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Vorsicht vor untergeschobenen Energieverträgen

Der Abschluss eines rechtsgültigen Energievertrags am Telefon ist seit einer Gesetzesänderung im Sommer 2021 nicht mehr möglich. Jetzt versuchen einige Energieversorger, auf anderem Wege Verträge unterzujubeln: per SMS. Die Beratungsgespräche lenken vom Inhalt der Nachrichten ab.

Ältere Frau mit Smartphone tippt

Das Wichigste in Kürze

  1. Für einen rechtskräftigen Strom- oder Gasvertrag bedarf es einer ausdrücklichen Erklärung – per Brief, SMS oder E-Mail.
  2. Ungewollt am Telefon abgeschlossene Verträge können Betroffene binnen 14 Tagen widerrufen.
  3. Die sogenannte Kaltakquise, also Anrufe ohne vorherige Einwilligung des Angerufenen, sind in Deutschland verboten. Ein abgeschlossener Vertrag ist aber trotzdem wirksam.
Stand: 18.01.2022

Seien Sie wachsam bei Telefongesprächen mit Energieversorgern. Uns liegen Fälle vor, in denen Betroffene in diesen Telefonaten, die häufig mittels verbotener Kaltakquise zustande kommen, ungewollt Verträge abgeschlossen haben – per SMS. Im Laufe dieser Gespräche erhielten die Angerufenen ein Angebot per Textnachricht mit der Bitte, dieses anzunehmen. Was vielen nicht klar ist: Mit der Bestätigung schließen sie einen rechtskräftigen Vertrag ab.

Gespräche lenken vom SMS-Inhalt ab

Laut des im Sommer 2021 überarbeiteten Energiewirtschaftsgesetzes können am Telefon keine Energieverträge mehr wirksam abgeschlossen werden. Es bedarf einer ausdrücklichen Erklärung der Verbraucherin oder des Verbrauchers – per Brief, SMS oder E-Mail. In der Vergangenheit wurden Angerufene am Telefon förmlich überrumpelt und ihnen mündlich Verträge untergeschoben. Heute lenken die Beratungsgespräche von den Inhalten der verschickten SMS ab.

14 Tage Widerrufsrecht

Betroffene können einen abgeschlossenen Vertrag jedoch innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Diese Frist beginnt erst dann, wenn sie über die Möglichkeiten des Widerrufs belehrt wurden. Wer also per SMS einen Vertrag abgeschlossen hat, kann diesen noch widerrufen.

Unser Rat

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