Pfändungsfreigrenzen erhöht

Seit 1. Juli 2017 gelten höhere Pfändungsfreigrenzen fürs Netto­ein­kommen. Schuldner mit regel­mäßigem Ein­kommen haben dann mehr finanziellen Spiel­raum. Wir beraten Sie.

Das Wichtigste in Kürze

  1. Der unpfändbare Grundbetrag für Nettoeinkommen beträgt seit 1. Juli 2017 monatlich 1.133,80 Euro.
  2. Haben Verbraucher Unterhaltspflichten, erhalten Sie einen höheren Freibetrag.
  3. Die Freigrenzen werden alle zwei Jahre an die allgemeine Entwicklung der Lebenshaltungskosten angepasst.
Stand: 01.07.2017

Seit 1. Juli 2017 beträgt der unpfändbare Grundbetrag nach der neuen Pfändungstabelle 1.133,80 Euro pro Monat.

Wer Unterhaltsverpflichtungen erfüllt, erhält einen höheren Freibetrag. Bei einem Kind liegt dieser bei 1.560,51 Euro, bei zwei oder mehr Kindern entsprechend höher. Konkret bedeutet das: Nur wenn Betroffene mehr als ihren Freibetrag verdienen, müssen sie bei einer Zwangsvollstreckung einen Teil an ihre Gläubiger abtreten.

Rechenbeispiel

Ein alleinstehender Schuldner, der monatlich 1.400 Euro verdient, darf 1.213,66 Euro behalten, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Ist er für eine Person unterhaltspflichtig, muss er gar nichts von seinem Lohn abtreten.

Regelmäßig angepasst

Maßstab für Erhöhungen der Freigrenzen ist vor allem die Entwicklung der Lebens­­haltungs­­kosten. Durch eine Dynamisierungs­regelung werden die Pfändungs­­frei­­grenzen alle zwei Jahre, jeweils zum 1. Juli, entsprechend der Entwicklung des steuerlichen Grund­­freibetrages überprüft und gegebenen­­falls angehoben, um Schuldnern das Existenz­­minimum zu erhalten und einen Anreiz zu geben, Einkommen zu erzielen und nicht von der Sozial­­hilfe leben zu müssen.

Die neuen Pfändungsfreigrenzen bleiben nun für zwei Jahre unverändert. Die nächste Überprüfung findet zum 1. Juli 2019 statt.

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Wir bieten verschuldeten Verbrauchern eine persönliche Kurzberatung an. Vereinbaren Sie einfach unter Tel. (040) 248 32-109 oder per E-Mail unter termine@vzhh.de einen Termin. Die Beratung ist kostenlos, denn sie wird in der Regel von der Stadt Hamburg gefördert. Nur wenn Ihr Einkommen eine bestimmte Grenze übersteigt, müssen Sie für unsere Hilfe zahlen.

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