Wie sich Azubis versichern sollten

Immer am 1. August beginnt für viele junge Menschen der Start ins Berufsleben. Dann müssen sie sich auch um den notwendigen Versicherungsschutz kümmern. Doch welche Policen sind beim Berufseinstieg sinnvoll und worauf muss man unbedingt achten?

Küche in einem Restaurant

Das Wichtigste in Kürze

  1. Mit dem Start der Ausbildungszeit sind viele junge Menschen nicht mehr grundsätzlich über ihre Eltern mitversichert.
  2. Einige Versicherungen sind für Azubis unverzichtbar, andere sind erst zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll.
  3. Besonders wichtig sind eine private Haftpflichtversicherung und die Krankenversicherung.
Stand: 26.07.2019

Mit dem Beginn einer Ausbildung verfügen Auszubildende erstmals über ein eigenes Einkommen und sind somit nicht mehr grundsätzlich über ihre Eltern versichert. Um weiterhin einen umfassenden Versicherungsschutz zu gewährleisten, ist deshalb häufig der neue Abschluss einer eigenen Versicherung notwendig.

Wichtig: Haftpflichtversicherung

Unverzichtbar ist eine Privathaftpflichtversicherung, die einspringt, wenn einem Dritten ein Schaden zugefügt wird. Häufig sind Auszubildende im Rahmen der Privathaftpflichtversicherung der Eltern mitversichert, wenn sie sich in der ersten Berufsausbildung befinden. Ist das nicht der Fall, sollte unbedingt eine eigene Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Für Azubis gibt es bereits Angebote ab 30 Euro im Jahr – eine Investition, die definitiv richtig ist, da eventuelle Schadens­ersatzansprüche leicht hohe Summen erreichen können.

Empfehlenswert: Berufsunfähigkeitsversicherung

Ratsam ist auch der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, die bei krankheits- oder berufsbedingter Invalidität greift. Da in den ersten Berufsjahren keine und danach nur sehr geringe Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung bestehen, ist eine private Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit sinnvoll. Doch weil die Beiträge der Berufsunfähigkeitsversicherungen unter anderem nach Berufsgruppe und individueller Vorerkrankung berechnet werden, können sie für manche Auszubildende sehr teuer sein.

Verpflichtend: Kranken- und Pflegeversicherung

Auszubildende sind in der Regel gesetzlich krankenversichert. Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen sind zu etwa 95 Prozent gleich, können sich aber durch zusätzliche Satzungsleistungen unterscheiden. Bei der Wahl einer Krankenkasse sollte der Beitragssatz aber nicht das alleinige Entscheidungskriterium sein. Weitere Faktoren wie Beratung, Service, Erreichbarkeit und besondere Satzungsleistungen, wie spezielle Vorsorgeuntersuchungen oder kostenfreie Impfungen, sollten außerdem berücksichtigt werden.

Optional: Hausratversicherung

Erster Job und raus aus der Wohnung der Eltern? Wenn Auszubildende in eine eigene Wohnung ziehen und höherwertige Einrichtungsgegenstände anschaffen, können sie über eine Hausratversicherung nachdenken, denn sie schützt im Falle von Feuer-und  Leitungswasserschäden, Einbruch oder Vandalismus. In den meisten Fällen ist eine solche Versicherung zum Start der Ausbildung noch nicht wichtig. Erst wenn der Hausrat größer wird und die angeschafften Gegenstände teurer sind, ist die Hausratversicherung zu empfehlen.

Unser Rat

Gerade zu Ausbildungsbeginn treten zahlreiche Versicherer und Banken an Auszubildende heran, locken mit exklusiv günstigen Angeboten oder weisen auf die schlechte Altersvorsorge hin. Lassen Sie sich davon nicht verunsichern! Nicht jede Versicherung muss sein – und auch nicht jede Geldanlage lohnt bei niedrigem Einkommen.

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