Rundum-Sorglos-Versicherung fürs E-Bike?

In der Corona-Krise boomt der Markt für Elektro-Fahrräder. Versichert sind diese in der Regel über die Hausratversicherung. Allerdings ist deren Versicherungssumme meistens begrenzt. Unter Umständen kann eine extra Fahrradversicherung eine Alternative sein. Ein Rundum-Sorglos-Paket ist diese aber nicht.

E-Mountainbike im Sonnenuntergang

Das Wichtigste in Kürze

  1. Den Neupreis eines E-Bikes decken Hausratversicherungen häufig nicht ab.
  2. Spezielle Fahrradversicherungen können eine Alternative sein, bieten aber keinen zuverlässingen Schutz.
  3. Kostspielige Reparaturen können zur Kündigung seitens des Versicherers führen.
Stand: 26.03.2021

Ob eine spezielle Versicherung für E-Bikes sinnvoll ist, hängt vom Individualfall ab. Fahrräder sind häufig über eine bestehende Hausratversicherung gegen Diebstahl und Schäden versichert. Allerdings ist die Versicherungssumme in der Hausratversicherung meist begrenzt. Ein neues E-Bike wird man sich davon nicht kaufen können. Zudem ist in der Regel nicht das komplette E-Bike versichert. So benötigt man zum Beispiel für die Absicherung des Akkus einen Extraschutz.

Nicht alle E-Bikes lassen sich versichern

Eine spezielle Fahrradversicherung sichert das Rad ähnlich einer Vollkasko beim Auto ab. Neben Diebstahl sind auch Schäden durch Unfälle, Stürze oder eine unsachgemäße Bedienung abgesichert. Allerdings kommt es hier sehr auf den individuellen Tarif an. Für die Höhe der Prämie sind folgende Faktoren wichtig: die Postleitzahl des Wohnortes und der Neupreis des Fahrrads. Auch das Alter des Rads spielt eine Rolle. So kann ein drei Jahres altes E-Bike schon zu alt sein, um überhaupt noch eine Versicherung zu erhalten.

Aus diesem Grund finden viele Radler den Abschluss einer entsprechenden Police direkt beim Kauf des E-Bikes attraktiv. Händler bieten Rad und Versicherung gerne direkt im Paket an.

Versicherer kündigt im Schadensfall

Beide Vertragspartner dürfen nach einem Schadensfall die Versicherung kündigen. Von diesem Recht machen Versicherer durchaus Gebrauch. Uns erreichte der Hinweis eines Verbrauchers, dem der Versicherer „Wertgarantie SE“ eine E-Bike-Versicherung kündigte, nachdem Reparaturkosten in Höhe von knapp 2.000 Euro beglichen worden waren. Für weitere Reparaturen oder den Diebstahl des Fahrrads hat der Kunde nun keinen Schutz mehr. Zudem wird er nur schwer eine neue Versicherung finden, die sein mehrere Jahre altes E-Bike zu einem vergleichbaren Tarif absichert.

Dieses Beispiel zeigt: Eine spezielle E-Bike-Versicherung ist kein Rundum-Sorglos-Paket. Selbst wenn der Tarif hohe Reparaturkosten absichert und einen umfänglichen Schutz bietet, droht bei Inanspruchnahme der Versicherungsleistung die Kündigung.

Unser Rat

Überlegen Sie genau, ob es sich bei einer Fahrrad-Versicherung um einen wirklich wichtigen (existenziellen) Versicherungsschutz für Sie handelt, oder ob Sie etwaige Reparatur- und Anschaffungskosten für ein neues Rad nicht besser aus Rücklagen finanzieren. Welche Versicherungen wirklich wichtig oder unwichtig sind, lesen sie in unserem Versicherungs-ABC.

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