Teure Kreditkarten: Sendungen nicht annehmen

Im Umgang mit Finanzdienstleistungen ist Achtsamkeit geboten. Dies gilt umso mehr, da zwei Anbieter mit unseriösen Praktiken versuchen, auf dem deutschen Markt Geschäfte mit Krediten und Kreditkarten zu machen: GlobalPayments BV und VeriPay B.V. Die Firma Global Payments steht jetzt vor Gericht.

Mehrere Kreditkarten, die aus einer Hosentasche hervorgucken

Das Wichtigste in Kürze

  1. Unseriöse Anbieter wollen angeblich Kreditkarten oder Kredite auch bei negativer Schufa vermitteln.
  2. Die Kreditkarten entpuppen sich als teure Prepaidkarten und bereits versprochene Kredite werden nicht vergeben.
  3. Dafür werden Verbraucher mit Nachnahmesendungen kräftig zur Kasse gebeten und mit Inkassoschreiben belästigt.
Stand: 17.07.2017

Die beiden Unternehmen GlobalPayments BV und VeriPay B.V. haben sich auf den Vertrieb von Krediten und Kreditkarten spezialisiert. Mit teuren Nachnahmesendungen ziehen sie Verbraucher über den Tisch, schicken Mahnungen und drohen auch mit Inkasso. Der Verbraucherzentrale Bundesverband geht jetzt gerichtlich gegen GlobalPayments BV vor und fordert die Unterlassung irreführender Werbung.

Der Fall VeriPay: Untergeschobene Kreditkarten

VeriPay bedient sich bei der Akquise unaufgeforderter, „kalter“ Telefonanrufe, die in Deutschland bereits seit Jahren gesetzlich verboten sind. In den Telefongesprächen versuchen VeriPay-Mitarbeiter, den Angerufenen Kreditkarten anzudrehen. Die Vorwände für die meist aufdringlich geführten Telefonate sind ganz unterschiedlich: Häufig geben die Anrufer an, der Betroffene haben bei einem Gewinnspiel eine Kreditkarte gewonnen. Oder der Anruf erfolge im Auftrag der Hausbank, um den Versand einer neuen Karte abzustimmen. In anderen Fällen bezog sich der Anrufer einfach nur auf eine bereits vorhandene Kreditkarte.

Im Anschluss an das Telefonat erhalten die Angerufenen eine kostenpflichtige Nachnahmesendung, für die sie mitunter bis zu 100 Euro zahlen sollen. Nehmen sie diese Sendung nicht an, folgen Forderungen des Inkassounternehmens Euro Collect GmbH über rund 180 Euro wegen einer nicht bezahlten Kreditkartenbestellung bei der Firma VeriPay.

Den Betroffenen ist in der Regel überhaupt nicht klar, dass sie in irgendeiner Form eine kostenpflichtige Kreditkarte bestellt haben. Die Zahlungsaufforderungen werden jedoch mit „aufgezeichneten telefonischen Kreditkartenbestellungen“ begründet. Generell gilt: Seien Sie vorsichtig, wenn Sie jemand wegen einer Kreditkarte oder Finanzgeschäften unaufgefordert anruft.

Der Fall GlobalPayments: Teure Prepaid-Kreditkarten statt Sofortkredit

Wer von seiner Bank oder Sparkasse keinen Kredit erhält, versucht oft über das Internet an Geld zu kommen. Mit Werbebotschaften wie „100 % Zuteilung auch bei negativer Schufa, Arbeitslosigkeit oder geringem Einkommen“ werden vor allem einkommensschwache Menschen angesprochen.

Die Firma GlobalPayments BV aus den Niederlanden bietet auf den beiden Internetseiten mastercredit.de und sorglosduo.de ein Kombipaket aus einer MasterCard Gold und einem Sofortkredit in Höhe von bis zu 6.499 Euro ohne Schufa-Auskunft an.

Gut zu wissen

Neben den Kreditangeboten auf mastercredit.de und sorglosduo.de sind übrigens auch die Kreditkarten von firstgold.de und firstgold.eu mit Vorsicht zu genießen.

Kreditkarte und Kredit? Das klingt für viele Menschen verlockend, doch statt eines Kredits erhalten Verbraucher häufig nur teure Prepaid-Kreditkarten.

Nach Bestellung des Sofortkredites und der Mastercard Gold erreicht die Betroffenen bei sorglosduo.de und mastercredit.de zunächst nur eine kostenpflichtige Postsendung per Nachnahme. Dafür sollen sie 49,90 Euro Ausgabegebühr für die Kreditkarte und noch zusätzlich 10 Euro für deren Versand beim Postboten bezahlen. Später wird sogar noch eine Jahresgebühr für das „gute Stück“ fällig. Dabei handelt es sich nicht einmal um eine „richtige“ Kreditkarte, sonderlich lediglich um eine Prepaid-Karte, auf die erst Geld geladen werden muss.

Vom Kredit fehlt zu diesem Zeitpunkt bereits jede Spur. Ein Blick ins Kleingedruckte der Offerte offenbart: Die Kreditanfrage wird nur an ein Kreditinstitut zur Prüfung weitergegeben. Die Erfolgsaussichten sind somit völlig unklar.

Klar ist hingegen, dass GlobalPayments Geld sehen möchte. Zahlreiche Verbraucher meldeten uns, dass die Firma sie wiederholt zur Zahlung aufgefordert habe, obwohl sie weder eine Kreditkarte geschweige denn einen Kredit bekommen hätten.

Unser Rat

  • Nehmen Sie sich Zeit und lesen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Angeboten wie denen der GlobalPayments BV und VeriPay B.V. genau durch. Nur so können Sie in Erfahrung bringen, welche Leistung Sie tatsächlich erhalten.
     
  • Haben Sie bereits eine Kreditkarte bestellt, verweigern Sie die Annahme der teuren Sendung und widersprechen Sie Ihrem Vertrag per Einwurf-Einschreiben. Zahlen Sie nicht! Erst wenn Sie tatsächlich einen Mahnbescheid vom Gericht erhalten, sollten Sie sich Rechtsrat holen oder zu uns in die Beratung kommen.

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