwarze Restmülltonne)
- Glas (→ in den Altglascontainer)
- Verpackungen (→ in die gelbe Hamburger Wertstofftonne bzw. den Wertstoffsack)
- Textilien (→ zum Recyclinghof oder in Altkleidercontainer)
- Illustrierte oder Bücher (→ in die blaue Papiertonne)
Gut zu wissen
Schon kleine Mengen Plastik, Glas oder Metall können die Verarbeitung von Bioabfällen erschweren. Fremdstoffe müssen aufwendig aussortiert werden und verschlechtern die Qualität des Komposts. Besonders problematisch sind: Plastiktüten, Verpackungsreste und Mikroplastik. Je sauberer der Biomüll getrennt wird, desto besser kann daraus hochwertiger Kompost entstehen.
Warum ist Bioplastik in der Biotonne verboten?
Viele Verbraucherinnen und Verbraucher glauben, dass „kompostierbare“ Biomüllbeutel automatisch in die Biotonne dürfen. Das stimmt nicht!
Der Grund: Auch sogenanntes Bioplastik zersetzt sich in den Anlagen häufig zu langsam. Die industrielle Kompostierung dauert meist nur etwa sechs Wochen. Viele Bioplastikprodukte benötigen deutlich länger, um vollständig zu verrotten. Die zerfallenen Kunststoffe können als Mikroplastik im Kompost zurückbleiben und möglicherweise in Böden und die Umwelt gelangen.
Hinzu kommt, dass „Bioplastik“ während der Vergärung in der Biogasherstellung mit dem restlichen Material „verschmelzen“ kann und danach kaum noch vom Kompost zu trennen ist.
Die Stadtreinigung Hamburg erlaubt die Entsorgung von Bioplastikbeuteln in der Biotonne ausdrücklich nicht. Bioplastik darf nur dann über die Biotonne entsorgt werden, wenn der Abfallentsorger bzw. die Kommune dies erlaubt.
Was passiert mit dem Biomüll in Hamburg?
Der Biomüll aus Hamburg wird im Biogas- und Kompostwerk Bützberg verarbeitet. Dort entstehen aus dem Abfall der 150 000 Hamburger grünen Tonnen jährlich 1,3 Millionen Kubikmeter Biomethan und 35 000 Tonnen Kompost.
Der Biomüll wird zunächst mittels Siebsystemen von Fremdstoffen befreit und zerkleinert. Der zerkleinerte Biomüll wird anschließend in gasdichte Kammern, sogenannte Fermenter, gefüllt. In den insgesamt 21 Fermentern entsteht in drei Wochen Methan. Dieses Methan wird anschließend gereinigt und als Biogas in das Hamburger Gasnetz eingespeist. Anschließend wird aus dem Material Kompost gewonnen.
Die Biotonne leistet also einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz. Aus richtig getrennten Bioabfällen entstehen Energie, Kompost und fruchtbare Böden. Entscheidend ist jedoch, dass keine Fremdstoffe im Biomüll landen.
Besonders Plastiktüten und Bioplastikbeutel verursachen Probleme bei der Verarbeitung. Wer Bioabfälle sauber trennt, hilft dabei, hochwertige Komposterde zu gewinnen und Umweltbelastungen zu reduzieren.
Unsere Tipps
Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich Biomüll hygienisch und umweltfreundlich sammeln:
- Bioabfälle in einem kleinen Behälter vorsammeln und diesen regelmäßig leeren. Hierfür eignen sich in Hamburg die „Biotüten“, die man über Coupons der Stadtreinigung Hamburg kostenlos in den Budni-Filialen erhalten kann.
- Zum Binden von Feuchtigkeit nasser Abfälle kann Zeitungspapier verwendet werden, anderes Verpackungsmaterial darf nicht in den Biomüll.
- Bioabfälle (z.B. Essensreste) nicht über die Toilette entsorgen – feste Bestandteile in den Biomüll geben, nur flüssige Reste (außer Öle und Fette) in den Abfluss bzw. die Toilette gießen.
- Die Tonne an einem kühlen, schattigen Platz aufstellen und den Deckel geschlossen halten. So lassen sich unangenehme Gerüche und Insektenbefall reduzieren.
- Im Winter ggf. Zeitungspapier auf den Boden des Behälters legen, damit Abfälle nicht festfrieren.
- Biotonnen benötigen normalerweise keine Reinigung. Bei Bedarf einfach die Reste auskratzen und die Tonne mit Wasser spülen. Keine aggressiven Reiniger oder Insektizide verwenden, da dies den Kompost vergiftet.
- Schwere Garten- und Bioabfälle (außer Küchenabfälle) können auch bei den Recyclinghöfen der Stadtreinigung Hamburg abgegeben werden.