Umzug ins Ausland – was ist mit meinem Handyvertrag?

Lockt es Sie aus beruflichen oder privaten Gründen in die Ferne? Wenn ja, zieht auch Ihr Mobilfunkvertrag mit ins Ausland um. Doch das ist oft mit höheren Kosten verbunden. Was tun?

Frau mit Hut läuft durch Flughafen und telefoniert

Das Wichtigste in Kürze

  1. Mobilfunkverträge haben in der Regel eine Laufzeit von zwei Jahren und verlängern sich im Anschluss automatisch um 12 Monate
  2. Mit einem Umzug ins Ausland sind höhere Kosten durch zusätzliche Entgelte für das Nutzen des ausländischen Mobilfunknetzes verbunden, jedenfalls wenn Verbraucher nicht innerhalb der EU umziehen.
  3. Verbraucher können aufgrund der veränderten Preiskonditionen ihren Mobilfunkvertrag vorzeitig kündigen. Die Verbraucherzentrale bietet einen Musterbrief als Textvorlage an. Ein Schreiben der Verbraucherzentrale an die Anbieter kann auch weiterhelfen.
Stand: 28.11.2018

Mobilfunkverträge werden in der Regel für zwei Jahre abgeschlossen und verlängern sich im Anschluss wiederkehrend um ein weiteres Jahr.

Wer während der Vertragslaufzeit aus beruflichen oder privaten Gründen ins Ausland zieht, kann seinen Vertrag am neuen Wohnort gar nicht oder nur für ein wesentlich höheres Entgelt nutzen, denn zu den vereinbarten Preisen fallen auch noch Kosten für die Nutzung des ausländischen Netzes an. Doch wer will das schon zahlen? Unter diesen Umständen möchten viele ihren Handyvertrag gerne vorzeitig auflösen.

Mobilfunkvertrag früher kündigen

Im Telekommunikationsgesetz (TKG) heißt es in § 46 VIII:

Verbraucher sind zur Kündigung des Vertrages unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende des Kalendermonats berechtigt, wenn die Leistung am neuen Wohnsitz nicht angeboten wird.“

Für Festnetzverträge ist die Rechtslage durch diese Regelung eindeutig. Ziehen Sie ins Ausland (außerhalb der EU), kann Ihr Telekommunikationsanbieter seine Leistung nicht mehr erbringen und Sie kommen unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist aus Ihrem Vertrag heraus.

Aber gilt das auch für Mobilfunkverträge?

Die Anbieter meinen häufig zunächst einmal „nein“. Die Begründung: Verbraucher können ihren Handyvertrag – wenn auch nur mit erhöhtem Kostenaufwand – weiter im Ausland nutzen. Eine vorzeitige Vertragsauflösung kommt daher nach ihrer Auffassung nicht in Betracht. Kunden müssen bis zum Ende der Vertragslaufzeit zahlen.

Die Verbraucherzentrale meint „ja“. Nach der Vorschrift des TKG ist jeder Mobilfunkanbieter verpflichtet, seinen Kunden im Fall eines Wohnsitzwechsels, die vertraglich vereinbarte Leistung am neuen Wohnort ohne Änderung der vereinbarten Laufzeit oder sonstiger Vertragsinhalte zu erbringen. Das bedeutet: auch ohne Änderung der vereinbarten Preiskonditionen. Da bei einem Umzug ins außereuropäische Ausland aber nicht nur die normalen, vertraglich vereinbarten Entgelte anfallen, sondern zusätzlich Kosten für das ausländische Mobilfunknetz, müssen Verbraucher in Summe mehr bezahlen. Die Preiskonditionen verändern sich also und das berechtigt zur vorzeitigen Kündigung eines Vertrag.

Mobilfunkvertrag auflösen

Sie möchten demnächst ins Ausland außerhalb der EU umziehen oder wohnen schon eine Weile außerhalb Deutschland, wollen aber nicht auf höheren Kosten für Ihren Mobilfunkvertrag sitzen bleiben? Dann kündigen Sie Ihrem Anbieter. Dafür können Sie unserem Musterbrief nutzen:

Unser Angebot

Wenn Ihr Telefonanbieter die außerordentliche Kündigung Ihres Vertrags verweigert, wenden Sie sich gerne an uns. Ein Anschreiben der Verbraucherzentrale an die Unternehmen hilft in vielen Fällen weiter.

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