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Schimmel in der Wohnung - vorbeugen und handeln!

Heizenergie sparen ist das Gebot der Stunde. Doch: Werden Wohnungen und Häuser nicht ausreichend beheizt und wird nicht richtig gelüftet, kann Schimmel entstehen. Grün bis schwarz-graue Flecken sind oftmals die ersten Anzeichen für einen Schimmelpilzbefall. Der Bewuchs auf Wänden oder Gegenständen sieht nicht nur unschön aus, sondern ist auch mit Gesundheitsrisiken verbunden. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Mann öffnet kaputte Decke mit Schimmel
Stand: 26.09.2022

Angesichts hoher Energiekosten und Gasknappheit machen sich viele Menschen Gedanken, wann, wie viel oder ob sie überhaupt heizen, um Geld zu sparen. Gleichzeitig bleiben die Fenster gerne geschlossen, um nicht zu viel nach draußen zu heizen. Dies kann allerdings zu Schimmelpilzbildung in kritischen Bereichen wie Außenecken, Außenwänden, Fensterlaibungen oder hinter Möbelstücken führen. Mit einem kontrollierten Heiz- und Lüftungsverhalten können Sie dies verhindern!

Was kann ich tun, um Schimmel vorzubeugen?

  • Lassen Sie Ihre Räume nicht auskühlen. Kälter als 16 °C sollte es nicht sein. Je kälter die Luft, desto weniger Feuchtigkeit kann aufgenommen werden.
  • Vor allem in Küche, Bad und Schlafzimmern entsteht viel Feuchtigkeit. Nach dem Aufstehen, Kochen, Baden oder Duschen sollten Sie daher stets gut lüften. Achtung: Haben Sie eine Wohnung im Keller oder Souterrain, lüften Sie nur, wenn die Außenluft trockener ist als die Innenluft.
  • Prüfen Sie regelmäßig die Luftfeuchte in Ihren Räumen. Ein Thermo-Hygrometer, das Sie dafür benötigen, erhalten Sie bereits ab 10 Euro.

Außerdem: Rücken Sie Möbel ungefähr 5 bis 10 Zentimeter von kalten Außenwänden ab.

Wie entsteht Feuchtigkeit und Schimmel?

Durch gewöhnliche Nutzung der Wohnung (Atmung und Schwitzen, Kochen, Duschen, Waschen, Wäsche trocknen, Pflanzen, Aquarien etc.) entstehen in einem 4-Personen-Haushalt täglich rund 12 Liter Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf. Zusätzlich kann auch Feuchtigkeit von außen eindringen, etwa durch einen Baumangel.

Je nach Temperatur hat die Luft die Fähigkeit eine unterschiedlich große Wassermenge aufzunehmen: je wärmer, desto mehr. Kann die Luft die Wassermenge nicht mehr binden, bildet sich Tauwasser. Dieses kann zu Feuchtigkeit und Schimmelbildung führen.

Haben Sie mehr als zwei Wochen lang eine relative Feuchte von 80 Prozent an einer Bauoberfläche ist Schimmel vorprogrammiert.

Wie messe ich die Luftfeuchtigkeit?

Mit einem Thermo-Hygrometer können Sie die Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen messen. Die Geräte erhalten Sie bereits ab 10 Euro; in digitaler Form werden sie für etwa 20 Euro im Baumarkt angeboten. Die Angabe auf den Hygrometern erfolgt in Prozent. Messen Sie die Feuchtigkeitswerte am besten in der Raummitte. Um Schimmelbildung zu vermeiden, sollte die Luftfeuchtigkeit im Winter zwischen 30 und 45 Prozent, im Sommer zwischen 45 und 65 Prozent nicht übersteigen.

Was ist beim Überschreiten der Werte zu tun?

Lüften! Die feuchte Luft muss raus, frische, trockenere Luft rein, diese kann dann wieder Feuchtigkeit aufnehmen. Am besten Stoß- und Querlüftung durchführen.

  • Stoßlüften: Fenster/Terrassentür ganz öffnen, nicht nur kippen.
  • Querlüften: Alle Räume, wenn möglich, gleichzeitig öffnen, zusätzlich die Innentüren öffnen.

Im Winter reichen fünf bis zehn Minuten, im Sommer kann es 15 bis 30 Minuten dauern. Relevant ist hier letztlich die Hygrometer-Anzeige. Falls nicht anders möglich, sollte konsequent zweimal täglich morgens und abends gelüftet werden.

Außerdem: Nach dem Duschen die Fliesen mit einem Duschkabinenabwischer abziehen, um somit das Verdunsten der Wassertropfen zu vermeiden. Wäsche sollte auf keinen Fall in der Wohnung getrocknet werden.

Im Winter ist Lüften doch sehr teuer, weil die kalte Luft immer wieder beheizt werden muss?

Nein, genau das Gegenteil: Kalte Außenluft enthält wenig Wasser, ist also trocken. Diese Luft lässt sich viel leichter erwärmen, als Luft mit hoher Feuchtigkeit. Allerdings sollte man auch nicht länger als nötig lüften, da die Wände sonst auskühlen. Eine Kippstellung der Fenster ist zu vermeiden.

Ich habe einen feuchten Fleck entdeckt, wird das zwangsläufig Schimmel?

