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Welche Blumen soll ich schenken?

Mit Blumen macht man sich und anderen eine Freude. Doch so bunt und rosig wie die Sträuße, ist das Geschäft mit den Blumen leider nicht. Wir haben zusammengetragen, was Sie in Sachen Blumenkauf wissen sollten. 

Frau mit Blumenstrauß in der Hand

Das Wichtigste in Kürze

  1. Viele im Handel verkaufte Blumen und Zierpflanzen werden nicht vor Ort in Deutschland angebaut, sondern aus weit entfernten Ländern importiert – gerade in der kalten Jahreszeit. Der Anteil liegt bei rund 80 Prozent.
  2. Eine verpflichtende Kennzeichnung des Herkunftslandes gibt es, anders als bei Obst und Gemüse, für Schnittblumen und Zierpflanzen nicht. 
  3. Beim Anbau der Pflanzen in Monokulturen kommen häufig gefährliche Pestizide zum Einsatz; Rückstände der eingesetzten Stoffe sind oft noch auf der zum Verkauf angebotenen Ware nachweisbar.
  4. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich beim Kauf von Schnittblumen und Zierpflanzen lieber für regionale und saisonale Produkte entscheiden sowie auf Bio- und Fairtrade-Siegel achten.
Stand: 12.02.2024

Rosen, Tulpen, Narzissen, Freesien, Lilien, Nelken, Ranunkeln – selbst zur kalten Jahreszeit ist die Auswahl an Blumen in den Läden groß. Zugreifen oder lieber doch nicht? Wir haben wichtige Informationen in Sachen Blumenkauf für Sie zusammengestellt.

Lange Transportwege für viele Schnittblumen

1,5 Milliarden Rosen und fast 3 Milliarden andere Schnittblumen – vor allem Tulpen – importiert Deutschland jedes Jahr. Rund 80 Prozent der bei uns verkauften Blumen werden eingeführt, sie wachsen also nicht in Deutschland.

Wichtigster Handelspartner sind die Niederlande, denn die meisten aller nach Europa importierten Blumen landen am Amsterdamer Flughafen Schiphol und werden von dort aus weiterverkauft. Das Land ist eine Drehscheibe für den europäischen Blumenhandel. (Sehen Sie also Blumen im Laden, die mit dem Herkunftsland Niederlande deklariert sind, bedeutet das noch lange nicht, dass sie dort tatsächlich geerntet wurden.) Aber auch direkt aus afrikanischen Staaten wie Kenia, Äthiopien und Sambia oder Ländern Südamerikas wie Ecuador und Kolumbien kommen Blumen – vor allem Rosen – zu uns nach Deutschland.

Bis die bunten Sträuße im Laden stehen, müssen sie also oft Tausende Kilometer reisen (meist mit dem Flugzeug) – möglichst durchgängig bei Temperaturen von zwei bis vier Grad Celsius, damit sie nicht zu schnell welk werden.

Gut zu wissen

Woher die Blumen im Handel tatsächlich stammen, ist für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht ersichtlich. Eine verpflichtende Kennzeichnung des Herkunftslandes wie bei Obst oder Gemüse gibt es nicht. 

Pestizide beim Anbau von Blumen im Einsatz

Damit der Handel seine Ware preiswert anbieten kann, werden Blumen und Zierpflanzen oft in großen Monokulturen angebaut. Bei der Blumenzucht – insbesondere in Entwicklungsländern – kommen daher häufig gefährliche Pestizide zum Einsatz, die die Umwelt schädigen und eine Gefahr für die Gesundheit der Arbeitskräfte vor Ort sind. Regelmäßig werden sogar Rückstände der gegen Schadinsekten und Pilzerkrankungen eingesetzten Stoffe auf Schnittblumen im Handel nachgewiesen. Allerdings gibt es in der Europäischen Union keine rechtlichen Vorschriften bezüglich der Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf Blumen und damit auch keine gesetzlich festgelegten Höchstmengen.

Wenn Sie lieber Blumen mit weniger Schadstoffen verschenken möchten, sollten Sie Ware mit einem Bio-Siegel kaufen. Diese Pflanzen werden ohne chemisch-synthetische Pestizide und ohne Mineraldünger produziert. Auch Gentechnik und chemische Hemmstoffe sind verboten; letztere sollen die Pflanzen möglichst klein halten. Leider ist es nicht so einfach, Blumen in Bio-Qualität im Handel zu bekommen. Fragen Sie daher ausdrücklich danach!

Gut zu wissen

Blumen werden oft als sogenannte Cash-Crops auf Flächen angepflanzt, die vorher entweder extensives Weideland oder Ackerland für Nahrungsmittel waren, und daher – zumindest in Entwicklungsländern – zusätzlich zu Nahrungsmittelknappheit beitragen und die Bodenqualität verschlechtern. Cash Crops sind landwirtschaftliche Produkte, die nicht der Selbstversorgung dienen, sondern nur angebaut werden, um Gewinne zu erzielen.

