EOS treibt Inkassokosten in die Höhe

Inkassounternehmen genießen gemeinhin nicht den besten Ruf. Das liegt auch am Geschäftsgebaren wie dem der EOS Investment GmbH, die offene Forderungen von einer Schwesterfirma eintreiben lässt. Beide Unternehmen gehören zur Otto Group. Durch dieses Vorgehen blähen sie die Inkassokosten künstlich auf. Betroffene können sich nun einer Musterfeststellungsklage des Verbraucherzentrale Bundesverband anschließen.

Frau liest Brief ihrer Versicherung

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Geschäftspraktik der EOS Investment GmbH treibt Inkassokosten künstlich in die Höhe. Sie beauftragt eine Schwesterfirma aus dem Otto-Konzern.
  2. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht darin einen Verstoß gegen geltendes Recht und strebt eine Musterfeststellungsklage an.
  3. Betroffene können erhaltene Forderungen mit dem Inkasso-Check der Verbraucherzentralen auf Rechtmäßigkeit überprüfen.

 

Stand: 19.08.2021

Im Inkassobereich sind die Unternehmen der EOS Gruppe einer der größten Akteure am deutschen Markt. Dazu gehört die EOS Investment GmbH, welche einerseits Forderungen anderer Unternehmen – unter anderem von Banken, aber auch Forderungen der Otto Group – übernimmt. Die EOS Investment GmbH wiederum beauftragt die EOS Deutscher Inkasso-Dienst GmbH (EOS DID) mit dem Inkassoverfahren. Beide Unternehmen sind Konzernfirmen von Otto.

Vetternwirtschaft treibt Kosten in die Höhe

Indem die Unternehmen sich gegenseitig beauftragen, treiben sie die Kosten künstlich in die Höhe und ziehen den Betroffenen das Geld aus der Tasche: Statt einfacher Mahngebühren von beispielsweise 2,50 Euro sollen Gläubiger plötzlich Inkassokosten von mindestens 70,20 Euro zahlen. Nach Ansicht des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) dürfen die beiden EOS-Unternehmen diese Inkassokosten nicht fordern, da sie demselben Konzern angehören. Als Schwesterunternehmen bilden sie eine wirtschaftliche Einheit.

Musterfeststellungsklage eingereicht

Immer wieder erhalten wir Beschwerden von Verbraucherinnen und Verbrauchern, die von EOS zur Kasse gebeten werden. Mit einer Musterfeststellungsklage will der vzbv dem Geschäftsgebaren der EOS Investment GmbH nun einen Riegel vorschieben. Die Klage wendet sich gegen Inkassokosten, welche die EOS Investment für die Beauftragung von EOS DID in Rechnung stellt. Sind auch Sie betroffen?

Dann machen Sie den Klagecheck. Gleichzeitig können Sie dort auch Ihre Unterlagen hochladen. Nach der Eröffnung des Klageregisters können sie sich dann der Klage anschließen. Aktuelle Informationen und ein FAQ gibt es auf der Website www.musterfeststellungsklagen.de. Mit der Anmeldung zum News Alert erhalten Sie alle wichtigen Informationen und Termine per E-Mail.

Inkasso-Check bringt Licht ins dunkel

Sie haben eine Inkassoforderung erhalten und fragen sich, ob Sie diese begleichen müssen? Mit unserem Inkasso-Check können Sie kostenlos prüfen, ob Sie überhaupt zu einer Zahlung verpflichtet sind und ob Sie wirklich den vollen Betrag der Inkassoforderung bezahlen müssen.

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