Cookie-Hinweise nerven Sie?

Alle kennen sie, alle sind von ihnen genervt: Cookie-Banner. Heutzutage kann man kaum eine Webseite mehr aufrufen, ohne dass zunächst viele Entscheidungen zum Einsatz von Cookies gefällt werden müssen. Doch viele Banner sind klar rechtswidrig – und überhaupt nicht nutzerfreundlich.

Hände am Laptop

Das Wichtigste in Kürze

  1. Cookies sind kleine Programme, die bei der Benutzung des Internets auf dem heimischen Rechner gespeichert werden. Einige Cookies sind unerlässlich, damit die Darstellung von Webseiten funktioniert, andere dienen nur dazu, interessierten Drittanbietern Informationen über das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer zu übermitteln.
  2. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, möglichst wenige Cookies zu erlauben und entsprechende Einstellungen des Browsers zu nutzen, um diese nach dem Schließen regelmäßig zu löschen. Wenn möglich, sollte beim Surfen der anonyme Modus eingestellt sein sowie Hilfsprogramme im Browser installiert werden.
  3. Viele Cookie-Banner, mit denen die Einwilligung zum Setzen von Cookies eingeholt wird, sind rechtswidrig oder befinden sich in einer rechtlichen Grauzone. Die Verbraucherzentralen haben gemeinsam mit anderen Verbraucherschutzorganisationen deswegen über 100 Firmen abgemahnt.
Stand: 25.03.2021

Bei jeder Webseite dieselben Fragen, und viele klicken dann einfach auf „Allem zustimmen“ – oft mit einem unguten Gefühl, weil überhaupt nicht klar ist, wem oder was man da eigentlich gerade zugestimmt hat. Es werden Fragen gestellt, auf die die meisten keine informierte Antwort geben können. Das nervt!

Was sollte man über Cookie-Banner wissen?

Mit einem Cookie-Banner sollen Webseitenbetreiber ihren Nutzerinnen und Nutzern die Möglichkeit geben, zu entscheiden, wie viele Daten sie von ihnen speichern und an wen sie diese Daten weitergeben dürfen. Doch jedes zehnte Cookie-Banner ist eindeutig rechtswidrig, weil es gegen das Telemediengesetz und die EU-Datenschutzgrundverordnung verstößt. Gemeinsam mit anderen Verbraucherschutzorganisationen haben wir über 900 Webseiten untersucht und knapp 100 Firmen abgemahnt, darunter Lieferando, Napster und AI-Fitness. Wir haben beispielsweise Abmahnungen an StadtRad und Flinkster sowie den Online-Marktplatz für Mietartikel Erento.com verschickt.

Ein Cookie-Banner ist beispielsweise dann unzulässig, wenn Daten schon gesammelt werden, sobald man eine Website öffnet. Auch andere Tricks, die eine Entscheidung lenken sollen, sind aber nur bedingt rechtskonform.

Die Gestaltung des Cookie-Banners bleibt jeder Webseite natürlich selbst überlassen. Auf einige Merkmale kann man aber achten, um sich sicher zu sein, dass das Banner rechtskonform umgesetzt wurde.

  • Alle Cookies sind aufgelistet: Ein rechtskonformes Cookie-Banner gibt Ihnen die Möglichkeit nachzulesen, welche Cookies verwendet werden und zu welchem Zweck diese Daten sammeln.
  • Einfach alle Cookies ablehnen: Sie haben auch auf der ersten Seite – spätestens aber nach dem ersten Klick – die Möglichkeit, alle Cookies abzulehnen.
  • Aktive Zustimmung: Sie können aktiv zustimmen, welche Cookies Sie erlauben möchten und auch einzelne Cookies abwählen. Keine Cookies – außer technisch notwendige – sind vorausgewählt.
  • Spätere Deaktivierung: Ein Hinweis darauf, dass Cookies auch später deaktiviert werden können, ist vorhanden. Am besten ist dazu auch ein Link hinterlegt
  • Datenschutzerklärung: Das Cookie-Banner verweist auf eine Datenschutzerklärung, in der Sie nachlesen können, was mit Ihren Daten geschieht.

Was sind Cookies eigentlich?

Cookies sind kleine Programme, die auf dem heimischen Computer, Tablet oder Smartphone gespeichert werden und ab dann tage-, wochen-, monate- oder in manchen Fällen sogar jahrelang interessierten Firmen Informationen über Tätigkeiten des Nutzers – welche Webseiten werden wann mit welchen Geräten besucht, wie lange, welche Produkte werden angesehen und so weiter und so fort – und die genutzten Geräte im Internet weiterleiten.

