Cookie-Hinweise nerven Sie?

Alle kennen sie, alle sind von ihnen genervt: Heutzutage kann man kaum eine Webseite mehr aufrufen, ohne dass als erstes viele Entscheidungen gefällt werden müssen. Möchte ich, dass Cookies überhaupt erlaubt sind? Wenn nicht alle, dann welche? Muss ich überhaupt allen zustimmen, oder werden manche auch einfach so installiert, ohne dass ich was dazu sage? Und warum eigentlich?

Hände am Laptop

Das Wichtigste in Kürze

  1. Cookies sind kleine Programme, die bei der Benutzung des Internets auf dem heimischen Rechner gespeichert werden.
  2. Einige Cookies sind unerlässlich, damit die Darstellung von Webseiten funktioniert, andere dienen nur dazu, interessierten Drittanbietern Informationen über das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer zu übermitteln.
  3. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, so wenig Cookies wie nur möglich zu erlauben und entsprechende Einstellungen des Browsers zu nutzen, um diese nach dem Schließen regelmäßig zu löschen.
  4. Wenn möglich, sollte beim Surfen der anonyme Modus eingestellt sein sowie Hilfsprogramme im Browser installiert werden.
Stand: 25.03.2021

Bei jeder Webseite dieselben Fragen, und viele klicken dann einfach auf „Allem zustimmen“ – oft mit einem unguten Gefühl, weil überhaupt nicht klar ist, wem oder was man da eigentlich gerade zugestimmt hat. Es werden Fragen gestellt, auf die die meisten keine informierte Antwort geben können. Das nervt!

Doch nun kommt etwas Bewegung in die Sache. Parlament und Regierung wollen gegen nervige Cookie-Banner vorgehen. Hierzu soll es konkrete Regelungen im sogenannten Telekommunikation-Telemedien-Datenschutzgesetz (TTDSG) geben. Die Hamburger Landesregierung hat angekündigt, sich im Bundesrat dafür einzusetzen, dass Cookies leichter abgelehnt werden können. Bislang ist das oft mit viel Klicken verbunden.

Was sind Cookies eigentlich?

Cookies sind kleine Programme, die auf dem heimischen Computer, Tablet oder Smartphone gespeichert werden und ab dann tage-, wochen-, monate- oder in manchen Fällen sogar jahrelang interessierten Firmen Informationen über Tätigkeiten des Nutzers – welche Webseiten werden wann mit welchen Geräten besucht, wie lange, welche Produkte werden angesehen und so weiter und so fort – und die genutzten Geräte im Internet weiterleiten.

Manche Cookies sind unerlässlich, damit Webseiten auf bestimmten Endgeräten überhaupt funktionieren, zum Beispiel, wenn Informationen über die Art des Browsers weitergegeben werden oder das Format des Bildschirms. Ohne diese Informationen können Webseiten nicht richtig dargestellt werden. Es ist auch notwendig, dass diese Informationen weiter gespeichert bleiben, wenn man innerhalb der Webseite weiterklickt. Andere Cookies merken sich, was im Warenkorb gelandet ist. Auf diese Art Cookies möchte kaum einer verzichten. Häufig werden diese als „Notwendige Cookies“ bezeichnet, die auch nicht abgewählt werden können.

Was machen Cookies von Drittanbietern?

Dann aber gibt es Cookies von Drittanbietern, die für die Nutzer oder den reibungslosen Betrieb einer aufgerufenen Webseite nichts tun, sondern ausschließlich für andere Zwecke Daten sammeln, speichern, und an die Drittanbieter weitergeben, wo sie gesammelt, geordnet und an alle Welt verkauft werden. Daten der unterschiedlichsten Cookies auf einer Vielzahl von Computern werden letztlich in großen Werbefirmen-Netzwerken zusammengeführt, ausgewertet, und dann dazu benutzt, Profile von Nutzern zu erstellen, die inzwischen sehr akkurat voraussagen können, wofür sich Menschen noch interessieren, die sich auch für Thema oder Sache X interessiert haben. Diesen Cookies sollte man nicht zustimmen, sie werden nur zum Ausforschen gespeichert.

Auch dann, wenn man der Cookie-Anwendung einer Webseite nie zustimmt, ist man leider nicht fein raus: Da gibt es in der Regel noch den Punkt „Berechtigte Interessen“, den man im Zweifel völlig übersehen hat. Wer sich diesen Unterpunkt im Cookie-Hinweis aber ansieht, traut manchmal seinen Augen nicht: Hier müssen die Anbieter der Webseite auflisten, an wen sie Daten ohne eine Einwilligung weitergeben, weil ein berechtigtes Interesse an der Weitergabe vorliege. Das können im Einzelfall mal 200 Firmen sein, die trotz verweigerter Einwilligung Daten zu Werbezwecken sammeln. Spätestens dann, wenn es keinen übergeordneten Button gibt, um auch dieser Verarbeitung zu widersprechen – wozu man theoretisch berechtigt ist – werfen selbst die allergrößten Datenschützer und gewissenhaftesten Userinnen angesichts der Notwendigkeit, 200 Schiebereglerchen von grün nach rot zu schieben, die Flinte ins Korn.

Welche Browser-Einstellungen können helfen?

Es gilt also ganz grundsätzlich: Notwendige Cookies muss man hinnehmen. Bei nicht notwendigen Cookies sollte man nicht zustimmen – und wenn möglich, die Cookies, die aufgrund eines „Berechtigten Interesses“ installiert werden sollen, abwählen. 

Da man sich gleichwohl wahrscheinlich trotz allergrößter Umsicht irgendwo Cookies einfängt, ist es ratsam, sich einen Augenblick Zeit zu nehmen, um die Einstellungen im eigenen Browser (oder in den eigenen Browsern, falls man mehrere benutzt) zu bearbeiten. Dort – oft unter dem Stichwort Datenschutz und Sicherheit – kann man und sollte man auch der Speicherung von Cookies von Drittanbietern generell widersprechen, und auch bestimmen, dass am Ende der Browsersitzung, also jedes Mal, wenn der Browser ganz geschlossen wird, alle Cookies gelöscht werden.

Besteht die Möglichkeit, nutzt man seinen Browser am besten im „anonymen“ oder auch „Inkognito“-Modus, der den Browserverlauf in der Regel nicht speichert, und mit dem man weniger Spuren hinterlässt. Die Ausgestaltung dieses Modus ist allerdings den einzelnen Anbietern überlassen und daher unterschiedlich gut.

So kann man den Cookies dann doch noch entgehen oder sie zumindest schneller wieder loswerden.

Unser Tipp

Wenn Sie wissen wollen, welche Webseite welche Cookies installieren möchten, können Sie sogenannte Anti-Tracking-Programme in Ihrem Browser installieren. Die Anwendungen helfen auch, die unliebsamen Cookies gleich zu blockieren. Achten Sie hier allerdings darauf, dass Sie nur solche Programme verwenden, die selbst keine Daten sammeln!

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