Krüger Chai Latte: »Weniger süß«, weniger drin, weniger Chai Latte

Krüger bietet zwei Varianten seines Instant-Tees „Chai Latte Typ Vanille Zimt“ an: klassisch und „weniger süß“. Bei der weniger süßen Sorte versucht der Hersteller, sehr trickreich den Zuckergehalt zu reduzieren und Kasse zu machen. Bezogen auf die Menge ist das Instant-Getränk um fast 80 Prozent teurer.

Latte macchiato im Glas

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Menge an Instantpulver pro Tasse schrumpft extrem von 25 Gramm (normal) zu 14 Gramm (weniger süß) und dadurch auch der Zuckergehalt.
  2. Der Karton mit den Päckchen ist nicht einmal zur Hälfte gefüllt
  3. Die geringere Menge zum gleichen Preis macht den Krüger „Chai Latte weniger süß“ fast 80 Prozent teurer als den normalen „Chai Latte“ des Herstellers.

Weniger süß – weniger drin

Krüger verzichtet bei seinem Chai Latte weniger süß“ in der Tat auf Haushaltszucker. Aber das ist gar nicht so viel – es sind nämlich nur rund 17 Prozent: Statt 71,9 Prozent Zucker enthält die Variante „Weniger süß“ immer noch 59,4 Prozent Zucker, der vor allem vom Süßmolkenpulver stammt. Trotz der Reduzierung bleibt das Getränk also eine „Zuckerbombe“.

Vergleicht man jedoch den Zuckergehalt des fertigen Getränks miteinander, so fällt der Unterschied deutlich größer aus: Statt 18 Gramm Zucker (!) beim normalen Chai Latte sind es nur 8,3 Gramm in der 150-Milliliter-Tasse Chai Latte weniger süß“. Warum? Ganz einfach, Krüger reduziert den Zuckergehalt, indem das Unternehmen einfach weniger Pulver in die einzelnen Päckchen füllt: nur 14 statt 25 Gramm. 

Eine perfekte Geschäftsidee, denn die Verbraucher bezahlen die Zeche. Bei gleichem Preis ist die „weniger süß“-Variante bezogen auf den Grundpreis um fast 80 Prozent teurer und von einem zuckerarmen Getränk kann immer noch keine Rede sein.

Wenig Inhalt – viel Luft

Darüber hinaus ist der Krüger Chai Latte weniger süß“ eine absolute Ressourcenverschwendung. Für ein bisschen Instantpulver wird viel zu viel Müll produziert. Der Karton für die Umverpackung ist deutlich zu groß. Schon bei der klassischen Variante mit insgesamt nur 250 Gramm Inhalt fällt jede Menge Müll an, doch der Karton der „Weniger süß“-Variante ist noch nicht einmal bis zur Hälfte gefüllt. Dazu kommt, dass die zehn einzelnen Päckchen für weiteren Verpackungsmüll sorgen.

Weniger Chai Latte – keine Vanille

Durch die geringere Füllmenge bekommen Verbraucher auch alle anderen Inhaltsstoffe nur „verdünnt“. War der klassische Chai Latte Typ Vanille Zimt noch mit 0,5 Gramm Schwarztee-Extrakt hergestellt, ist es mit 0,28 Gramm beim „Weniger süß“-Produkt nur gut die Hälfte. Ganz ähnlich sieht es beim Magermilchpulver aus.

Auch wenn Vanille auf dem Etikett steht, ist keine Vanille drin. Zimt findet man wenigstens ganz unten in der Zutatenliste an zweitletzter Stelle. Das ist legal, weil vor der Bezeichnung „Vanille-Zimt“ das Wort „Typ“ steht. Der Hinweis „Typ“ bedeutet bei verarbeiteten Lebensmitteln prinzipiell, dass die ausgelobte Zutat nicht oder nur in Minimengen drin steckt. Den Geschmack liefert stattdessen zugesetztes Aroma.

Unser Fazit

Der Chai Latte von Krüger ist in beiden Varianten nicht zu empfehlen. Der „Klassiker“ enthält mehr Zucker als Softgetränke wie Cola, die „Weniger süß“-Variante kommt zwar mit deutlich weniger Zucker aus, kostet dafür aber sehr viel mehr.

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