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Holz als Geldanlage: Lohnt sich das Risiko?

Anbieter von Holz- und Waldinvestments versprechen hohe Renditen und werben mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Doch diese Form der sachwertorientierten Geldanlage ist hochriskant und die versprochenen Gewinne sind kaum zu erzielen. Zahlreiche Pleiten der vergangenen Jahre zeigen das erhebliche Risiko.

Hände umarmen einen Baum mit Herz im Wald

Das Wichtigste in Kürze

  1. Direktinvestitionen in Wald und Holz bergen ein hohes Verlustrisiko.
  2. Hohe Renditeversprechen basieren lediglich auf Prognosen.
  3. Lange Laufzeiten, hohe Kosten, unkalkulierbare Preisentwicklungen, fehlende Kontrolle erschweren eine seriöse Einschätzung.
  4. Zahlreiche Anbieter haben Liquiditätsprobleme oder sind bereits insolvent.
     
Stand: 11.03.2026

Der Kauf von Bäumen oder die Pacht von Waldgrundstücken wird als sachorientiertes und grünes Investment beworben. Tatsächlich gehen Anlegerinnen und Anleger mit einem Waldinvestment ein hohes Risiko bei zweifelhaften Chancen ein. Ob etwa die Setzlinge tatsächlich in der erwarteten Laufzeit zu Bäumen mit dem prognostizierten Marktwert heranwachsen, liegt in ihrem Risiko. 

Sind Waldinvestments eine spekulative Geldanlage?

Abgesehen von negativen Umwelteinflüssen und dem Risiko von Naturkatastrophen ist der Preis des Holzes zum Zeitpunkt der Vermarktung ungewiss. Auch zu welchem Wert das Waldgrundstück zum Ende der Vertragslaufzeit verkauft werden kann, lässt sich kaum sicher vorhersagen. Die Kosten für die Bewirtschaftung des Waldes hingegen, die Verwaltungskosten und die Gebühren für Vertrieb, Verträge und Betrieb tragen Anlegerin oder Anleger aber in jedem Fall. 

Die Versprechungen einer attraktiven Rendite basieren lediglich auf Prognosen, die häufig viel zu optimistisch sind. Anlegerinnen und Anleger können in der Regel nicht einschätzen, ob die Annahmen etwa beim Holzpreis, beim Grundstückspreis und den laufenden Kosten realistisch gerechnet sind. Gerade der Preis für Holz ist sehr volatil und kann kaum für mehrere Jahrzehnte Laufzeit vorhergesehen werden. Ein Ausstieg aus den langjährigen Verträgen ist in der Regel nicht möglich oder wenn, dann nur unter großem Verlust. 

Wirken renditeorientierte Waldaufforstungen nachhaltig?

Fachleute sehen die nachhaltige Wirkung von renditeorientierten Waldaufforstungen kritisch. Mono-Kulturplantagen mit invasiven Arten, großflächige Verwendung von Insektiziden und Herbiziden und die Umsiedelung von lokalen Bevölkerungen sind nur einige Kritikpunkte. Es kommt hinzu, dass die Plantagen häufig im weit entfernten Ausland, etwa Süd- oder Mittelamerika oder Asien, liegen. Anlegerinnen und Anleger aus Deutschland können kaum überprüfen oder kontrollieren, ob ihr Sachinvestment Wald wie beworben umgesetzt wird. Die Durchsetzung von Rechtsansprüchen ist im außereuropäischen Ausland zudem schwierig.

Zahlungsschwierigkeiten und Insolvenzen

In der Vergangenheit gerieten zahlreiche Waldinvestments in finanzielle Schieflage und Anlegerinnen und Anleger verloren ihre Investitionen. Immer wieder untersagte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) den Vertrieb von holzbasierten Anlageformen, da die erforderlichen Voraussetzungen für den Vertrieb in Deutschland nicht vorlagen. In den letzten Jahren etwa rutschten die Unternehmen Green Planet AG, Oliveda Switzerland AG und Robinia Invest GmbH in die Insolvenz.
 

Unser Angebot

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Beispiel Life Forestry Switzerland

Die jüngste Pleite des Schweizer Anbieters Life Forestry Switzerland AG verdeutlicht einmal mehr das hohe Risiko einer Geldanlage in Wald und Holz: Life Forestry hatte Teakbäume und Waldgrundstücke unter anderem in Costa Rica und Ecuador zum Kauf und zur Pacht angeboten. Die BaFin hatte das Angebot mehrfach gerügt und 2021 den Vertrieb wegen eines nicht vorhandenen Verkaufsprospekts untersagt. Das Unternehmen stand schon länger finanziell unter Druck und musste Ende 2025 Konkurs anmelden. 

Im Januar 2026 lehnte das schweizerische Konkursgericht die Eröffnung des Konkursverfahrens mangels ausreichender Vermögenswerte ab. Ob Anlegerinnen und Anleger überhaupt Bäume erworben haben, wie diese weiter bewirtschaftet werden und ob ein Verkauf des Holzes nennenswerte Erlöse erzielen wird, steht in Frage. Den Betroffenen fehlen Informationen und Zugriffsmöglichkeiten. Eine Vermarktung der Bäume werden sie kaum selbst durchführen können, die Beauftragung eines Anwalts bei unklarer Ausgangslage ist heikel.

Fazit

Waldinvestments sind hochspekulative Investitionen. Wer investieren möchte, sollte sich bewusst mit den Chancen und Risiken auseinandersetzen. Eine nachhaltige Wirkung vor allem der Plantagenhölzer ist fraglich – und die finanzielle Sicherheit von Waldinvestments ebenfalls. Die hohen Renditeversprechen basieren lediglich auf Prognosen, das böse Erwachen kommt oft erst viele Jahre später.

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