Booking.com: Betrugsversuche nach der Buchung von Unterkünften
Nach einer echten Buchung meldet sich vermeintlich die gebuchte Unterkunft und fordert Sie auf, Ihre bereits angegebenen Daten erneut über einen Link zu bestätigen. Die Nachricht enthält sogar korrekte Buchungsdaten. Doch Vorsicht: Dahinter können Kriminelle stecken. Handeln Sie mit Bedacht!
Das Wichtigste in Kürze
- Nachrichten nach einer Unterkunftsbuchung über ein Buchungsportal, in denen zur erneuten Bestätigung von persönlichen Daten oder Zahlunginformationen aufgefordert wird, können Betrugsversuche sein. Auf enthaltene Links sollte Verbraucher und Verbraucherinnen nicht klicken.
- Kriminelle können über echte Buchungsdaten verfügen und sich als Hotel, Pension oder Ferienwohnung ausgeben. Das macht die Betrugsversuche besonders glaubwürdig.
- Bei Zweifeln empfiehlt es sich, die gebuchte Unterkunft über bereits bekannte oder unabhängig recherchierte Kontaktdaten zu kontaktieren oder sich direkt an die Buchungsplattform zu wenden.
Wer für eine Reise eine Unterkunft über eine Buchungsplattform bucht, sollte bei Nachrichten rund um die Buchung genau hinschauen. Nicht immer meldet sich tatsächlich der Anbieter von Hotelzimmer oder Ferienwohnung. Auch Kriminelle scheinen die echten Buchungsdaten leider oft zu kennen und verschicken ihre Nachrichten sogar über eigentlich vertrauenswürdige Kommunikationskanäle.
Echte Daten, falsche Absender
Ein Verbraucher aus Hamburg berichtet uns, dass er ein Zimmer über das Buchungsportal Booking.com gebucht hatte. Einige Tage nach der Buchung erhielt er über WhatsApp eine Nachricht von einer Person, die sich als Mitarbeiterin des Hotels ausgab. Die Nachricht enthielt Name, Buchungsnummer, Aufenthaltszeitraum, Hotelname und Details zur Reservierung – alle korrekt.
Der Verbraucher wurde aufgefordert, seine Daten über einen Link erneut zu bestätigen. Er folgte der Aufforderung und verlor dabei rund 500 Euro. Seine Kreditkarte ließ er anschließend sofort sperren und beantragte bei seiner Bank eine neue.
Auch Wochen später, nachdem er bereits Anzeige wegen Betrugs bei der Polizei gestellt und Beschwerde wegen einer möglichen Datenschutzverletzung eingelegt hatte, erreichte ihn eine weitere verdächtige Nachricht. Dieses Mal kam sie per E-Mail und erweckte erneut den Eindruck, vom gebuchten Hotel zu stammen.
Nach Angaben des Verbrauchers wurde die E-Mail zuvor sogar durch eine Nachricht von Booking.com über die Absender-Adresse noreply@booking.com angekündigt. Das Hotel bestätigte dem Betroffenen jedoch, die fragliche Nachricht nicht selbst verschickt zu haben. Wie die Kriminellen an die Buchungsdaten gelangt waren und über welchen technischen Weg die Nachrichten versendet wurden, ließ sich nicht abschließend klären.
Phishing mit echten Buchungsdaten
Auch andere Verbraucherzentralen warnen vor vergleichbaren Betrugsversuchen. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen berichtet von Nachrichten, mit denen vermeintliche Unterkünfte über den offiziellen Chat der Booking.com-App zur erneuten Eingabe ihrer Kreditkartendaten auffordern. Tatsächlich handelte es sich um Phishing-Versuche.
Bei dieser Masche wird ein angeblicher Kreditkarten-Check durch die Unterkunft angekündigt und ein Link zur erneuten Dateneingabe übermittelt. Mitunter wird zusätzlich behauptet, die Reservierung werde storniert, wenn die Aufforderung nicht innerhalb kurzer Zeit erfüllt werde. So setzen die Kriminellen ihre potenziellen Opfer unter Druck.
Unsere Tipps
- Seien Sie misstrauisch, wenn Sie nach einer bereits erfolgten Buchung plötzlich aufgefordert werden, Zahlungs- oder Kreditkartendaten erneut einzugeben. Das gilt besonders, wenn Sie über einen Link auf eine andere Internetseite weitergeleitet werden oder mit der Stornierung Ihrer Buchung gedroht wird.
- Nutzen Sie für Zahlungen möglichst die von der Buchungsplattform vorgesehenen Zahlungswege.
- Haben Sie Zweifel an einer Nachricht, klicken Sie nicht auf darin enthaltene Links. Kontaktieren Sie stattdessen die Unterkunft über Kontaktdaten, die Sie unabhängig von der verdächtigen Nachricht recherchiert haben, oder wenden Sie sich direkt an Booking.com.
- Auch Nachrichten innerhalb eines vermeintlich vertrauten Kommunikationskanals, zum Beispiel den Chat der Booking.com-App, sollten Sie kritisch prüfen. Korrekte Angaben zu Ihrem Namen, Ihrer Unterkunft oder Ihrer Buchungsnummer sind kein sicherer Beleg dafür, dass eine Nachricht tatsächlich von der Unterkunft stammt.