Neue Hamburger Beihilfe für Beamte – was ist zu beachten?

Lehrer, Polizisten, Behördenmitarbeiter – sie und weitere Berufsgruppen erhalten als Beamte mit der sogenannten Beihilfe von ihrem Arbeitgeber einen Zuschuss für die Kosten der Krankenversicherung. Bislang war dieser Zuschuss vor allem für Privatversicherte lukrativ, nun lohnt er sich in Hamburg auch für gesetzlich Versicherte. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur pauschalen Beihilfe und unterstützen bei der Auswahl einer geeigneten Krankenversicherung.

Schülerin und Lehrerin im Gespräch

Das Wichtigste in Kürze

  1. Hamburger Beamte können von ihrem Dienstherrn statt der individuellen Beihilfe für die private Krankenversicherung seit August auch eine pauschale Beihilfe für die gesetzliche Krankenversicherung erhalten.
  2. Die gesetzliche Krankenversicherung ist insbesondere für Beamte mit Teilzeitstellen, Familie oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen oft günstiger.
  3. Mit einem Wechsel zu einem Arbeitgeber in ein anderes Bundesland müssen Hamburger Beamte jedoch auf die pauschale Beihilfe verzichten und selbst für ihren Versicherungsschutz aufkommen.
  4. Die Verbraucherzentrale fordert, die pauschale Beihilfe auch in anderen Bundesländern einzuführen.
Stand: 09.08.2018

Seit Anfang August können Hamburger Beamte, wie beispielsweise Lehrerinnen und Lehrer, statt einer individuellen Beihilfe auch eine pauschale Beihilfe für den Krankheitsfall beantragen. Dadurch haben sie erstmals die Möglichkeit, einen 50-Prozent-Zuschuss von ihrem Arbeitgeber zu erhalten, wenn sie sich gesetzlich krankenversichern. Diese neue Regelung macht die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) für Beamte in der Hansestadt attraktiver. Betroffene sollten jedoch genau abwägen, welche Beihilferegelung besser zu den eigenen Lebensplänen passt.

Pauschale Beihilfe für viele Beamte sinnvoll

Für die pauschale Beihilfe können sich die bisher rund 2.400 freiwillig gesetzlich versicherten Hamburger Beamten und alle neu verbeamteten Personen der Hansestadt entscheiden. Sinnvoll ist das neue Beihilfemodell in Kombination mit der gesetzlichen Krankenversicherung vor allem für Menschen mit Teilzeitstellen, Familie oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Warum?

Die Beiträge für die GKV sind gehaltsabhängig, sodass Beamte mit geringerem Einkommen oft weniger zahlen als in der privaten Krankenversicherung (PKV), die das Gehalt außen vor lässt. Zudem sind Kinder über die Familienversicherung kostenfrei mitversichert. Bei der PKV müssen Versicherte für den Nachwuchs extra zahlen. Darüber hinaus entfallen hohe Risikozuschläge, die private Versicherer verlangen, wenn bei der Einstufung in einen Tarif bereits eine Vorerkrankung vorliegt. Ein weiterer Pluspunkt: Gesetzlich versicherte Beamte sparen sich die Abrechnung jeder Arztrechnung mit zwei verschiedenen Erstattungsstellen (Krankenversicherung und Arbeitgeber).

Gut zu wissen

Die Beihilfe ist eine finanzielle Unterstützung in Krankheits-, Geburts-, Pflege- und Todesfällen für deutsche Beamte. Bisher bekamen Beamte in Hamburg wie in allen anderen Bundesländern eine individuelle Beihilfe, deren Leistung sie mit speziellen Tarifen in der privaten Krankenversicherung aufstocken mussten. Wenn sie als freiwillige Mitglieder in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert waren, erhielten sie keinen Arbeitgeberzuschuss und mussten den gesamten Beitrag für die Krankenkasse allein zahlen

Nachteile bei Umzug in anderes Bundesland

Die Wahl der pauschalen Beihilfe ist unwiderruflich und ausschließlich für das Bundesland Hamburg gültig. Die Insellösung wird dann zum Problem, wenn Hamburger Beamte in einem anderen Bundesland arbeiten möchten. Wer umzieht, kann nicht zur bundesweit geltenden individuellen Beihilferegelung zurückkehren. Bei einer Tätigkeit außerhalb Hamburgs müssen gesetzlich versicherte Beamte daher die vollen Kosten für ihre Krankenversicherung zahlen und verlieren gleichzeitig den Anspruch auf Erstattung zusätzlicher Leistungen wie Zahnersatz. Personen mit einer privaten Krankenversicherung müssen ohne Unterstützung ihres Dienstherrn zu 100 Prozent für einen teuren Volltarif aufkommen.

Wir meinen: Das ist ein echtes Manko dieser ansonsten sinnvollen Regelung. Die pauschale Beihilfe muss es auch in anderen Bundesländern geben!

Unser Angebot

Wenn Sie Beamter oder Beamtin sind, so müssen Sie spätestens drei Monate nach Ihrer Verbeamtung eine Entscheidung für oder gegen das eine oder andere Beihilfemodell treffen. Sind die Würfel einmal gefallen, gibt es keinen Weg zurück.

Wir unterstützen Sie bei der Entscheidungsfindung, beraten zur Wahl der privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung, zur Voll- oder Zusatzversicherung. Vereinbaren Sie einfach einen Termin für ein persönliches Beratungsgespräch (siehe unten).

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