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Auf die Preise, fertig, los!

Sonderaktion hier, Rabatt da – schaut man sich die Werbeprospekte von Händlern an, werden allerorten jede Menge Schnäppchen angeboten. Doch für die sogenannten Streichpreise gelten ab sofort strengere Vorgaben. Auch bei den Grundpreisen am Regal hat sich etwas geändert. Wir sehen trotzdem noch Verbesserungsbedarf.

Mann kauft Fisch im Supermarkt
  1. Seit Ende Mai müssen Händler neue Vorgaben hinsichtlich der Angabe von Preisen beachten.
  2. Damit Verbraucherinnen und Verbraucher Preisaktionen besser einschätzen können, ist ein zusätzlicher Vergleichspreis auszuweisen.
  3. Grundpreise dürfen nur noch pro Kilogramm deklariert werden.
  4. Die Verbraucherzentrale Hamburg sieht insbesondere bei den Grundpreisen noch Verbesserungsbedarf bezüglich Schriftgröße und der Umsetzung vor Ort in den Verkaufsstellen.
Stand: 29.05.2022

Seit 28. Mai 2022 müssen Händler neue Regelungen der sogenannten Preisangabenverordnung beachten, wenn sie Verkaufspreise auszeichnen. Insbesondere für Rabattaktionen gelten dann strengere Vorgaben. Wir erklären, was sich geändert hat und wo weiterhin Fallstricke für Verbraucherinnen und Verbraucher lauern. Vor allem bei den Grundpreisen sehen wir noch Verbesserungsbedarf.

Besserer Schutz vor Mondpreisen als Ziel

Händler, die mit Preisnachlässen oder Preisvergleichen werben, müssen seit Ende Mai ergänzend den niedrigsten Preis angeben, der innerhalb der letzten 30 Tage vor der Preisaktion für das beworbene Produkt verlangt wurde. Wer sich für ein Angebot entscheidet, soll auf diese Weise den herausgestellten Vorteil besser einordnen können. Gleichzeitig will der Gesetzgeber auf diese Weise unterbinden, dass Unternehmen den Preis für eine Ware kurz vor einer Werbeaktion hochsetzen, um den Rabatt größer erscheinen zu lassen. Eine Sonderregelung gilt im Fall der schrittweisen Preisreduzierung.

Wir beobachten, wie die Händler mit der neuen Vorgabe umgehen. Verstoßen Unternehmen gegen die geltende Bestimmung, werden wir dem mit rechtlichen Mitteln entgegenwirken. Lediglich wenn der Ablauf des Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatums droht und ein Produkt deswegen reduziert wird, gibt es eine Ausnahme.

Einheitliche Bezugsgröße für Grundpreis

Bisher konnten Händler bei Füllmengen von 250 Gramm und weniger den Grundpreis pro 100 Gramm statt pro Kilogramm angeben. Das führte insbesondere dann zu Verwirrungen, wenn die Preise von Produkten mit verschiedenen Bezugsgrößen verglichen werden sollten. Das gibt es nun nicht mehr!

Ein Problem ist jedoch weiterhin die oft viel zu kleine Schriftgröße des Grundpreises. Vor allem ältere Menschen und solche mit Sehschwäche haben Mühe, die kleinen Zahlen zu entziffern. Wir wünschen uns eine Ziffernhöhe von vier Millimetern, damit man auch bei schlechtem Licht, mit schwächeren Augen oder in den unten Regalen noch etwas erkennen kann. Aber eine Mindestgröße für die Ziffern ist derzeit in der Preisangabenverordnung nicht vorgegeben.

Gut zu wissen

Laut Preisangabenverordnung müssen Händler neben dem Verkaufspreis für fast alle Lebensmittel sogenannte Grundpreise angeben. Diese haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Seit einer Gesetzesreform dürfen Lebensmittel in der Europäischen Union nämlich in allen möglichen Füllmengen angeboten werden. Grundpreise sollen den Preisvergleich zwischen verschiedenen Produkten ermöglichen. Nur bei wenigen Ausnahmen darf der Preis pro Kilogramm oder pro Liter am Regal fehlen

Oft falsche oder fehlende Grundpreise im Handel

Regelmäßig melden sich Verbraucherinnen und Verbraucher bei uns, um auf falsche oder fehlende Grundpreise hinzuweisen. In der Branche gilt eine mangelhafte Preisauszeichnung als Kavaliersdelikt. Die Händler wissen, dass Verstöße praktisch nie von den Behörden geahndet werden. An dieser Situation werden leider auch die neuen Regelungen der Preisangabenverordnung nichts ändern. Wer beim Einkauf Preise vergleichen will, kann sich nicht immer auf die Grundpreise verlassen.

Wir sind im vergangenen Jahr gegen Händler (u.a. Aldi Nord und Candy World) vorgegangen, die die verpflichtenden Vorgaben zur Grundpreiskennzeichnung nicht eingehalten hatten. Doch solange die Behörden Discounter und Supermärkte nicht regelmäßig und flächendeckend kontrollieren, ist dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Danke für Ihren HInweis!

Sie haben keinen 30-Tage-Vergleichspreis bei einer Rabattaktion entdecken können? Im Supermarkt fehlte ein Grundpreis am Regal oder die Angabe war falsch? Dann nutzen Sie unser Missstand-melden-Formular und informieren Sie uns. Wir sammeln Beschwerden und gehen gegebenenfalls gegen die Händler vor.

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