👩‍🔧👩‍🚀📈🪙Online-Vortrag am 13. Oktober: Geldanlage für Frauen ➜ Jetzt anmelden


Veranstaltungen

Warenkorb

Turbo-Zertifikate: Mit Vollgas ins Risiko

Wenig Geld aufs Spiel setzen und große Gewinne machen? Das Prinzip der Turbo-Zertifikate klingt zu schön, um wahr zu sein. Die Risiken, die mit großen Renditen zusammenhängen, können schnell für Verluste sorgen. Darum sollten Sie vorsichtig und informiert sein. Wir erklären Funktionen und Risiken von Turbo-Zertifikaten.

Mann mit Junge und Raketen auf dem Rücken

Das Wichtigste in Kürze

  1. Hohe Renditen bedeuten immer auch ein hohes Risiko. Schnell kann die Investition zu einem Totalverlust führen.
  2. Wegen der Hebelwirkung sind Turbo-Zertifikate so rentabel. Gleichzeitig sorgt die Hebelwirkung auch für ein erhöhtes Risiko.
  3. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) befand Turbo-Zertifikate für zu risikoreich und erschwerte den Ver- und Ankauf. 
Stand: 08.10.2026

Schnell Geld verdienen, klingt zunächst mal gut. Aber klappt das wirklich mit Turbo-Zertifikaten? Kann sich jede oder jeder ohne viel Finanzwissen einfach an den Laptop setzen und zum erfolgreichen Broker werden? Wir sagen: Nein. 

Was ist eigentlich ein Turbo-Zertifikat?

Ein Turbo-Zertifikat ist ein Wertpapier, dessen Wert von der Entwicklung eines sogenannten Basiswerts abhängt. Dieser Basiswert kann beispielsweise eine Aktie, ein Aktienindex oder ein Rohstoff sein. Mit einem Turbo-Long-Zertifikat können Anlegende überproportional an steigenden Kursen teilnehmen, mit einem Turbo-Short-Zertifikat an fallenden. Die Anlegerin oder der Anleger besitzt den Basiswert dabei nicht selbst. Stattdessen wetten sie oder er auf den weiteren Verlauf des Kurses.

Die Knock-Out-Grenze

Die Knock-Out-Grenze bezeichnet einen vom Anbieter festgelegten Kurswert eines Zertifikats. Sinkt ein Zertifikat unter diesen Wert, verfällt es sofort und ist wertlos. Das gesamte eingesetzte Kapital des Anlegers oder der Anlegerin ist verloren. 

Ein Beispiel

Der Kurs des Unternehmens X liegt bei 100 Euro, das ist der Basiswert der Aktie. Eine Anlegerin erwirbt ein Turbo-Zertifikat (long) für 20 Euro. Ihre Erwartung ist, dass der Kurs innerhalb eines vereinbarten Zeitraums steigt. Die Knock-Out-Grenze liegt bei 80 Euro. 
Steigt die Aktie auf einen Wert von 110 Euro, erhöht sich der Wert des Zertifikats auf 30 Euro. Das Plus von zehn Prozent bei der Aktie bedeutet ein Plus von 50 Prozent beim Zertifikat. 
Fällt der Wert der Aktie im Laufe des maßgeblichen Zeitraums auf 80 Euro, ist die Knock-Out-Grenze erreicht. Das Zertifikat ist wertlos. Das eingesetzte Geld ist weg, auch wenn der Kurs der Aktie sich im Laufe des Zeitraums wieder erholt. 

Drei von vier machen Verluste

Auch die BaFin schätzt Turbo-Zertifikate als äußerst risikoreich ein. Im Rahmen einer Marktuntersuchung stellte die Aufsichtsbehörde fest, dass zwischen 2019 und 2023 drei von vier Kleinanlegerinnen und Kleinanlegern Verluste mit Turbo-Zertifikaten verzeichneten. Diese lagen im Durchschnitt bei über 6.000 Euro. Seit dem 16. Juni 2026 gilt eine Produktinterventionsmaßnahme der BaFin, um mehr Transparenz zu schaffen:

  • Turbo-Zertifikate enthalten eine standardisierte Risikowarnung. Das gilt auch für den Erwerb über Mittler oder Depotbanken.
  • Anbieter dürfen nicht mehr mit Boni oder sonstigen Anreizen werben.
  • Bevor Interessierte Turbo-Zertifikate erwerben können, müssen sie bei ihrer Depotbank Testfragen zum "Turbo-Basiswissen" richtig beantworten.

Rund 74 Prozent aller Kleinanlegenden erleiden bei Turbo-Zertifikaten Verluste. Berührt das Wertpapier auch nur für eine Sekunde die Knock-Out-Grenze, geht das gesamte Kapital verloren.

Bücher und Broschüren