Wieder Briefe von der Postbank zum Girokonto
Schon wieder Briefe von der Postbank – und wieder geht es um höhere Entgelte und die Zustimmung dazu. Wir erklären, was hinter den neuen Schreiben steckt und was Sie als Kunde oder Kundin tun können.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Postbank verschickte im Sommer 2025 ein Schreiben, das wie eine Vertragsänderung fürs Giro plus-Konto wirkte, tatsächlich aber Werbung für ein kostenpflichtiges Zusatzangebot war. Viele fühlten sich unter Druck gesetzt; wir rieten, nicht vorschnell zuzustimmen.
- Nun im Januar 2026 bittet die Postbank Kundinnen und Kunden mit einem Giro extra plus-Konto um Zustimmung zu höheren Entgelten. Die Kontoführungsgebühr soll ab April 2026 von 10,90 auf 11,90 Euro steigen. In ihrem Schreiben erklärt die Postbank jedoch nicht, was bei einer Nicht-Zustimmung passiert.
- Die Verbraucherzentrale Hamburg rät Kundinnen und Kunden, zunächst abzuwarten und sich nicht zu einer Zustimmung drängen zu lassen.
Im Sommer 2025 warnten wir vor einem Schreiben der Postbank an Kunden und Kundinnen mit einem Konto Giro plus. Damals hatte die Bank eine Mitteilung mit dem Betreff „Wichtige Änderungen für Ihr Postbank Giro Plus“ versendet. Tatsächlich handelte es sich um Werbung für ein neues, kostenpflichtiges Zusatzangebot – keine echte Vertragsänderung des bestehenden Kontos. Viele Empfängerinnen und Empfänger fühlten sich unter Druck gesetzt. Wir rieten Betroffenen damals, sich nicht zu einer Zustimmung drängen zu lassen.
Aktuell versendet die Postbank wieder Briefe an ihre Kundinnen und Kunden – dieses Mal an diejenigen, die ein Konto Giro extra plus haben.
Schreiben der Postbank zum Konto Giro extra plus
In dem auf den 16. Januar 2026 datierten Anschreiben bittet die Bank ausdrücklich um Zustimmung zu neuen Entgelten für das Giro extra plus-Konto. Das monatliche Kontoführungsentgelt soll zum 1. April 2026 von 10,90 Euro auf 11,90 Euro steigen (Mehrkosten von 12 Euro pro Jahr). Kostenfrei bleibt es nur bei einem monatlichen Geldeingang von mindestens 3.000 Euro.
Zur Begründung verweist die Bank auf einen erweiterten Leistungsumfang. Dazu würde unter anderem die Möglichkeit zählen, das Konto künftig in mehrere sogenannte Pockets (Unterkonten) aufzuteilen, sowie eine erweiterte Vorteilswelt „mit exklusiveren Angeboten und Sonderaktionen von Partnerunternehmen“.
Bis 31. März 2026 sollen Postbank-Kundinnen und -Kunden dem neuen Entgelt zustimmen. Was passiert, wenn sie nicht einwilligen, steht nicht in dem Brief. Hierzu macht die Postbank keine Angaben.
Unser Rat: Da nicht klar ist, welche Folgen eine Nicht-Zustimmung hat, raten wir, zunächst abzuwarten und nicht vorschnell zu handeln.
5,90 Euro für Werbefreiheit
Verbraucherinnen und Verbraucher berichteten uns in der Vergangenheit von einer weiteren Masche der Postbank: In einem Schreiben bot das Unternehmen seinen Kundinnen und Kunden die Möglichkeit an, monatlich 5,90 Euro Kontoführungsgebühren für das Giro plus-Konto zu sparen. Im Gegenzug sollten sie zustimmen, dass ihnen aufgrund ihrer „Transaktionsdaten“ passende Werbung unterbreitet wird.
Wir halten es für problematisch, wenn Banken die Daten ihrer Kundinnen und Kunden an Unternehmen verkaufen. Daran ändert auch eine Zustimmung der Kundinnen und Kunden nichts.
Kontoführungsgebühren mit Vorgeschichte
Die Kontogebühr bei der Postbank hat eine Vorgeschichte. Schon seit mehreren Jahren führt die Bank schrittweise Entgelte für Konten ein, die zuvor ganz oder unter bestimmten Bedingungen kostenfrei waren. Immer wieder sorgten diese Änderungen für Unsicherheit bei Verbraucherinnen und Verbrauchern, insbesondere wenn unklar blieb, auf welcher vertraglichen Grundlage die Entgelte erhoben werden.
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