Weniger Papier fürs Krankschreiben

Der gelbe Ausdruck hat ausgedient. Seit 1. Oktober übermitteln Arztpraxen Krankschreibungen auf digitalem Wege an die Krankenkassen. Beim Arbeitgeber muss die Bescheinigung noch bis Mitte 2022 in Papierform eingereicht werden. Fragen Sie nach, was Ihre Arztpraxis übernimmt oder auch nicht.

Ärztin schreibt Rezept

Das Wichtigste in Kürze

  1. Seit 1. Oktober 2021 schicken Arztpraxen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen direkt auf digitalem Wege an die Krankenkasse. Allerdings gilt eine Übergangsfrist bis Ende 2021.
  2. Beim Arbeitgeber ist noch bis Juli 2022 eine ausgedruckte Krankenbescheinigung einzureichen.
  3. Patientinnen und Patienten sollten genau nachfragen, wie es in ihrer jeweiligen Arztpraxis gehandhabt wird.
Stand: 01.10.2021

Der 1. Oktober 2021 ist Stichtag für den Anfang vom Ende des „gelben Scheins“: Dann nämlich müssen Ärztinnen und Ärzte ausgestellte Krankschreibungen digital an die Krankenkassen übermitteln. Damit wird die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinung (eAU) eingeführt. Nur wer eine private Krankenversicherung hat, muss sich weiterhin mit Papier herumschlagen.

Bisher erhielt man im Falle einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit drei ausgedruckte Krankschreibungen: eine für die Krankenkasse, eine für den Arbeitgeber und eine für sich selbst. Diese werden nun schrittweise abgeschafft.

In einem ersten Schritt wird es nicht mehr nötig sein, die Krankschreibung an die Krankenkasse zu schicken – dies übernehmen die Arztpraxen ab sofort auf digitalem Wege. Allerdings gilt hier eine Übergangsfrist bis Ende 2021, da noch nicht alle Mediziner über die technischen Voraussetzungen verfügen. Klappt das gut, muss man hoffentlich auch nicht mehr fürchten, dass die Krankenkasse behauptet, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sei nicht eingegangen. Das hat in der Vergangenheit durchaus zu großen Problemen geführt.

Ab Juli 2022 wird die eAU in einem zweiten Schritt auch an den Arbeitgeber digital übersendet – dann allerdings von der Krankenkasse. Gesetzlich Versicherte erhalten den „gelben Schein“ ab diesem Zeitpunkt nur noch auf Wunsch.

Unser Rat

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erspart Ihnen erst einmal Papierkram und den lästigen Versand an die Krankenkasse. Das ist gut. Vorsicht ist jedoch in der Übergangszeit mit den verschiedenen Fristen geboten. Bis zum 31. Dezember 2021 kann es immer noch sein, dass die Krankschreibung nicht direkt von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin an die Krankenkasse übermittelt wird. Fragen Sie daher lieber einmal zu viel als einmal zu wenig nach. Kommt die Krankschreibung nicht bei der Kasse an, können Sie Geld verlieren! Nicht vergessen, bei Ihrem Arbeitgeber müssen Sie Ihre Krankschreibung bis Mitte 2022 noch selbst einreichen.

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