Milka köpft den Weihnachtsmann

Stand: 15.12.2016

Mondelez hat die Milka-Schokoladen-Weihnachtsmänner geschrumpft – oder sagen wir geköpft.

Waren die Schokoladen-Hohlfiguren im roten Mantel im letzten Jahr noch in den drei Größen 210, 130 und 60 Gramm erhältlich, so gibt es sie dieses Jahr in einer abgespeckten Version mit 175, 100 und 50 Gramm. Das ist ein Gewichtsverlust von bis zu 23 Prozent. Wie gemein!

Das Outfit hat sich auch verändert: Statt im roten Mantel kommt der Weihnachtsmann nun im aufdringlichen Lila der Marke Milka daher. Ob das wohl ein Vertuschungsversuch ist? Zuzutrauen wäre das Mondelez schon, denn auf unsere Anfragen hin reagierte der Konzern auch nicht besonders kooperativ.

Preiserhöhung trotz meist niedrigerer Preise

In Einzelfällen ist der Preis für den Milka-Weihnachtsmann gleich geblieben. Manche Supermärkte haben die Preise etwas gesenkt, aber unterm Strich ist der Preis praktisch immer noch gestiegen – zwischen 3 und 20 Prozent liegt der Preisanstieg.Nur in einem Fall ist der große Weihnachtsmann (175 Gramm) 2016 günstiger als 2015 (210 Gramm).

Viele Preisdaten und weitere Marktinformationen wurden uns vom Preisvergleich der Sparpionier-App zur Verfügung gestellt, da eine Preis- und Füllmengenkontrolle im Supermarkt bei solchen Saisonartikeln selbstverständlich nicht mehr möglich war.

Transparenz bei Mondelez mangelhaft

Während verschiedene Einzelhändler, die wir wegen der Preise aus 2015 angeschrieben haben, sich bis zu einem gewissen Grad kooperativ zeigten, können wir das von Mondelez in keiner Weise behaupten. Auf unsere konkreten Fragen hat der Konzern nur ausweichend geantwortet. So wurde uns gegenüber noch nicht einmal in klaren Worten die Füll­mengen­reduzierung bestätigt. Aus unserer Sicht ein Schlag ins Gesicht für alle Verbraucher, die der Marke „Milka“ einen Vertrauensvorschuss geben und ein Armutszeugnis für einen Weltkonzern.

So viel Schokolade spart Mondelez: Dass sich die Schokoladendiät der Weihnachtsmänner für Mondelez lohnt, zeigt eine einfache Überschlagsrechnung. Laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) wurden in diesem Jahr 142 Millionen Weihnachtsmänner bzw. Nikoläuse produziert. Wenn wir annehmen, dass Milka davon 10 Millionen mit durchschnittlich 20 Gramm weniger Schokolade pro Nikolaus herstellt, benötigt der Konzern in einer Größenordnung von 200.000 Kilogramm weniger Schokolade! Das läppert sich.

Auch andere Weihnachtsprodukte von Milka betroffen

Milka bietet noch weitere Geschenkpackungen mit Schokolade an, die in der Gesamtmenge geschrumpft sind, vor allem wenn sie Milka-Weihnachtsmänner enthalten. Da gibt es zum Beispiel eine „Weihnachtsmischung“, die 2016 nur noch 196 statt 236 Gramm wie im Jahr 2015 beinhaltet, oder den Milka-Weihnachtsbecher, in dem 2014 ursprünglich einmal 130 Gramm Schokolade steckten, 2015 dann 106 Gramm und jetzt nur noch 96 Gramm!

Zur Not kann man in diesen Schrumpfungen auch positive Aspekte sehen: weniger Mineralölrückstande, weniger Verpackungsmüll, weniger Zucker bei den geschrumpften Weihnachtsmännern und damit weniger „Speckröllchen“, die nach Weihnachten abtrainiert werden müssen.

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