Blumenerde: Gutes fürs Grünzeug

Die Sonne scheint und Sie wollen Ihren Balkon oder Garten herrichten? Wir geben Tipps und sagen Ihnen, worauf Sie beim Kauf von Blumenerde achten sollten. Und wie Sie Kompost und Blumenerde selbst herstellen können.

Blumenerde mit kleinen Pflanzen

Das Wichtigste in Kürze

  1. Im Handel werden zunehmend „leichte“ Blumenerden zum Verkauf angeboten, die Torf oder Kokosfasern enthalten.
  2. Aus Umweltgründen sollten Sie keine Blumenerde mit einem Anteil an Torf verwenden. Der Abbau von Torf schädigt das Klima.
  3. Die Beimengung von Kokosfasern in Blumenerde kann ebenfalls problematisch sein, da das Kokosmaterial über weite Strecken transportiert werden muss. Werden Kokosfasern in Blumenerde jedoch recycelt, kann der Einsatz sinnvoll sein.
  4. Ökologisch am besten: Kompost „produzieren“ und daraus die Blumenerde selber herstellen.
Stand: 16.04.2018

Der Frühling ist da und die Sonne scheint − jetzt wird es Zeit, Garten und Balkon nach dem langen Winter wieder auf Vordermann zu bringen. Blumenerde muss her. Nur welche ist die richtige und wo bekomme ich sie?

Was ist „leichte“ Blumenerde?

Da mit Blumenerde befüllte Säcke üblicherweise sehr schwer sind, werden zunehmend „leichte“ Blumenerden angeboten. Die Gewichtsreduzierung wird vor allem durch den Einsatz von Torf oder getrockneten und gepressten Kokosfasern beziehungsweise Kokosmark erreicht. Doch der Torfabbau ist enorm klimaschädlich und Kokos ist in hiesigen Breiten keinesfalls ein regionales Produkt, wodurch transportbedingte Emissionen anfallen. Allerdings kann die Verwendung von Kokosfasern in Blumenerden auch eine sinnvolle Recyclingmethode sein. Zudem handelt es sich im Gegensatz zu Torf um einen nachwachsenden Rohstoff.

Welche Produkte sind gut?

Die Zeitschrift Öko-Test hat 2015 verschiedene „leichte“ Torf- und Kokos-Blumenerden getestet – leider mit einem vernichtenden Ergebnis: Aufgrund des klimaschädlichen Torfabbaus und Schadstoffen wird keine der getesteten Blumenerden empfohlen.

Die gute Nachricht: Der BUND Hamburg hat im August 2017 das Angebot an torffreier Blumen-und Pflanzenerde im Hamburger Einzelhandel untersucht und festgestellt, dass mittlerweile fast alle Baumärkte torffreie Blumenerden anbieten.

Unser Rat

  • Stellen Sie Blumenerde am besten selbst her oder entscheiden Sie sich bewusst für torffreie Produkte, die im Idealfall aus mehreren nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Torfersatzstoffe wie Holzfasern, Rindenhumus, Kompost, Tonmineralien, Lava-Granulate oder auch Fasern der Kokosnuss, die ohnehin anfallen, können in Blumenerden recycelt werden.
  • Nutzen Sie für die Auswahl einer geeigneten Erde den Einkaufsführer für torffreie Blumenerden des BUND.

  • Nehmen Sie die Liefermöglichkeit für schwere Blumenerden in Anspruch. Oftmals verfügen Baumärkte über einen Online-Shop, in dem Sie Blumenerde bestellen und nach Hause liefern lassen können.

Wie stellt man Blumenerde selbst her?

