Desinfektionsmittel, die die Welt nicht braucht

Desinfektions­mittel im Haushalt sind über­flüssig und schädlich. Putzen reicht. Ihre Gesund­heit und die Umwelt werden es Ihnen danken. Diese Produkte sind überflüssig.

Frau beim Hausputz mit Sprühflasche und Lappen in der Hand
Stand: 05.02.2016

Sie sind wieder da, als Waschmittelzusatz, in Schimmelentfernern, Allzweckreinigern, Fuß- und Schuhspray, als Desinfektionsflüssigkeiten, Hand-Gel, Tücher oder „Hygienespray“. Zur Krönung gibt es sogar einen Desinfektionsspender – ausgestattet mit Sensortechnik. Hersteller versuchen immer wieder, die überflüssigen und gefährlichen Desinfektions­mittel auf den Markt zu bringen. Nach dem Motto: Vielleicht merkt es diesmal ja kein Verbraucher­schützer?

Schon im November 2000 meldete die Stiftung Warentest, Desinfektions­mittel seien im Haushalt „grundsätzlich überflüssig“. Diese Einschätzung teilen auch das Umweltbundesamt, das Bundesinstitut für gesund­heitlichen Verbraucher­schutz und das Robert-Koch-Institut. Die führenden Gesundheits­institutionen in Deutschland betonen einhellig: Desinfektions­mittel im Haushalt belasten die Umwelt und bergen gesundheitliche Risiken! Doch die Desinfektionsmittel – sie sind immer noch da.

Unsere Tipps

Normales Putzen genügt meistens für ausreichende Sauberkeit – und dient Ihrer Gesundheit und der Umwelt. Das sind unsere sieben wichtigen Tipps:

  1. Waschen Sie Ihre Hände mit Seife – mindestens vor und nach dem Zubereiten des Essens sowie nach jedem Toilettengang, etwa eine halbe Minute lang mit milder Seife unter fließendem Wasser.

  2. Verwenden Sie einfache Putzmittel wie milde Allzweckreiniger.

  3. Waschen Sie nach dem Kochen alle Arbeitsflächen und Werkzeuge gut ab, Holzbretter sollten Sie heiß abspülen, abbürsten und gut trocknen lassen. Waschen Sie sich anschließend die Hände.

  4. Lassen Sie Tücher, Lappen und Bürsten nach Gebrauch gut trocknen und waschen Sie diese regelmäßig. Küchenschwämme und Schwammtücher sollten Sie spätestens dann entsorgen, wenn sie stinken.

  5. Säubern Sie Ihren Kühlschrank regelmäßig mit Essigreiniger und werfen Sie Angeschimmeltes umgehend in den Müll.

  6. Leeren Sie Ihre Abfalleimer häufig.

  7. Halten Sie Bad, Küche und WC trocken.

Warum Sie auf Desinfektionsmittel verzichten sollten

  • Durch Abwässer gelangen Desinfektionsmittel in die Kläranlagen. Dort zerstören sie das Zusammenspiel einer Vielzahl von Bakterienstämmen und mindern oder vernichten sogar deren Reinigungswirkung!

  • Bestimmte Pilz- und Bakterienstämme gehören ins natürliche, biologische Umfeld von Menschen und auch in den menschlichen Organismus. Diese Bakterien sind also natürlicher Bestandteil eines empfindlichen Gleichgewichts. Desinfektionsmittel zerstören dieses Gleichgewicht. Ferner bringen sie die natürlichen Bakterien dazu, Resistenzen gegenüber Antibiotika zu entwickeln. Antibiotische Mittel gegen Infektionskrankheiten zum Beispiel verfehlen dann ihre Wirkung.

  • Besonders gefährlich sind Desinfektionsmittel aus Druck-Spraydosen. Die verteilten Tröpfchen sind so fein, dass sie trotz der Schleimhäute in Nase und Rachen bis in die Atemwege des Brustraumes wandern können. Tröpfchengrößen von fünf Mikrometer sind sogar „lungengängig“, das heißt, sie dringen bis in die Lungenbläschen vor.

  • Desinfektionsmittel enthalten Stoffe, die Allergien und Ekzeme auslösen können.

Gut zu wissen

Angeblich sollen manche Desinfektionsmittel Krankheiten verhindern. Doch Putzmittel mit anti­bakteriellen Wirkstoffen können Infekte nicht verhindern. Das bestätigt auch eine amerikanische Langzeit­studie: In den Haushalten mit Desinfektionsmitteln gab es genauso oft Husten, Schnupfen, Heiserkeit wie in Haushalten mit normalen Allzweck­reinigern.