Umkehrhypothek? Fehlanzeige!

In der bezahlten Immobilie wohnen bleiben und trotzdem Geld bekommen? Das ist der Wunsch vieler – vor allem älterer – Verbraucher, die ein Leben lang für Haus oder Wohnung gespart haben. Was mit einer Umkehrhypothek eigentlich einfach möglich wäre, bleibt jedoch in den meisten Fällen ein Wunschtraum. Denn es gibt einfach keine Angebote am Markt.

Älteres Paar sitzt auf dem Sofa und schaut in den Garten

Das Wichtigste in Kürze

  1. Mit einer Umkehrhypothek bekommen Eigentümer schon zu Lebzeiten Geld für ihre Immobilie und können trotzdem darin wohnen bleiben.
  2. Kreditinstitute bieten trotz Bedarfs zurzeit keine Umkehrhypotheken mehr an. Nur bei kleinen regionalen Banken oder Nischenanbietern werden Immobilienbesitzer manchmal noch fündig. Die Politik sieht keinen Handlungsbedarf.
  3. Verbraucher können auf alternative Rentenfinanzierungen ausweichen, sollten jedoch die Vor- und Nachteile sorgsam abwägen. Bei vielen Modellen müssen sie Abstriche machen.
Stand: 24.01.2018

Viele ältere Haus- oder Wohnungsbesitzer möchten eine abbezahlte Immobilie zu Geld machen, ohne diese verkaufen oder ausziehen zu müssen. Doch für die Finanzierungsform der sogenannten Umkehrhypothek gibt es in Deutschland keine richtigen Angebote mehr. Die Kreditinstitute lassen ihre Kunden im Regen stehen. Dabei ist der Bedarf durchaus vorhanden. Regelmäßig wenden sich Verbraucher an uns, weil sie auf der Suche nach einer Umkehrhypothek sind.

So funktioniert eine Umkehrhypothek

Bei einer Umkehrhypothek bekommen Sie als Eigentümer einer Immobilie einen Kredit. Das Darlehen, für das Sie weder Zinsen noch Tilgung zahlen müssen, wird als Einmalbetrag oder in Monatsraten ausgezahlt und im Gegenzug eine Grundschuld auf Ihr Haus oder Ihre Wohnung eingetragen. Erst am Ende der Laufzeit werden die Zinsen aufaddiert und mit der Kreditsumme zurückgezahlt, beispielsweise über den Verkauf der Immobilie oder weitere Darlehen ohne Tilgung bis zur Beleihungsgrenze. In vielen Fällen werden Umkehrhypotheken erst mit dem Tod des Eigentümers abgelöst.

Doch nur mit sehr viel Glück finden Interessenten bei kleinen regionalen Banken oder Nischenanbietern, was sie suchen. Dabei wäre die Umkehrhypothek für Menschen, denen im Rentenalter wenig Geld zur Verfügung steht, weil alle Ersparnisse ein Leben lang in eine Immobilie flossen, genau die richtige Finanzierungsform. Damit könnten sie tatsächlich von ihrem gebildeten Vermögen profitieren.

Politik sieht keinen Handlungsbedarf

Obwohl Umkehrhypotheken ausdrücklich von den strengeren Vorgaben der seit 2016 geltenden Wohnimmobilienkreditrichtlinie ausgenommen wurden, tut sich nichts auf dem Markt. Ohne Anbieter kein Angebot! Dennoch sieht die Politik keinen Handlungsbedarf und meint, das Problem hätte sich erledigt.

Unser Rat und Angebot

Wenn Sie Ihr „Betongold“ gerne zu Geld machen möchten, können sie über Alternativen wie Leib-, Immobilien- oder Zustifterrenten nachdenken. Doch Achtung, bei diesen Produkten müssen Sie wahrscheinlich Abstriche machen! Unsere Finanzexperten unterstützen Sie dabei, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Rentenfinanzierungen gegeneinander abzuwägen und mit den eigenen Wünschen und Vorstellungen in Einklang zu bringen.

Tipp und Veranstaltungshinweis: Im Rahmen des Aktionstages „Das Älterwerden meistern“ am Freitag, dem 26. Januar 2018, finden zwischen 14 und 18 Uhr kostenlose Kurzberatungen zum Thema „Immobilie im Alter!?“ in der Verbraucherzentrale Hamburg (Kirchenallee 22, 20099 Hamburg) statt. An diesem Tag informieren wir auch darüber, wie sich mit der Immobilie die Rente aufbessern lässt.

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