Studium: Kredite für Clevere

Wenn das BAföG nicht reicht, der Nebenjob fehlt oder kaum etwas bringt und die Finanzspritze der Eltern auch eher dürftig ist, kann ein Kredit helfen. Doch viele Absolventen starten heute mit hohen Schulden ins Arbeitsleben. Die Details eines Studienkredits sollten sie daher genau kennen.

Junges Paar zu sehen durch ein Bücherregal

Das Wichtigste in Kürze

  1. Studienkredite können zur Schuldenfalle werden, wenn der Einstieg ins Berufsleben nicht wie geplant klappt.
  2. Staatlich geförderte Bildungskredite mit sehr niedrigen Zinsen können eine Alternative zu den Darlehen privater Banken sein.
  3. Mit einem KfW-Studienkredit lässt sich ein gesamtes Studium elternunabhängig finanzieren.
Stand: 29.11.2017

Mit dem ersten Semester beginnen für viele Studienanfänger die finanziellen Sorgen: Die monatlichen Kosten für Wohnungsmiete, Fachbücher und Semesterbeitrag summieren sich auf mehrere hundert Euro. Ein Studienkredit scheint da eine einfache Lösung.

Studienkredit genau durchrechnen

Doch mit dem meist ersten Darlehen geraten junge Menschen schnell in die Schuldenfalle. Klappt es mit dem Wunschberuf nicht wie geplant, fehlt das Geld für die Rückzahlung, denn Studienkredite müssen nach einer meist zweijährigen Ruhephase beglichen werden.

Sicherer und sinnvoller ist es, zunächst eventuelle Sparanlagen aufzulösen. Wer dann immer noch eine Lücke zwischen Einnahmen aus Nebenjob, BAföG und Elternförderung auf der einen Seite und Ausgaben auf der anderen Seite feststellt, sollte eine möglichst geringe Summe als Kredit aufnehmen. Auf jeden Fall empfehlen wir einen Kassensturz, denn für monatliche Kreditauszahlungen werden Zins und Zinseszins fällig.

Probleme bei der Studienfinanzierung

Überfordert von ihrer Schuldenlast fühlte sich beispielsweise Eva S. aus Hamburg, die sich mit ihrem Problem an unsere Schuldnerberatung wandte. 2008 hatte sie bei der Deutschen Bank einen Studienkredit über 12.000 Euro zu einem Zinssatz von 4,9 Prozent im Jahr aufgenommen. Bei Fälligkeit des Darlehens im Jahr 2011 hatte sie aber nicht wie geplant ihr Bachelorstudium (Soziale Arbeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg) beendet. Stattdessen zog sich ihr Studienabschluss bis ins Jahr 2014.

Um aus der finanziellen Bredouille zu kommen, rieten wir Eva S., die Deutsche Bank um eine einjährige Stundung zu bitten. Nach dieser Karenzzeit kann sie aller Voraussicht nach die monatlichen Raten von 284 Euro leisten, um das Darlehen nach zwölf Jahren zu tilgen.

Kredite von der KfW

Ein leichteres Verfahren für finanzielle Engpässe in fortgeschrittenen Ausbildungs- oder Abschlussphasen bietet der staatlich geförderte Bildungskredit der KfW: Dieser Kredit umfasst eine monatliche Förderung von 100 bis 300 Euro und kann maximal zwei Jahre in Anspruch genommen werden. Die Zinsen liegen derzeit bei 0,72 % p.a. und sind damit sehr niedrig. Ein weiterer Vorteil: Studierende haben die Möglichkeit, ihre Raten individuell anzupassen.

Mit dem Studienkredit der KfW wiederum lässt sich das komplette Studium unabhängig vom Einkommen der Eltern oder eigenen Rücklagen finanzieren – maximal bis zum 14. Semester.

Studierende, die eine BAföG-Förderung erhalten, können zudem ein BAföG-Bankdarlehen bei der KfW abschließen, das sich am BAföG-Bedarf orientiert und eine zinsgünstige Alternative zur Studienfinanzierung ist.

Unser Rat

Sollten Sie Ihr Studium mit einem Kredit finanzieren wollen oder müssen, informieren Sie sich vorher genau über die Konditionen der jeweiligen Angebote, machen Sie einen Kassensturz und überlegen Sie genau, welche Darlehenssumme Sie sich leisten können. Unsere Finanzexperten werfen gerne einen Blick auf Ihre Unterlagen.