Mogelpackung des Monats Februar 2015: Pampers von Procter & Gamble

Stand: 25.02.2015

Pampers, gerade „Mogelpackung des Jahres 2014“ geworden, hat es schon wieder geschafft und ist die Mogelpackung des Monats Februar 2015. Denn, man mag es kaum glauben, Procter & Gamble hat bei Pampers die Anzahl der Windeln pro Packung erneut gesenkt. Bei den Größen 2 und 3 sind jetzt zwei Windeln weniger, bei den Größen 4, 4+, 5 und 6 ist je eine Windel weniger in der Packung – bei gleichem Preis. Das sind bis zu 6 % versteckte Preiserhöhungen. Rechnet man die Füllmengenreduzierung von Anfang des letzten Jahres noch ein, kommen innerhalb eines Jahres bis zu 15 % Preisanstieg zusammen. Aber auch bei anderen Packungen wie „Mega+Pack“ hat Procter & Gamble Windeln aus den Packungen gemopst.

Wo soll das enden? 47, 44, 40, 37, 34, 31, 30…

Weniger drin, Preis gleich. Das sechste Mal wendet Procter & Gamble diesen Trick an, um Preisstabilität zu suggerieren. Bei der meistverkauften Größe 4 wird das dann in folgender Zahlenreihe deutlich: 47, 44, 40, 37, 34, 31, 30. Sie zeigt die Anzahl der Windeln pro Packung innerhalb von knapp neun Jahren. Jedes Mal haben sich viele Verbraucher darüber beschwert, weil sie hinters Licht geführt wurden. Doch der Konzern schert sich dank seiner marktbeherrschenden Stellung – Experten gehen von 60 bis 70 Prozent Marktanteil bei Windeln in Deutschland aus – offensichtlich wenig um die Verbraucherproteste zu den versteckten Preiserhöhungen.

Knapp 500 Euro Mehrkosten pro Kind

Die Füllmengenreduzierungen schlagen sich direkt auf den Geldbeutel der jungen Eltern nieder. Denn die Babys brauchen weiterhin gleich viel Windeln, auch wenn in der Packung weniger drin ist. Wir haben einmal ausgerechnet, wieviel das ausmacht: Bis die Kleinkinder trocken sind, benötigen sie geschätzt rund 4400 Windeln (4 Windeln pro Tag, 3 Jahre lang). Musste man für diese Menge 2006 nur rund 94 Pakete à 47 Windeln einkaufen, sind aktuell 147 Packungen à 30 Windeln fällig: Das bedeutet über 50 zusätzliche Pakete, verbunden mit rund 480 Euro Mehrkosten für die Familien pro Kind, wenn man einen Durchschnittspreis von 9 Euro pro Packung annimmt!

Rohstoffkosten gefallen

Verwunderlich ist auch der Zeitpunkt der Füllmengenreduzierung. Wichtigster Rohstoff für die Windelherstellung ist Erdöl, aus dem die verwendeten Kunststoffe, aber auch in der Regel der Absorber, der den Urin der Babys bindet, hergestellt wird. Wie allgemein bekannt, ist der Erdölpreis innerhalb des letzten Jahres auf ungefähr die Hälfte. Es riecht nach Abzocke!

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