Null Vorteile bei Null-Prozent-Finanzierung

Null-Prozent-Finanzierung! Elektronikmärkte oder Möbelhäuser werben gerne mit dieser Art des Ratenkaufs. Obendrauf erhalten Käufer sogar häufig noch eine Kreditkarte. Doch diese macht aus dem verlockend klingenden Angebot eine fiese Kostenfalle. Lassen Sie die Finger davon!

Frau und Mann kaufen im Möbelhaus aus

Das Wichtigste in Kürze

  1. Anstatt einer Null-Prozent-Finanzierung schließen Kunden häufig nur einen Vertrag über eine Kreditkarte ab. Mit dieser zahlt man die gewünschte Ware.
  2. Mit der Kreditkarte können Verbraucher nach Vertragsschluss tatsächlich zinsfrei einkaufen. Allerdings nur für wenige Monate. Danach wird meist ein unangemessen hoher Zinssatz fällig.
  3. Die wenigen zinsfreien Monate reichen in der Regel nur aus, um einen Bruchteil des Kaufpreises abzuzahlen.
Stand: 20.04.2021

Anstatt der gewünschten Null-Prozent-Finanzierung erhalten Kunden häufig nur eine Kreditkarte mit Verfügungsrahmen, eine sogenannte Verfügungskarte. Im dazugehörigen Vertrag ist dann tatsächlich eine Zeitspanne vereinbart, in welcher zinsfrei eingekauft werden kann. In der Regel sechs Monate. Für den Erstkauf gilt oft sogar eine Zinsfreiheit von zwölf Monaten. Danach liegt der Effektivzins zwischen 9,90 und 14,90 Prozent, je nach Karte. Die Zinsen gelten auch für alle weiteren Einkäufe mit dieser Karte.

Letztlich kommt also nur diejenigen in den Genuss einer echten Null-Prozent-Finanzierung, die den Kaufpreis der Ware innerhalb der ersten sechs Monate vollständig zurückzahlen. Das versuchen die Kreditinstitute aber zu verhindern, indem sie mit ihren Kunden eine Mindestrate von monatlich 2,5 Prozent des Gesamtdarlehens vereinbaren. Bei einem Kaufpreis von 1.000 Euro hätte der Kunde nach sechs Monaten also lediglich 150 Euro zurückgezahlt. Die verbleibenden 850 Euro werden mit bis zu 14,90 Prozent verzinst.

Und plötzlich Bankkunde

Vielen Betroffenen ist häufig gar nicht bewusst, dass sie mit der Unterschrift unter einen Kreditkartenvertrag automatisch auch Kunde einer Bank werden – inklusive unbekannter Kosten für Kontoauszüge oder Kontoführungsgebühren. Außerdem müssen sie in der Regel selbst herausfinden, wie hoch ihr aktueller Darlehenssaldo ist und wie viel sie noch abzahlen müssen, um am Ende der zinsfreien Zeit den gesamten Kaufpreis der Ware abbezahlt zu haben. Die Banken leben davon, dass Kunden ihre Verbindlichkeit nicht rechtzeitig zurückzahlen und dann der teure Zinssatz greift. Auf diese Weise landen viele Betroffene ungewollt in einem Dauerkredit.

Ratenschutzversicherung als weiteres Übel

Im Paket mit der Kreditkarte drehen einige Verkäufer ihren Kunden auch noch eine sogenannte Ratenschutzversicherung an. Diese soll die Zahlung der Raten bei finanziellen Schwierigkeiten des Darlehensnehmers absichern, greift aber nur in Ausnahmefällen. Die Versicherung schmälert darüber hinaus den monatlichen Tilgungsbetrag für das eigentliche Darlehen, da auch deren Beiträge daraus bezahlt werden. Im Endeffekt vergrößert die Ratenschutzversicherung also den Schuldenberg.

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