Mein Stromvertrag: Power up

Die LED-Lampe leuchtet, der Fernseher läuft und die Waschmaschine dreht ihre Runden – den Strom in der ersten eigenen Wohnung muss man nicht erst „bestellen“, der ist in der Regel einfach da. Das bedeutet jedoch nicht, dass man sich nicht darum kümmern muss. Ganz im Gegenteil.

Junge Leute: Mein Stromvertrag (Absolventen, Azubis, Studierende)

Das sollte man wissen

  1. Mit dem Einzug in eine neue Wohnung landet man erst einmal im teuren Grundversorgungstarif des lokalen Energieunternehmens. Durch den Wechsel in einen anderen Tarif kann man Geld sparen.
  2. Bei der Auswahl eines Stromtarifs sind nicht nur die Kosten, sondern auch Punkte wie kurze Laufzeiten und Kündigungsfristen wichtig.
  3. Für die Suche nach einem günstigen Anbieter können Tarifvergleichsportale eine Hilfe sein, doch dort müssen die richtigen Voreinstellungen gewählt werden.
Stand: 01.06.2021

Die erste eigene Wohnung verspricht mehr Freiheit und mehr Unabhängigkeit. Einfach schnell einziehen und das eigene Leben beginnen, das wollen die meisten. Doch wer den Lichtschalter das erste Mal umlegt, hat automatisch einen Stromvertrag mit dem örtlichen Energieversorger geschlossen und landet in der sogenannten Grundversorgung. Was schön unkompliziert klingt, hat seinen Preis.

Wir raten dringend, sich beim Einzug in die eigenen vier Wände auch etwas Zeit für die Recherche und den Vergleich von Stromanbietern zu nehmen. Die Mühe macht sich bezahlt, versprochen! Glücklicherweise kann man den Grundversorgungsvertrag jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen kündigen.

Den richtigen Tarif finden

Die Tarife der Stromanbieter variieren gewaltig und haben es mitunter in sich. So verlängern sich einige Verträge nach einem Jahr beispielsweise automatisch um zwölf Monate, andere hingegen sind im zweiten Jahr monatlich kündbar.

Wer für die Suche nach einem Stromtarif schnell ein Vergleichsportal öffnet und sich auf die dort gelisteten Angebote verlässt, hat nicht die besten Karten. Die Portale finanzieren sich nämlich über Werbung und Provisionen. Werbeangebote werden oft am Anfang der Übersichtstabelle platziert. Bonuszahlungen und Rabatte für Neukunden erschweren den richtigen Preisvergleich. Ratsam ist daher, immer auf mehreren Portalen zu suchen und die angezeigten Angebote zu vergleichen (⇒ mehr Infos). Wir empfehlen für die Suche – neben Tarifmerkmalen wie Postleitzahl, Haushaltsgröße und Stromverbrauch – die folgenden Filteroptionen auszuwählen:

  • Maximal 12 Monate Erstvertragslaufzeit
  • Maximal 1 Monat Verlängerung
  • Maximal 1 Monat Kündigungsfrist
  • Bonus nicht einrechnen lassen
  • Direkte Wechselmöglichkeit (über Vergleichsportal) deaktivieren
  • „Hohe Kundenempfehlungsquote“ deaktivieren
  • 1 Tarif pro Anbieter auswählen

Fehlen die aufgelisteten Filtermöglichkeiten auf dem Vergleichsportal, heißt es: Finger weg! Außerdem gilt: Die Vergleichsportale übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit der angezeigten Daten. Vertragspartner ist am Ende immer der Stromanbieter und nicht das Portal. Deswegen ist es sinnvoll, alle Preise und Konditionen auf der Seite des Energielieferanten noch einmal nachzulesen.

Gut zu wissen

Mit schöner Regelmäßigkeit erhöhen Stromversorger ihre Preise. Die Schreiben kann man abheften und brav zahlen oder zu einem anderen (günstigeren) Anbieter wechseln. Das ist ganz einfach: Einen neuen Stromlieferanten suchen und diesen kontaktieren oder ein entsprechendes Online-Formular für den Vertragsschluss ausfüllen. Der neue Stromlieferant erledigt dann sämtliche Formalitäten mit dem alten Anbieter. Allerdings nur, wenn der bestehende Vertrag auch tatsächlich gekündigt werden kann. Wichtig, immer auf die Kündigungsfristen achten!

Ökostrom oder nicht?

Meist sind neben „normalen“ Tarifen auch Ökostrom-Tarife im Angebot. Wer sich für Ökostrom entscheidet, sollte am besten einen Vertrag mit einem Energieunternehmen schließen, das nicht nur Strom aus erneuerbaren Energien anbietet, sondern auch in den Ausbau von Sonne-, Wasser- und Windenergie investiert. Tarife mit dem ok-Power-Label oder dem Grüner-Strom-Label sind diesbezüglich empfehlenswert.
 

Kosten im Griff behalten

Für Strom zahlt man jeden Monat einen sogenannten Abschlag. Die Höhe der Abschlagszahlung ist abhängig vom voraussichtlichen Stromverbrauch; sie wird normalerweise vom Stromanbieter festgelegt. Doch man kann den Betrag auch selbst verändern – ihn zum Beispiel anheben, um etwas mehr Puffer für die Rechnung am Jahresende zu haben, oder senken, wenn die monatlichen Ausgaben zu hoch sind. Achtung, wer zum Jahresabschluss nicht eine Riesensumme nachzahlen will, stottert lieber mehr als zu wenig ab. Die Kosten für einen Single-Haushalt liegen bei etwa 60 Euro im Monat, wenn man von rund 2.000 Kilowattstunden im Jahr ausgeht.

Für die Abrechnung braucht der Stromanbieter den Stand des Stromzählers. Der Strompreis setzt sich nämlich aus einem monatlichen Grundpreis und den Kosten für die einzelnen Kilowattstunden, dem sogenannten Arbeitspreis, zusammen. Damit in Sachen Abrechnung alles glatt läuft, müssen schon zu Vertragsbeginn Stromzählernummer und Stromzählerstand an den Energieversorger übermittelt werden. Zwischendurch kommt dann jemand zum Ablesen vorbei, oder man liest den Stromzähler selbst ab und übermittelt die Daten.

Unser Rat

Wenn ihr nicht zu viel für euren Strom zahlen wollt, müsst ihr auf jeden Fall raus aus dem Grundversorgungstarif, den ihr automatisch bekommt, sobald ihr in eine eigene Wohnung zieht. Gerade mit einem schmalen Budget lohnt es sich, in Sachen Stromvertrag nach günstigeren Alternativen zu schauen und flexibel zu bleiben. So könnt ihr von neuen Angeboten optimal profitieren. Doch Achtung, oftmals ist eine verlockende Prämie oder ein guter Bonus mit einem höheren Grundpreis verbunden. Nehmt euch die Zeit, alles durchzurechnen und so am Ende das wirklich günstigste Angebot zu finden.

Die konto- und klimaverträglichste Kilowattstunde ist übrigens immer noch die, die nicht verbraucht wird. Unsere Energieberatung unterstützt euch mit Energiespartipps oder einem kostenfreien Basis-Stromcheck bei euch zu Hause.