Ärger mit der Axa Unfall-Kombirente – was tun?

Der Versicherer Axa will Tausende Unfall-Kombirentenverträge in schlechtere und dennoch teurere Existenzschutzversicherungen umwandeln. Wer nicht einwilligt, erhält möglicherweise die Kündigung für seinen Vertrag. Das kann nicht sein, finden wir. Was Sie tun sollten.

Beratung in der Verbraucherzentrale

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Axa-Versicherung will laufende Unfall-Kombirentenverträge in eine sogenannte Existenzschutzversicherung umwandeln.
  2. Versicherten, die der Umwandlung ihres Vertrags nicht bis zum 15. März 2019 zustimmen, droht die Kündigung ihres Unfall-Kombirentenvertrags. Die Verbraucherzentrale hält das für unzulässig.
  3. Betroffene sollten sich bei der Axa beschweren und die Zeit bis zum Fristablauf nutzen, um ein besseres Angebot abzuschließen.
Stand: 13.08.2018

Mit einem Ende Juni verschickten Schreiben informierte der Versicherer Axa Tausende Kunden darüber, dass er die lebenslangen Renten seiner Unfall-Kombirente nicht mehr bedienen könne und daher gezwungen sei, die bestehenden Verträge in Existenzschutzversicherungen umzuwandeln. Wer nicht bis zum 15. August einwillige, müsse mit der Kündigung seines Vertrags rechnen. Eigenen Angaben zufolge hat die Axa die Frist mittlerweile bis zum 15. März 2019 verlängert. Umgestellt werden sollen Verträge, die zwischen 2006 und 2010 bei der Axa abgeschlossen wurden.

Neuen Versicherungsschutz suchen

Viele Verbraucher haben sich in den letzten Wochen bei uns gemeldet. Wir raten, die Zeit bis zum Ablauf der Frist am 15. März 2019 zu nutzen, um den eigenen Versicherungsschutz in Ruhe zu überdenken, nach einem besseren Angebot Ausschau zu halten und beim Versicherer Widerspruch gegen die angedrohte Kündigung einzulegen. Wir sind nämlich der Auffassung, dass die Axa ihre laufenden Unfall-Kombirentenverträge überhaupt nicht ordentlich kündigen darf.

Unser Tipp

Wenn Sie sich bei der Axa bereits zurückgemeldet haben, weil die ursprüngliche Frist der 15. August war, sollten Sie nachfragen, ob die spätere Frist – also der 15. März 2019 – auch für Sie gilt und Sie eine möglicherweise übereilte Entscheidung nochmals revidieren können.

Die von der Axa als Alternative zur Unfall-Kombirente angebotene Existenzschutzversicherung bietet Betroffenen weitaus schlechtere Konditionen. Versicherte erhalten nur bis zum 67. Lebensjahr eine Rente und bei einer Krebserkrankung sogar nur noch 60 Monate. Trotzdem ist die Existenzschutzversicherung deutlich teurer als die Unfall-Kombirente.

Wenn Sie noch jung sind und keine Vorerkrankungen haben, sollten Sie eine richtige Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen und danach Ihren Unfall-Kombirentenvertrag von der Axa kündigen lassen. Sind Sie bereits älter, kommt unter Umständen auch die Existenzschutzversicherung der Axa in Frage. Mit zunehmendem Alter sinkt die Wahrscheinlichkeit, einen guten und günstigen Versicherungsschutz gegen Berufsunfähigkeit zu bekommen. Wir unterstützen Sie bei der Entscheidungsfindung. 

Berufsunfähigkeitsversicherungen dürfen nicht gekündigt werden

Zahlreiche Schilderungen von Verbrauchern haben gezeigt, dass die Unfall-Kombirente nicht vorrangig als Unfallversicherung, sondern als Alternative zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung vermittelt wurde. Uns liegen Fälle vor, bei denen Versicherungsnehmer aufgrund des Hinweises, die Unfall-Kombirente sei „moderner, innovativer und günstiger“ oder auch „revolutionärer“ als eine Berufsunfähigkeitsversicherung, im Ergebnis die Unfall-Kombirente abgeschlossen haben.

Laufende Berufsunfähigkeitsversicherungen dürfen nach allgemeiner Ansicht vom Versicherer nicht ordentlich gekündigt werden. Hieraus ließe sich schlussfolgern, dass die Kündigung der Unfall-Kombirente von Seiten der Axa  unzulässig ist.

Unser Rat

Wir meinen: Die angedrohte Kündigung müssen Sie nicht einfach herunterschlucken. Beschweren Sie sich bei der Axa, reichen Sie Widerspruch gegen die angedrohte Kündigung ein und fordern Sie vom Vorstand des Versicherers, auf das ordentliche Kündigungsrecht zu verzichten.

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