Falls Sie die feuchte Stelle mit richtigem Heizen und Lüften oder gegebenenfalls auch Föhnwärme nicht wegbekommen, liegt vermutlich ein Schaden vor, der dringend behoben werden muss. Ursachen können defekte (Ab-)Wasserleitungen, ein undichtes Dach oder Mauerwerk sein. Bei Untätigkeit oder oberflächlicher Kaschierung droht die Gefahr von Schimmelbildung. 

Kann ich Schimmel selbst entfernen?

Wenn die befallenen Flächen größer als einen halben Quadratmeter sind, sollten diese von einem Fachbetrieb saniert werden. Auch wenn der Schimmel immer wieder auftaucht, ist dies ein Zeichen dafür, dass es in der Wohnung ein größeres Feuchtigkeitsproblem gibt, das ursächlich behandelt werden muss. Kleinere Flächen kann man selbst angehen. Allerdings sollten Sie nicht auf Schimmelentferner mit Aktivchlor (Natriumhypochlorid) zurückgreifen, genauso wenig ist Essig geeignet. Am besten Ethylalkohol / Ethanol zum Abtöten der Schimmelpilzkeime nehmen. Den 70- bis 80-prozentigen Alkohol gibt es in der Apotheke. Aber Vorsicht: Hochprozentiger Alkohol ist leicht entzündlich, man muss also gut lüften und darauf achten, dass es keinen Funkenflug gibt. Glatte Oberflächen kann man einfach mit einem Haushaltsreiniger säubern. Den Wischlappen aber danach in den Müll werfen.

Sollte ich bei Schimmelbefall die Raumluft prüfen lassen?

Sobald der Befall mit bloßem Auge erkennbar ist und die betroffene Fläche mehr als 20 bis 50 Quadratzentimeter aufweist, kann auch ohne Analyse von einer Raumluftbelastung ausgegangen werden. Der befallene Bereich muss sachgerecht saniert werden, wobei in jedem Fall die Ursachen bekämpft werden müssen. Sollte eine Raumluftmessung nötig sein, gibt es hierfür spezielle Labore, die notfalls in den Gelben Seiten auffindbar sind.

Was mache ich, wenn ich Schimmel in meiner Mietwohnung entdecke?

Sie müssen dem Vermieter oder der Vermieterin schriftlich den Schimmel (Mangel) anmelden und zur Beseitigung in einer bestimmten Frist auffordern. Erst nach der Mangelanzeige entsteht – wenn berechtigt – ein Mietminderungsrecht. Nach Fristablauf entstehen eventuell weitere Ansprüche. Informationen hierzu erhalten Sie beispielsweise bei Mietervereinen.

Wir haben erst nach einer Fenstererneuerung Probleme mit Schimmel, woran liegt das?

Bevor die Fenster ausgetauscht wurden, waren die alten Fensterscheiben der kälteste Punkt, das Tauwasser bildete sich dort zuerst, war sichtbar und wurde ggf. abgewischt oder weggelüftet. Jetzt ist die Außenwand der kälteste Punkt und das Tauwasser nicht sichtbar. Weiterhin findet die permanente, unkontrollierte Lüftung durch Fugen wie bei den alten Fenstern nicht mehr statt. Nach dem Einbau neuer Fenster muss anders gelüftet werden. Doch das wird häufig nicht erläutert.

Wir haben in einem Neubau Probleme mit Schimmel, was sollten wir tun?

Eine mängelfreie Ausführung vorausgesetzt, handelt es sich um Neubaufeuchte. Häufig wird nicht ausreichend gewartet, bis die Baufeuchte, die in der Bauzeit zum Beispiel durch Putz, Gips, Mörtel oder Estriche eingebracht wird, entweichen kann. Dies hat zur Folge, dass sich direkt nach Fertigstellung pro Quadratmeter Wohnfläche ca. 90 Liter Wasser in einem Neubau befinden. Das sogenannte Trockenwohnen geschieht über konsequentes Lüften. Im ersten Jahr ist in einem Neubau daher mit höheren Energiekosten zu rechnen.

Unser Angebot

Unsere Energieberatung hilft Ihnen dabei, Schimmel in der eigenen Wohnung zu vermeiden: am Telefon, per Videochat oder in einem persönlichen Gespräch – falls sinnvoll auch bei Ihnen zu Hause. Unsere Fachleute beraten Sie anbieterunabhängig und individuell. Mehr Informationen erhalten Sie an der Telefon-Hotline der Hamburger Energielotsen unter (040) 24832-250.

Alternativ empfehlen wir Ihnen unsere kostenlosen Online-Vorträge. Hier finden Sie zu vielen Themen den passenden Vortrag.

Über die Energieberatung

Die Beratungen der Verbraucherzentrale Hamburg werden überwiegend vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert. Im Rahmen des Kooperationsangebotes „Hamburger Energielotsen“ sind die Zuhause-Beratungen für Hamburger Haushalte kostenfrei.

Die Telefonberatung der Hamburger Energielotsen wird von der Verbraucherzentrale Hamburg durchgeführt. Die Hamburger Energielotsen sind eine Kooperation von Zebau gGmbH, Verbraucherzentrale Hamburg, der Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentrale und der Handwerkskammer Hamburg und arbeiten im Auftrag der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft der Freien und Hansestadt Hamburg.

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