Nebenjob – Sie zahlen drauf!

Angebote über Nebenverdienste in Kleinanzeigen, im Internet oder unter Ihrem Scheibenwischer sind fast immer unseriös oder betrügerisch. Der Trick: Bevor Sie auch nur einen Cent verdienen, müssen Sie Vorkasse leisten.

Stifthalter und Tastaur auf einem Arbeitsplatz

Das Wichtigste in Kürze

  1. Niemand hat etwas zu verschenken. Je verlockender das Angebot, desto misstrauischer sollte man sein.
  2. Mit teuren 0900-Nummer werden Verbraucher oft zur Kasse gebeten, wenn sie mehr über eine beworbene Nebentätigkeit erfahren möchten.
  3. In vielen Fällen wird vorab Geld verlangt, um einen Nebenjob ausüben zu können.

Teure Elektroprodukte testen und behalten, Kugelschreiber zusammenbauen, als Statist mit einer Filmproduktion nach Südafrika und dafür auch noch viel Geld bekommen – diese und ähnliche Angebote klingen verlockend. Der Haken: Sie sollen vorab ein Zeitschriftenabo abschließen, für weitere Informationen eine 0900-Nummer wählen oder Geld für das Flugticket vorschießen. Lassen Sie die Finger davon. Denn sicher ist nur, dass Sie Geld loswerden, ohne zu wissen, ob Sie je welches mit dem angebotenen Job verdienen. 

Im Folgenden haben wir ein paar Anhaltspunkte aufgezählt, an denen Sie erkennen, dass es sich um ein unseriöses Jobangebot handelt.

  • Weder Firmennamen noch Firmenzweck sind aus der Annonce ersichtlich.
     
  • Die Annoncen klingen besonders verlockend („wenig Arbeit”, „leichte Arbeit”, „Arbeit von zu Hause aus”).
     
  • Die Verdienstmöglichkeiten sind übertrieben hoch angesetzt. Mit einigen Stunden Arbeit pro Woche kann man nicht 1.000 Euro verdienen!
     
  • Ihnen wird ein guter Verdienst in Aussicht gestellt. Vielleicht sind Sie nicht gänzlich gutgläubig. Aber Sie hoffen im Stillen, dass die Hälfte oder ein Viertel davon ja auch ganz nett wäre. Doch Sie verdienen bei unseriösen Anbietern nicht nur weniger, als in Aussicht gestellt, sondern gar nichts.
     
  • Die Tätigkeit wird so unklar beschrieben, dass Sie nicht verstehen, worum es geht.
     
  • Um in eine Datei für die Vermittlung als Modell, Produktester oder Werbung am Auto aufgenommen zu werden, sollen Sie ein Zeitschriftenabo abschließen.
     
  • Es wird Vorauskasse gefordert. Wäre das Angebot seriös, könnte man ja die Kosten von Ihrem ersten Verdienst abziehen!
     
  • Die Vorkasse wird nicht für Vermittlung einer Tätigkeit verlangt, sondern für wertloses Informationsmaterial. Das erkennt man beim genauen Lesen!
     
  • Es ist nur eine Telefonnummer oder eine Postfachadresse für den Kontakt angegeben.
     
  • Es ist nur eine 0900-Nummer für den Kontakt angegeben.
     
  • Unter der angegebenen Telefonnummer aus dem Ortsnetz wird auf eine 0900-Nummer verwiesen.
     
  • Sie sollen Erklärungen unterschreiben, nichts über die Geschäftsbeziehung auszuplaudern.
     
  • Sie sollen als Voraussetzung für den Einstieg in den Nebenverdienst auf Ihre Kosten an einem Lehrgang teilnehmen.
     
  • Sie sollen Geräte oder Waren kaufen und diese dann auf eigenes unternehmerisches Risiko weiter veräußern.
     
  • Sie sollen „Kugelschreiber zusammenbauen”, „Prospekte falten” usw. (Haben Sie sich nicht schon einmal gewundert, wie viele Kugelschreiber angeblich zusammengebaut werden müssen, und warum es dafür nicht schon längst Maschinen gibt?)
     
  • Sie sind angeblich für eine Filmproduktion im Ausland ausgewählt worden und Sie sollen um weitere Unterlagen zu erhalten schon mal die Hälfte des Flugpreises überweisen. Auch hier verlieren Sie Ihr Geld und aus den Träumen, ein Filmstar zu werden, wird nichts.
     
  • Sie werden als Anlagevermittler geködert, sollen aber erst einmal selbst eine nicht unerhebliche Einlage in einen dubiosen Fonds machen.
     
  • Sie sollen als Mitarbeiter, Mitglied oder Kunde neue Mitarbeiter, Mitglieder oder Kunden werben, die ihrerseits wieder neue Mitarbeiter etc. werben sollen. Geld wird Ihnen für die Anwerbung neuer Teilnehmer in Aussicht gestellt. Dabei kann es sich um ein Schneeballsystem oder einen Kettenbrief handeln, wenn nicht wirklich werthaltige Waren oder Dienstleistungen verkauft werden.
     
  • Sie sollen als Fotomodell, Filmstatist oder Begleitperson Geld verdienen, zuvor müssen Sie aber in einen Fotokatalog aufgenommen werden. Selbstverständlich müssen sie den (teuren) Fotografen zahlen.
     
  • Sie werden für einen „Heimverdienst“ mit Ihrem PC geworben. Problem: Das dafür benötigte Computerprogramm kostet einige tausend Euro und muss von Ihnen erworben werden.
     
  • „Junge Leute für Reisetätigkeit gesucht“ oder „Beifahrer/Produktionshelfer gesucht“ – dahinter verstecken sich oft Vertriebsfirmen, die ihre „Drückerkolonnen“ mit arglosen jungen Leuten auffüllen möchten. Mit einem raffinierten System an Druck und Bindung (durch Verleitung zum Schulden machen) wird man „gezwungen“, Verbrauchern mit Schwindeleien Zeitschriftenabos oder sinnlose Vereinsmitgliedschaften „aufzudrücken“.

Unser Rat

Trifft einer unserer genannten Punkte oder mehrere davon auf eine Nebentätigkeit zu, heißt es: Finger weg! Egal, wie gut der Job auf den ersten Blick scheinen mag.

Ratgeber