Ethisch-ökologische Investmentfonds

Sie wollen Ihr Geld ökologisch und ethisch vertretbar in Fonds investieren? Das ist gut, doch Sie sollten trotzdem genau hinschauen! Nicht alle Investmentfonds meiden bei Investitionen konsequent alle umstrittenen Geschäftsfelder.

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Es gibt eine große Auswahl an ethisch-ökologischen Fonds.
  2. Das Anlageprinzip ist das gleiche wie bei konventionellen Fonds.
  3. Die Anlagestrategie wird um den Aspekt „Nachhaltigkeit“ ergänzt.
Stand: 01.07.2017

Konventionelle Investmentfonds orientieren ihre Anlagestrategie nur nach finanziellen Gesichtspunkten wie Rendite, Sicherheit und Liquidität. Somit können sie auch Waffenhersteller oder Atomkonzerne enthalten, wenn es wirtschaftlichen Erfolg verspricht.

Ethisch-ökologische bzw. nachhaltige Investmentfonds formulieren zusätzlich zu den wirtschaftlichen Aspekten eine nachhaltige Anlagestrategie. Dafür legen sie ethische und ökologische Kriterien fest. Sie investieren nur in solche Titel, die diesen Kriterien entsprechen.

Beispielsweise meiden einige Fonds ausdrücklich Investitionen, die mit Menschen- und Arbeitsrechtverletzungen, Waffen und Rüstung oder Umweltzerstörung in Verbindung stehen. Einige der  Fonds investieren zudem gleichzeitig gezielt in bestimmte Bereiche wie Erneuerbare Energien, ökologische Land- und Forstwirtschaft oder Bildung.

Wirtschaftliche und nachhaltige Anlagestrategie

Ansonsten arbeiten ethisch-ökologische Investmentfonds nach dem gleichen Prinzip wie  konventionelle Fonds: Eine Kapitalanlagegesellschaft sammelt Geld von Anlegern ein und bündelt es in einem Sondervermögen – dem Investmentfonds. Durch die Bildung dieses Sondervermögens fließen bei Insolvenz einer Kapitalanlagegesellschaft die Gelder der Anleger nicht in die Konkursmasse, sondern sind geschützt.

Investmentfonds sind sicherer als Investitionen in Einzelwerte wie Aktien oder Anleihen. Die Fondsmanager investieren die Gelder in eine Vielzahl von Unternehmen und Staaten. Zwar bestehen auch hier Kursrisiken und gegebenenfalls Währungsrisiken, doch die Streuung des Fondsvermögens verringert das Risiko.

Gut zu wissen

Achten Sie auf die Kosten! Beim Erwerb von Investmentfonds fällt in der Regel ein Ausgabeaufschlag an. Dazu kommen laufende jährliche Kosten für Verwaltung und Management.

Ethisch-ökologisch bedeutet nicht automatisch Verzicht auf Rendite

Nachhaltige Investitionen bedeuten nicht automatisch einen Renditeverzicht. Das hat eine Meta-Studie der Universität Hamburg 2015 ergeben. Wer sein Geld ethisch-ökologisch anlegt, muss also nicht mit finanziellen Einbußen rechnen.

Anlegern steht eine große Auswahl an ethisch-ökologischen Investmentfonds zu Auswahl. Nach Angaben des Sustainable Business Instituts werden auf dem deutschen Markt über 350 Publikumsfonds angeboten. Dabei unterscheidet man, wie auch bei konventionellen Investmentfonds, nach den unterschiedlichen Anlageklassen:

  • Aktienfonds: Investition in eine Vielzahl von Aktien unterschiedlicher Unternehmen.
  • Rentenfonds: Investition in Anleihen unterschiedlicher Unternehmen oder Staaten.
  • Mischfonds: Hier wird sowohl in Aktien als auch in Anleihen investiert

Über das Projekt „Gut fürs Geld, gut fürs Klima“

Im Rahmen des Projekts „Gut fürs Geld, gut fürs Klima“ untersuchen die Verbraucherzentralen Hamburg und Bremen regelmäßig Anbieter von nachhaltigen Geldanlage- und Altersvorsorgeprodukten und gehen gegen unseriöse und irreführende Werbung vor. Das bundesweite Projekt wird in Kooperation mit den Verbraucherzentralen Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein umgesetzt. Gefördert wird „Gut fürs Geld, gut fürs Klima“ vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative.

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