Blumenerde (Substrat) kann aus gesiebtem, ausgereiftem Kompost (älter als ein Jahr) als Grundlage selber gemacht werden. Ein weiterer Bestandteil kann Kokosmaterial sein, erhältlich als getrocknete Blockware, die in Wasser aufquellen muss. Da diese Fasern bei der Kokosnussverarbeitung anfallen, kann das sinnvolles Recycling sein. Die Kokosfasern verrotten langsam, sind strukturstabil und sorgen somit für eine gute Durchlüftung der Erde. Sie besitzen gute Quelleigenschaften und Wasserspeicherfähigkeit. Diese beiden Substanzen (Kompost und Kokosmaterial) können für wenig nährstoffbedürftige und kalkunverträgliche Pflanzen im Verhältnis ein Teil Kompost mit vier Teilen Kokosfaser und für nährstoffbedürftige Pflanzen maximal im Verhältnis eins zu eins gemixt werden. Wobei Substrate für nährstoffbedürftige Pflanzen zusätzlich eine Stickstoffgabe von 1 bis 3 Gramm Horndünger pro Liter benötigen.

Genauso ist es möglich ein Substrat aus 1/3 Kompost, 1/3 Gartenerde und 1/3 Füllstoffe (Splitt, Sand, Tongranulat oder Perlite) die zur Auflockerung und Durchlässigkeit des Substrates dienen, herzustellen.

Stickstoffgaben sind der Substratzusammensetzung anzupassen, da im fortlaufenden Zersetzungsprozess einiger Substratbestandteile eine gewisse Menge Stickstoff gebunden wird. Grundsätzlich muss nach etwa vier bis sechs Wochen nachgedüngt werden. Bei verwendetem Langzeitdünger (umhüllte Depotdünger) muss die nächste Gabe erst nach drei Monaten erfolgen.

Wie stelle ich Kompost her?

Wer das Glück hat, über einen eigenen Garten zu verfügen, der sollte auf jeden Fall einen eigenen Kompost anlegen, um diesen dann nicht nur als Beetauflage zur Düngung sondern auch als Grundlage für Blumenerde zu nutzen und die ökologisch beste Lösung. Kompost dient der Kreislaufwirtschaft im eigenen Garten, ist ressourcenschonend und umweltfreundlich. Für kleine Gärten eignen sich Schnellkomposter, aus recyceltem Kunststoff.

Der Verrottungsprozess erfolgt in einem geschlossenen System, das nicht auf versiegelten Flächen stehen darf, damit die zur Kompostierung notwendigen Würmer und Asseln einen Weg in den Kompost finden. Damit es nicht zu Fäulnis kommt, muss beim Schichten der Bioabfälle auf ein ausgewogenes Verhältnis von Häckselmaterial, Hecken- und Strauchschnitt und strukturarmem Material wie Obst-, ungekochte Gemüseabfälle und Rasenschnitt geachtet werden, sowie auf optimalen Luftaustausch und gleichmäßige Feuchtigkeit.

Wenn Sie genug Platz haben, stellen Komposthaufen oder Lattenkomposter eine vernünftige Lösung dar, wenn auf das Schichten der Bioabfälle geachtet wird.

Wo kann man Kompost kaufen?

Wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, Kompost selbst zu produzieren, können Sie bei der Stadtreinigung Hamburg den aus den Biotonnen produzierten Kompost käuflich erwerben. Den Kompost erhalten Sie in 30-Liter-Säcken zu drei Euro auf allen Recyclinghöfen der Stadtreinigung Hamburg. Auf der Internetseite sind auch die aktuellen Öffnungszeiten der Recyclinghöfe veröffentlicht.

  • Neuländer Kamp, Harburg
  • Am Aschenland 11, Neugraben-Fischbel
  • Feldstraße 89, St. Pauli
  • Brandstücken 36, Osdorf
  • Rondenbarg 52 a, Bahrenfeld
  • Krähenweg 22, Niendorf
  • Lademannbogen 32, Hummelsbüttel
  • Schwarzer Weg 10, Steilshoop
  • Volksdorfer Weg 196, Sasel
  • Rahlau 71, Tonndorf
  • Liebigstraße 66, Billbrook
  • Kampweg 9, Bergedorf

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