Faire Blumen kaufen

Wenn Sie nicht auf Blumen als Geschenk verzichten wollen, kaufen Sie nach Möglichkeit Ware mit einem Fairtrade-Siegel. Da viele Pflanzen in den Ländern des globalen Südens angebaut werden, können Sie auf diese Weise nicht nur nachhaltige Anbaupraktiken unterstützen, sondern auch ganz konkret die Arbeitsbedingungen für die Menschen vor Ort verbessern. Bei Fairtrade Deutschland finden Sie eine Übersichtskarte mit zertifizierten Blumenfarmen weltweit. Die dort angebauten Blumen sind sogar in vielen deutschen Supermärkten und Discountern erhältlich.

Zu saisonalen Pflanzen aus der Region greifen

Was für Obst und Gemüse gilt, ist auch beim Kauf von Blumen der beste Weg. Greifen Sie zu Pflanzen, die gerade Saison haben und die aus Ihrer Region kommen. Denn diese müssen nicht mit hohem Energieaufwand in Treibhäusern heranwachsen oder über weite Strecken transportiert werden. Besonders viele Blumen aus Freilandanbau gibt es in Deutschland in den Monaten von Mai bis September.

MonatFreilandGewächshaus
Januar Freesien, Gerbera, Tulpen
FebruarIris, Krokus, TulpenFreesien, Inka-Lilien (Alstromeria), Narzissen
MärzAnemonen, Iris, Krokus, Primeln, TulpenChrysanthemen, Gerbera, Narzissen, Nelken, Rosen
AprilAnemonen, Hyazinthen, Krokus, Primeln, Schwertlilien, Tulpen, VeilchenFlieder, Gerbera, Iris, Levkojen, Lilien, Rosen
MaiAkelei, Hyazinthen, kleinblumige Nelken, Kornblumen, Margeriten, Pfingstrosen, Schwertlilien, Skabiosen, Tulpen, VeilchenChrysanthemen, Gerbera, Löwenmaul, Rosen, Sonnenblumen
JuniAkelei, Bartnelke, Dahlien, Edeldisteln, Fingerhut, Glockenblumen, Hyazinthen, kleinblumige Nelken, Kokardenblume, Kornblumen, Löwenmaul, Lilien, Lupinen Margeriten, Mohn, Phlox, Pfingstrosen, Rosen, Rittersporn, Schwertlilie, Skabiosen, Stockrosen, Veilchen, Wicken 
JuliBartnelke, Dahlien, Edeldistel, Fingerhut, Gladiolen, Glockenblumen, Goldrute, Sommeraster, Kapuziner, Kokardenblumen, Kornblumen, Lampionblumen, Lilien, Löwenmaul, Lupinen, Mohn, Phlox, Ringelblumen, Schleierkraut, Skabiosen, Sommermargeriten, Sonnenblumen, Stockrosen, Rittersporn, Rosen, Tagetes, Wicken, Zinnien 
AugustAstern, Bartnelken, Dahlien, Edeldistel, Gladiolen, Glockenblumen, Goldruten, Kapuziner, Kokardenblume, Kornblumen, Lampionblumen, Lilien, Löwenmaul, Lupinen, Phlox, Ringelblumen, Rittersporn, Rosen, Schleierkraut, Skabiosen, Sommermargeriten, Sonnenblumen, Stockrosen, Tagetes, Wicken, Zinnien 
SeptemberAstern, Dahlien, Gladiolen, Goldruten, Kapuziner, Kokardenblume, Lampionblumen, Löwenmaul, Ringelblumen, Rittersporn, Schleierkraut, Skabiosen, Sommermargeriten, Sonnenblumen, Stockrosen, Tagetes, ZinnienGerbera, Lilien, Rosen
OktoberAstern, Kapuziner, Ringelblumen, Sonnenblumen, Tagetes, ZinnienDahlien, Gerbera, Rosen
NovemberAstern, Kapuziner, Ringelblumen, Sonnenblumen, Tagetes, ZinnienChrysanthemen, Gerbera, Inka-Lilien, Rosen
Dezember Amaryllis, Chrysanthemen, Gerbera

Quelle: Blumen aus Deutschland auf oeko-fair.de von der Verbraucher Initiative e.V.

Übrigens: Auf einer Karte der Slowflower-Bewegung finden Sie Blumenfarmen in Ihrer Nähe, die ihre Schnittblumen eigenen Aussagen zufolge nachhaltig anbauen.

Unser Rat

Möchten Sie Ihren Liebsten mit Blumen eine Freude machen? Dann kaufen Sie am besten saisonale und regionale Ware. Auch Bio-Blumen oder Fairtrade-Blumen sind in der Regel eine bessere Wahl. Fragen Sie im Blumenhandel danach!

Bücher und Broschüren