Manche Cookies sind unerlässlich, damit Webseiten auf bestimmten Endgeräten überhaupt funktionieren, zum Beispiel, wenn Informationen über die Art des Browsers weitergegeben werden oder das Format des Bildschirms. Ohne diese Informationen können Webseiten nicht richtig dargestellt werden. Es ist auch notwendig, dass diese Informationen weiter gespeichert bleiben, wenn man innerhalb der Webseite weiterklickt. Andere Cookies merken sich, was im Warenkorb gelandet ist. Auf diese Art Cookies möchte kaum einer verzichten. Häufig werden diese als „Notwendige Cookies“ bezeichnet, die auch nicht abgewählt werden können.

Was machen Cookies von Drittanbietern?

Dann aber gibt es Cookies von Drittanbietern, die für die Nutzer oder den reibungslosen Betrieb einer aufgerufenen Webseite nichts tun, sondern ausschließlich für andere Zwecke Daten sammeln, speichern, und an die Drittanbieter weitergeben, wo sie gesammelt, geordnet und an alle Welt verkauft werden. Daten der unterschiedlichsten Cookies auf einer Vielzahl von Computern werden letztlich in großen Werbefirmen-Netzwerken zusammengeführt, ausgewertet, und dann dazu benutzt, Profile von Nutzern zu erstellen, die inzwischen sehr akkurat voraussagen können, wofür sich Menschen noch interessieren, die sich auch für Thema oder Sache X interessiert haben. Diesen Cookies sollte man nicht zustimmen, sie werden nur zum Ausforschen gespeichert.

Auch dann, wenn man der Cookie-Anwendung einer Webseite nie zustimmt, ist man leider nicht fein raus: Da gibt es in der Regel noch den Punkt „Berechtigte Interessen“, den man im Zweifel völlig übersehen hat. Wer sich diesen Unterpunkt im Cookie-Hinweis aber ansieht, traut manchmal seinen Augen nicht: Hier müssen die Anbieter der Webseite auflisten, an wen sie Daten ohne eine Einwilligung weitergeben, weil ein berechtigtes Interesse an der Weitergabe vorliege. Das können im Einzelfall mal 200 Firmen sein, die trotz verweigerter Einwilligung Daten zu Werbezwecken sammeln. Spätestens dann, wenn es keinen übergeordneten Button gibt, um auch dieser Verarbeitung zu widersprechen – wozu man theoretisch berechtigt ist – werfen selbst die allergrößten Datenschützer und gewissenhaftesten Userinnen angesichts der Notwendigkeit, 200 Schiebereglerchen von grün nach rot zu schieben, die Flinte ins Korn.

Welche Browser-Einstellungen können helfen?

Es gilt also ganz grundsätzlich: Notwendige Cookies muss man hinnehmen. Bei nicht notwendigen Cookies sollte man nicht zustimmen – und wenn möglich, die Cookies, die aufgrund eines „Berechtigten Interesses“ installiert werden sollen, abwählen. 

Da man sich gleichwohl wahrscheinlich trotz allergrößter Umsicht irgendwo Cookies einfängt, ist es ratsam, sich einen Augenblick Zeit zu nehmen, um die Einstellungen im eigenen Browser (oder in den eigenen Browsern, falls man mehrere benutzt) zu bearbeiten. Dort – oft unter dem Stichwort Datenschutz und Sicherheit – kann man und sollte man auch der Speicherung von Cookies von Drittanbietern generell widersprechen, und auch bestimmen, dass am Ende der Browsersitzung, also jedes Mal, wenn der Browser ganz geschlossen wird, alle Cookies gelöscht werden.

Besteht die Möglichkeit, nutzt man seinen Browser am besten im „anonymen“ oder auch „Inkognito“-Modus, der den Browserverlauf in der Regel nicht speichert, und mit dem man weniger Spuren hinterlässt. Die Ausgestaltung dieses Modus ist allerdings den einzelnen Anbietern überlassen und daher unterschiedlich gut.

So kann man den Cookies dann doch noch entgehen oder sie zumindest schneller wieder loswerden.

Unser Tipp

Wenn Sie wissen wollen, welche Webseite welche Cookies installieren möchten, können Sie sogenannte Anti-Tracking-Programme in Ihrem Browser installieren. Die Anwendungen helfen auch, die unliebsamen Cookies gleich zu blockieren. Achten Sie hier allerdings darauf, dass Sie nur solche Programme verwenden, die selbst keine Daten sammeln!

Die Grafiken auf dieser Seite sind im Rahmen eines vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz geförderten Projekts entstanden.

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