Heizkosten senken – Gasversorger wechseln

Sind Ihre Heizkosten auch zu hoch? Wer seinen Gasversorger wechselt, kann jährlich mehrere hundert Euro sparen – einfach und ohne Risiko. Der Aufwand ist gering und Sie werden nicht im Kalten sitzen. Versprochen! Worauf Sie beim Anbieterwechsel achten sollten.

Frau sitzt mit einer Tasse und Decke auf dem Sofa

Das Wichtigste in Kürze

  1. Durch den Wechsel des Gasversorgers können Verbraucher mehrere hundert Euro pro Jahr an Heizkosten sparen.
  2. Beim Abschluss eines neues Vertrags sind die Kündigungsfristen beim alten Anbieter zu beachten. Nicht immer ist ein zeitnaher Ausstieg möglich.
  3. Bei der Auswahl eines neuen Gaslieferanten sollten Verbraucher bestimmte Kriterien ansetzen. Tarife mit Vorauskasse, komplizierten Bonusregelungen oder sehr langer Mindestvertragslaufzeit sind nicht empfehlenswert.
Stand: 19.12.2016

Durch einen Wechsel Ihres Gasversorgers können Sie ohne weitere Anstrengung bis zu 400 Euro jährlich sparen. Und zwar ziemlich einfach: Sie müssen sich nur einen anderen Anbieter suchen und mit diesem einen Vertrag abschließen – um alles Weitere kümmert sich Ihr neuer Lieferant.

Achtung, Kunden, deren Kündigungsfrist bald endet, sollten besser selbst kündigen. Anderenfalls besteht das Risiko, dass der neue Anbieter die Kündigungsfrist verpasst.

Welche Kündigungsfristen gelten für mich?

Auch beim Anbieterwechsel müssen natürlich Kündigungsfristen beachten. Eine Kündigung ist nur vor Ende der Mindestvertragslaufzeit möglich – und diese ist von Vertrag zu Vertrag verschieden.

  • Als Gaskunde sind Sie entweder im Grundversorgungstarif des örtlichen Stadtwerks oder eines großen Verbundunternehmens, das in dem jeweiligen Gebiet die meisten Kunden beliefert. In Hamburg ist das zum Beispiel Eon. In diesem Tarif zahlen Sie meist besonders hohe Preise, Preisänderungen sind grundsätzlich möglich. Aber Sie haben nur eine Kündigungsfrist von zwei Wochen.
  • Wenn Sie einen anderen Tarif beim Grundversorger abgeschlossen haben oder bereits bei einem anderen Anbieter unter Vertrag sind, gelten die jeweils festgelegten Bedingungen. Hier zahlen Sie in der Regel einen günstigeren Preis und Preisänderungen können nur aufgrund einer wirksamen Preisanpassungsklausel vorgenommen werden. Meist gibt es in diesen Tarifen eine längere Vertragslaufzeit und der Vertrag verlängert sich um bis zu zwölf Monate, wenn Sie nicht rechtzeitig kündigen. Bei einer Preiserhöhung ist eine vorzeitige Kündigung möglich.

Wie finde ich einen günstigeren Gasversorger?

Bereits ein Sondervertrag mit dem Grundversorger bringt meist eine spürbare Ersparnis, oft sind aber andere Anbieter noch deutlich günstiger. Eine Informationsquelle sind Vergleichsportale im Internet. Hier müssen Sie allerdings die richtigen Voreinstellungen in der Suchfunktion vornehmen, um nicht ins Fettnäpfchen zu treten. Tarife mit Vorauskasse, komplizierten Bonusregelungen oder sehr langer Mindestvertragslaufzeit sind nicht empfehlenswert.

Wählen Sie den Tarif Ihres Gasanbieters an diesen Prüfkriterien aus:

  • höchstens ein Jahr Grundlaufzeit
  • höchstens ein Monat Kündigungsfrist (bei Bonustarifen höchstens sechs Wochen)
  • keine Einschränkungen im Kleingedruckten bei Preisgarantie
  • keine Einschränkungen im Kleingedruckten bei Neukundenbonus oder anderen Rabatten
  • Finger weg von Tarifen mit Vorkasse oder Kaution

Gut zu wissen

Seien Sie vorsichtig bei besonders niedrigen Preisen, etwa wenn ein hoher Bonus den Preis im ersten Jahr sehr günstig erscheinen lässt. Billiganbieter wollen damit Kunden locken. Viele Verbraucher haben jedoch schlechte Erfahrungen mit solchen Anbietern gemacht. Falsche Rechnungen, drastisch erhöhte Preise nach Vertragsabschluss, verweigerte Bonuszahlungen und verzögerte Guthabenerstattungen sind an der Tagesordnung. Manchmal ist der Service mies oder die Unternehmen sind bei Problemen kaum erreichbar.

Was kann ich als Mieter tun?

Wenn Sie keinen eigenen Vertrag haben und bei der Wahl des Lieferanten auf Ihren Vermieter angewiesen sind, empfehlen wir, zunächst das Gespräch zu suchen. Aufgrund des sogenannten Wirtschaftlichkeitsgebots ist es Vermietern rechtlich untersagt, überhöhte Preise per Nebenkostenabrechnung auf die Mieter umzulegen. Mit unserem kostenlosen Musterbrief können Sie sich schriftlich an Ihren Vermieter wenden.

Wie kann ich noch sparen?

Nicht nur durch die Auswahl eines günstigen Gaslieferanten können Sie Ihre Heizkosten verringern, sondern auch indem Sie einfach nicht so viel Energie verbrauchen, beispielsweise durch richtiges Heizen und Lüften, eine ordentliche Wärmedämmung oder andere Modernisierungsmaßnahmen am Gebäude und der Heizung. Auch der Einsatz erneuerbarer Energien kann sich lohnen.

Unser Angebot

Sie haben Fragen zu Ihren Heizkosten, möchten Energie sparen oder benötigen Unterstützung bei der Auswahl eines geeigneten Gasanbieters? Dann wenden Sie sich gerne an unsere unabhängigen Experten an der Energie- und Klimahotline. Dort können Sie auch einen Termin für ein persönliches Beratungsgespräch vereinbaren.

Über die Energieberatung

Die Energie- und Klimahotline wird zu 100 Prozent von der Behörde für Umwelt und Energie aus Klimaschutzmitteln gefördert. Die persönliche Energieberatung und die Energie-Checks werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

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