Kapitallebensversicherung? Bloß nicht!

Garantiezins im Sinkflug, Überschussbeteiligung gestrichen, so liest man immer wieder, wenn es um Kapitallebensversicherungen geht. Doch es ist noch schlimmer: Die Policen sind teuer und intransparent – und für die meisten Menschen ein Verlustgeschäft. Zur Altersvorsorge gibt es Besseres.

Zwei Hände auf Unterlagen mit Zahlen

Kapitallebensversicherungen kombinieren den Versicherungsschutz für die Hinterbliebenen mit Einzahlungen für die Altersvorsorge des Kunden. Sie sind eine Kombination aus Risikolebensversicherung und Sparvertrag. Am Ende der Vertragslaufzeit bekommen Versicherte einen einmaligen Geldbetrag ausgezahlt.

Kapitallebensversicherungen werden zwar häufig verkauft, sind aber intransparent gestaltet, unflexibel und insbesondere bei Neuverträgen wenig rentabel.

  1. Hohe (versteckte) Kosten mindern die Rendite der Policen. Doch viel schlimmer ist, dass nur etwa jeder fünfte Vertrag bis zum Ende durchgehalten wird. Die meisten Kapitallebensversicherungen werden aus guten (oder jedenfalls triftigen) Gründen vorzeitig gekündigt (ca. 50 % aller Verträge) oder beitragsfrei gestellt (weitere ca. 30 % der Verträge).

    Damit ist immer ein Verlust verbunden, vor allem, weil die hohen Kosten nicht verteilt auf die Laufzeit, sondern am Anfang von den Beiträgen einbehalten werden. Wer einen Vertrag abschließt, rutscht also erst einmal ein paar Hundert oder Tausend Euro ins Minus.
     
  2. Außerdem sind die Verträge völlig intransparent. Eine Überprüfung von ausgezahlten Beträgen wie Rückkaufswert oder Ablaufleistung ist praktisch nicht möglich. 

    Die Versicherer suggerieren, man bekomme einen Garantiezins und außerdem Überschüsse. Verschwiegen wird, dass es den Garantiezins nur auf einen Teil des Beitrags gibt – nämlich auf den, der herauskommt, wenn Kosten und Risikoanteil abgezogen wurden. Und auf die Überschüsse gibt es quasi keinen Rechtsanspruch; sie können bis zum Tag der Auszahlung reduziert oder sogar gestrichen werden.

Noch weniger empfehlenswert als klassische Kapitallebensversicherungen sind übrigens fondsgebundene Kapitallebensversicherungen, da sie die Risiken des Aktienmarkts an den Kunden weiterreichen. 

Unser Rat

Schließen Sie keine Kapitallebensversicherung ab. Sie gehört zu den schlechtesten Produkten für die Altersvorsorge. Das gilt im gleichen Maße für private Rentenversicherungen.

Besser ist es, die Vorgänge „Versichern“ und „Sparen“ zu trennen: Wer Hinterbliebene zu versorgen hat, schließt eine Risikolebensversicherung ab (ist sehr preiswert). Wer dann noch Geld zum Sparen übrig hat, kann dies in einen guten Riester-Vertrag stecken, in Indexfonds oder eine Immobilie.

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