📣 Kostenloser Online-Vortrag »Sind wir noch ganz sauber?« am 4. Oktober, 16.00 Uhr. ⇒ Jetzt anmelden


Veranstaltungen

Warenkorb

Blumenerde: Gutes fürs Grünzeug

Die Sonne scheint und Sie wollen Ihren Balkon oder Garten herrichten? Wir geben Tipps und sagen Ihnen, worauf man bei Blumenerde achten muss. Auf Torf und Kokosfasern in der Erde sollten Sie besser verzichten.

Blumenerde mit kleinen Pflanzen

Das Wichtigste in Kürze

  1. Aus Umweltgründen sollten Sie keine Blumenerde mit einem Anteil an Torf verwenden. Der Abbau von Torf schädigt das Klima. Auch die Beimengung von Kokosfasern kann problematisch sein.
  2. Ökologisch am besten: Kompost „produzieren“ und daraus die Blumenerde selber herstellen.
  3. Ebenfalls sinnvoll: Garantiert torffreie Produkte kaufen und dabei auf die Kennzeichnung der Erde achten.
Stand: 29.04.2022

Der Frühling ist da und die Sonne scheint − jetzt wird es Zeit, Garten und Balkon wieder auf Vordermann zu bringen. Blumenerde muss her. Nur welche ist die richtige und wo bekomme ich sie?

Stellen Sie Blumenerde am besten selbst her oder entscheiden Sie sich bewusst für torffreie Produkte, die im Idealfall aus mehreren nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Torfersatzstoffe wie Holzfasern, Rindenhumus, Kompost, Tonmineralien, Lava-Granulate, die ohnehin anfallen, können in Blumenerden recycelt werden und machen die Erde oftmals etwas leichter und damit einfacher zu transportieren.

Torf oder Kokos in der Blumenerde

Da mit herkömmlicher Erde befüllte Säcke meist sehr schwer sind, werden zunehmend „leichte“ Blumenerden angeboten. Die Gewichtsreduzierung wird vor allem durch den Einsatz von Torf erreicht. Doch der Torfabbau ist besonders klimaschädlich, denn er zerstört Moorlandschaften und setzt den in Mooren gebunden Kohlenstoff frei.

Auch die gern beigemischten Kokosfasern beziehungsweise Kokosmark können ein Problem sein. Zwar sind sie – anders als Torf – ein nachwachsender Rohstoff, doch in hiesigen Breiten sind sie keinesfalls ein regionales Produkt.

Blumenerde kaufen

Verwenden Sie als „torf­frei“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnete Blumenerde. Erde, die mit dem Hinweis „torfreduziert“ oder „torfarm“ beworben wird, kann noch immer jede Menge Torf enthalten.

Nutzen Sie für die Auswahl einer ökologisch unbedenklichen Erde am besten den Einkaufsführer für torffreie Blumenerden des BUND. Die meisten Baumärkte haben mittlerweile Erde ohne Torf im Sortiment. Sollte Ihnen die normale Blumenerde zu schwer sein, so können Sie diese mittlerweile schon in vielen Shops online bestellen und sich nach Hause bis vor die Haustür liefern lassen.

Übrigens

Der Begriff „Bio“ ist für Blumenerde nicht geschützt und wird von einigen Herstellern genutzt, um Produkte grüner aussehen zu lassen als sie eigentlich sind. Schauen Sie sich also auch „Bio“-Erden ganz genau an, bevor Sie diese in den Einkaufswagen legen.

Kompost selbst herstellen

Wer das Glück hat, über einen eigenen Garten zu verfügen, der sollte auf jeden Fall einen eigenen Kompost anlegen, um diesen dann nicht nur als Beetauflage zur Düngung sondern auch als Grundlage für Blumenerde zu nutzen und die ökologisch beste Lösung. Kompost dient der Kreislaufwirtschaft im eigenen Garten, ist ressourcenschonend und umweltfreundlich. Für kleine Gärten eignen sich Schnellkomposter, aus recyceltem Kunststoff.

Der Verrottungsprozess erfolgt in einem geschlossenen System, das nicht auf versiegelten Flächen stehen darf, damit die zur Kompostierung notwendigen Würmer und Asseln einen Weg in den Kompost finden. Damit es nicht zu Fäulnis kommt, muss beim Schichten der Bioabfälle auf ein ausgewogenes Verhältnis von Häckselmaterial, Hecken- und Strauchschnitt und strukturarmem Material wie Obst-, ungekochte Gemüseabfälle und Rasenschnitt geachtet werden, sowie auf optimalen Luftaustausch und gleichmäßige Feuchtigkeit.

Wenn Sie genug Platz haben, stellen Komposthaufen oder Lattenkomposter eine vernünftige Lösung dar, wenn auf das Schichten der Bioabfälle geachtet wird.

Tipp: Kompost geht nicht? Die Stadtreinigung Hamburg verkauft in ihren Recyclinghöfen aus Grünabfällen und Biomüll produzierten Kompost an. Dieser lässt sich ganz wunderbar mit Füllerde mischen und im Garten zum Beispiel als Blumenerde verwenden.

Blumenerde mischen

Blumenerde (Substrat) kann aus gesiebtem, ausgereiftem Kompost (älter als ein Jahr) als Grundlage selber gemacht werden. Ein weiterer Bestandteil können Pflanzenfasern (Holz, Rindenhumus) sein, die langsamer verrotten, strukturstabil sind und somit für eine gute Durchlüftung der Erde sorgen. Genauso ist es möglich ein Substrat aus 1/3 Kompost, 1/3 Gartenerde und 1/3 Füllstoffe (Splitt, Sand, Tongranulat oder Perlite) die zur Auflockerung und Durchlässigkeit des Substrates dienen, herzustellen.

Unser Angebot

Sie haben Fragen zu Umweltthemen oder benötigen unabhängigen Rat, um eine gute Kaufentscheidung zu treffen? Dann wenden Sie sich gerne an unsere Umweltberatung.

Bücher und Broschüren