Krankengeld: Was tun, wenn die Krankenkasse anruft?

In letzter Zeit mehren sich bei uns Beschwerden von Verbrauchern, deren Krankenkassen die Herausgabe von Informationen am Telefon verlangten. Dabei sind die Betroffenen überhaupt nicht verpflichtet, mit der Kasse zu telefonieren. Man kann auf die Fragen, die im Rahmen der Mitwirkungspflicht zu beantworten sind, auch schriftlich reagieren.

Frau schaut aufs Smartphone

Das Wichtigste in Kürze

  1. Krankenkassen rufen vermehrt Versicherte an, die einen Anspruch auf Krankengeld haben, und verlangen von ihnen die Herausgabe persönlicher Informationen. 
  2. Doch Krankenkassenmitglieder sind nicht verpflichtet, telefonisch Auskunft zu geben. Manche Informationen müssen sie der Kasse zwar mitteilen, dies geht aber auch schriftlich.
  3. Betroffene sollten sich weitere Anrufe von der Krankenkasse verbitten und gegebenenfalls Beschwerde beim Bundesversicherungsamt einreichen.
Stand: 21.02.2020

Sie beziehen Krankengeld? Dann seien Sie gewappnet. Vielleicht klingelt bald Ihr Telefon und ein Mitarbeiter Ihrer Krankenkasse ist am Apparat. In letzter Zeit berichten uns Betroffene vermehrt, dass sie am Telefon in die Mangel genommen wurden. Dabei sind Versicherte überhaupt nicht verpflichtet, auf diesem Wege persönliche Informationen an ihre Krankenkasse herauszugeben. Doch die Mitarbeiter der Kassen weisen teilweise mehrfach – und durchaus aggressiv – auf eine vermeintliche „Mitwirkungspflicht“ hin.

Lieber schriftlich Auskunft geben

Ja, es gibt eine „Mitwirkungspflicht“ seitens der Versicherten, um beispielsweise strittige Sachverhalte zu klären oder bei der Vervollständigung von Daten zu unterstützen. Doch kann man seiner Mitwirkungspflicht auch schriftlich nachkommen. Am Telefon sind Sie nicht zur Auskunft verpflichtet! Und schon gar nicht müssen Sie für Ihre Kasse telefonisch erreichbar sein. Wir raten Betroffenen daher, der Krankenkasse mitzuteilen, dass man alle notwendigen Fragen gerne schriftlich beantwortet.

Signalisieren Sie guten Willen und Kooperationsbereitschaft, aber bestehen Sie auf die schriftliche Form. Tun sie dies auch, wenn Sie beispielsweise postalisch von der Krankenkasse zu einem Anruf aufgefordert werden.

Gut zu wissen

Sind Arbeitnehmer länger krank und erhalten keinen Lohn mehr, springt die gesetzliche Krankenversicherung ein und zahlt Krankengeld. Um Kosten zu sparen, wollen Krankenkassen offensichtlich auch am Krankengeldbezug drehen und setzen Mitglieder unter Druck. Doch wer kranke Menschen in einer Phase großer Verletzlichkeit telefonisch belästigt, handelt bestenfalls unredlich, in vielen Fällen sogar rechtswidrig. 

Welche Fragen Ihrer Krankenkasse Sie – allenfalls schriftlich – beantworten müssen, haben wir für Sie zusammengefasst. Übrigens: Informationen zu medizinischen Daten müssen Sie nicht an Ihre Kasse weitergeben.

Richtig handeln bei Anrufen der Krankenkasse

Meldet sich Ihre Kasse weiterhin telefonisch bei Ihnen, obwohl Sie darum gebeten hatten, nur schriftlich kontaktiert zu werden, reichen Sie eine Beschwerde ein. Hierfür fertigen Sie am besten ein Anrufprotokoll an, das Sie gemeinsam mit dem Namen des Mitarbeiters, den Sie am Telefon hatten, an Ihre Krankenkasse schicken.

Sollte dies wieder nicht fruchten, können Sie sich beim Bundesversicherungsamt über Ihre Kasse beschweren.

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Sie haben Probleme mit Ihrer Krankenkasse und wissen nicht, wie Sie sich verhalten sollen? Unsere unabhängigen Expertinnen und Experten helfen Ihnen gerne weiter. Eine Übersicht unserer Beratungsangebote finden Sie am Ende dieses Artikels.

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