Schluss mit Werbepost

Pizzareklame, Wochenblätter, Shopping-Kataloge – Sie ärgern sich über unerwünschte Werbepost? Denn die wandert meistens ungelesen ins Altpapier und belastet die Umwelt. So stoppen Sie die Zustellung.

Mehrere Briefschlitze in Tür mit Zeitungen und Post

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Werbeflut im Briefkasten müssen Verbraucher nicht hinnehmen.
  2. Je nach Art der Werbesendung können Betroffene verschiedene Maßnahmen ergreifen, z.B. der Werbung formlos widersprechen, den DDV informieren oder Aufkleber auf dem Briefkasten anbringen.
  3. Die Verbraucherzentrale geht gegen Unternehmen vor, die trotz Gegenmaßnahmen hartnäckig Werbung versenden oder einwerfen lassen.
Stand: 25.07.2017

Täglich landen Unmengen von Werbesendungen ungelesen im Altpapier. Wenn Sie sich nicht vollmüllen lassen wollen, können Sie sich wehren. Ihre Maßnahmen hängen von der Art der Werbesendung ab.

Persönlich adressierte Werbesendungen

Seit der Novellierung des Datenschutzrechts im Herbst 2009 sind Unternehmen verpflichtet, den Empfänger der Werbung auf sein Widerspruchsrecht (§ 28 IV BDSG) hinzuweisen und die Adresse zu benennen, an die der Widerspruch geschickt werden kann.

Fehlt die Werbe-Abstelladresse, informieren Sie den Datenschutzbeauftragten Ihres Bundeslandes, z.B.

Der  Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit
Klosterwall 6 | 20095 Hamburg
Tel: (0 40) 428 54-40 40 | Fax: (0 40) 428 54-40 00
E-Mail: mailbox@datenschutz.hamburg.de

Liegt die Adresse vor, schreiben Sie einen Brief und widersprechen Sie der Werbung formlos („ich widerspreche der Nutzung meiner Daten zu Werbezwecken und/oder für die Markt- und Meinungsforschung“). Schicken Sie den Werbewiderspruch per Einwurf-Einschreiben. Dafür können Sie unseren kostenlosen Musterbrief nutzen. Nur wenn Sie nachweisen können, dass Sie der Werbung widersprochen haben, können Sie oder wir bei Zuwiderhandlungen tätig werden.

Zudem können Sie sich auf die „Robinsonliste“ setzen lassen. Sie werden dann von den aktuellen Adresslisten der Werbeunternehmen gestrichen, die Mitglied im Deutschen Dialogmarketing Verband (DDV) sind. Den Formularantrag für die Aufnahme in die Robinsonliste können Sie telefonisch unter der Rufnummer (07156) 951010 oder schriftlich unter der Adresse DDV, Robinsonliste, Postfach 1401, 71243 Ditzingen anfordern. Zusätzlich ist ein Eintrag online unter www.ddv-robinsonliste.de möglich. Dieser Eintrag bietet Ihnen aber keineswegs eine Garantie, nicht mehr von Werbepost belästigt zu werden. Denn er gilt nur für die dem DDV-Verband angeschlossenen Unternehmen.

Schickt das Unternehmen trotz Ihres Widerspruchs weiterhin hartnäckig Werbung (mehr als zweimal nach Widerspruch), informieren Sie uns. Wir prüfen dann, ob wir die Firma abmahnen können.

Allgemeine Werbeblätter

Erhalten Sie allgemeine Werbeblätter, beispielsweise von Pizzadiensten oder den örtlichen Supermärkten, sollten Sie den Aufkleber „Werbung verboten“ an Ihrem Briefkasten anbringen. Finden Sie dennoch immer wieder Flyer in Ihrem Briefkasten, schreiben Sie die Firma an und weisen Sie bestimmt darauf hin, dass sie sich an das Werbeverbot halten müssen.

Verstößt das Unternehmen hartnäckig (mehr als zweimal) gegen Ihren Willen, informieren Sie uns. Wir prüfen dann, ob wir die Firma abmahnen können. In der Praxis ist das allerdings oft schwierig, da die Gegenseite sich vielleicht darauf berufen wird, dass nicht der Austräger, sondern Ihr Nachbar den Flyer in Ihren Briefkasten gesteckt hat.

Wochenblätter und Zeitungen

Gegen unerwünschte Zeitungen schützt der „Werbung verboten“ Aufkleber nicht. Bringen Sie zusätzlich den Aufkleber „Keine kostenlosen Zeitungen einwerfen“ an oder schreiben Sie den Zeitungsverlag direkt an und teilen diesem mit, dass Sie keine Zeitschriften wünschen. Auch hier haben wir bei hartnäckigen Verstößen die Möglichkeit, den Verlag abzumahnen.