Ärger mit dem Pfandautomaten: Händler wimmeln Kunden ab

Täglich melden sich Verbraucher bei uns, weil sie Probleme bei der Rückgabe ihrer Einwegflaschen oder -dosen haben. Händler weigern sich, das Leergut anzunehmen, obwohl sie gesetzlich dazu verpflichtet sind. Was tun? Unser Rat: Hartnäckig bleiben!

Pfandautomaten im Supermarkt

Das Wichtigste in Kürze

  1. Ist auf Flaschen oder Dosen das Siegel fürs Einwegpfand zu erkennen, müssen Händler die Verpackungen in den meisten Fällen auch annehmen. Form, Marke oder Inhalt spielen dabei keine Rolle, lediglich das Material.
  2. Trotzdem werden Verbraucher bei der Rückgabe von Einweg-Leergut oft zurückgewiesen – vor allem dann, wenn Automaten die Annahme verweigern.
  3. Die Verbraucherzentrale rät, hartnäckig zu bleiben, das Pfand beim Personal einzufordern und die zuständigen Behörden zu informieren.
Stand: 29.05.2019

Verpackungen mit Einwegpfand können Sie überall dort abgegeben, wo diese auch verkauft werden. Ist die Pfandkennzeichnung auf Flasche oder Dose zu erkennen, muss der Einkaufsmarkt das Leergut annehmen und Sie müssen Ihr Pfand bekommen. Das gilt auch für Verpackungen, die beschädigt oder zerdrückt sind und vom Leergutautomaten wieder ausgespuckt werden. Ausnahmen gelten nur für Geschäfte mit weniger als 200 Quadratmetern Grundfläche, wie zum Beispiel Kioske. Sie sind nicht grundsätzlich zur Rücknahme verpflichtet.

Obwohl in Sachen Einwegpfand alles klar geregelt ist, gibt es immer wieder Probleme bei der Rückgabe von Flaschen, Dosen oder anderen Packungen. Bei uns beschweren sich zurzeit besonders viele Verbraucher.

Wenn der Pfandautomat streikt

Der Handel führt oft vorgeschobene Gründe an, um die Annahme von Einwegverpackungen zu verweigern. Mal sei die Dose zu zerdrückt, mal führe man die Marke nicht, mal fehle ein Teil des Etiketts auf der Flasche. Besonders über das Aussortieren von Gebinden am Pfandautomaten ärgern sich viele Verbraucher.

  • Frau B. – „Ich habe bei mehreren Händlern, insbesondere namhaften großen Lebensmittelmärkten bzw. -discountern, in meinem Wohnort die Erfahrung gemacht, dass (zerdrückte) Einwegpfanddosen nicht zurückgenommen werden. Oder ich bekam zu hören: »Diese Sorte führen wir nicht.«“
  • Frau H. – „Ich sammle beim Hundespaziergang immer Müll. Bei der Pfandrückgabe habe ich inzwischen Probleme bei Lidl und Netto. Dort behauptet man, dass, wenn der Automat die Dose nicht akzeptiert, sie keine Möglichkeit haben, mir das Geld zu erstatten.“ 
  • Frau S. – „Der Pfandautomat erkannte zwei Pfanddosen (Red Bull) nicht mit der Begründung: »Gebinde deformiert.« Die Dosen wiesen jedoch beide keinerlei Beschädigungen auf. An der Kasse wünschte ich dann die händische Pfandrücknahme. Diese wurde mir von der Filialleiterin mit den Worten: »Kann ich hier nichts mit anfangen.« verweigert.“
  • Herr O. „Ich wollte eine platte Pfanddose (Logo und Barcode gut zu erkennen) im Getränke-Markt abgeben. Die Dose wurde mit der Begründung, dass der Code nicht elektronisch gelesen werden könne, nicht angenommen.“

In vielen Supermärkten und Discountern scheint zu gelten: Spuckt der Automat das Leergut wieder aus, nimmt der Markt die Flaschen und Dosen grundsätzlich nicht zurück.

Unser Rat

Lassen Sie sich nicht abwimmeln und weisen Sie den Händler auf seine Rücknahmepflicht hin. Ist das Symbol fürs Einwegpfand eindeutig zu erkennen ist, müssen Sie Ihr Pfand bekommen. Sind die Filialen nicht einsichtig, ist eine Beschwerde bei den Abfallbehörden der Städte oder Landkreise angebracht. In Hamburg sind die sogenannten Fachämter für Verbraucherschutz zuständig. 

Und wenn alles nichts hilft: Fragen Sie sich, ob Sie weiterhin bei einem Händler einkaufen wollen, der sich wegen zwei Euro Pfandgeld querstellt.

Wir meinen: Auch Supermärkte und Discounter müssen sich ans Gesetz halten! Die Rücknahmepflicht ist im Verpackungsgesetz klar geregelt und sie gilt auch für Leergut, das ein Automat vielleicht ablehnt. In den meisten Fällen sind die Händler in der Pflicht, das Einwegpfand auszahlen. Doch die Leute mit den nicht ganz einwandfreien Flaschen und Dosen werden einfach abgewimmelt und bekommen kein Geld. Das ist vor allem dann schlimm, wenn die Menschen auf den Notgroschen angewiesen sind.

Nur das Material ist relevant

Form, Marke oder Inhalt spielen bei der Rückgabe von Einwegflaschen oder -dosen keine Rolle. Lediglich das Material ist ausschlaggebend. Läden müssen nur die Verpackungsarten (zum Beispiel Plastik, Aluminium, Verbundkarton) annehmen, die sie auch selbst im Sortiment führen. Ein Beispiel: Verkauft ein Geschäft Coladosen, aber kein Büchsenbier, muss es trotzdem die Alubierdose annehmen. Nur wenn gar keine Dosen in den Regal stehen, kann der Händler die Annahme verweigern.

Die meisten Discounter und Supermärkten haben Gebinde aus Plastik und Aluminium im Sortiment. Da sind Sie also auf der sicheren Seite. Etwas seltener sind beispielsweise Bierflaschen aus Glas, die mit einem Einwegpfand belegt sind.

Danke für Ihren Hinweis!

Informieren Sie uns, wenn Sie Probleme bei der Rückgabe von Pfand-Leergut haben. Wir sammeln alle Beschwerden und machen die Missstände öffentlich.

Telefon: (040) 24 832-260 (Di bis Do, 10 – 13 Uhr)
E-Mail: umwelt@vzhh.de
Fax: (040) 24 832-290
Post: Verbraucherzentrale Hamburg, Kirchenallee 22, 20099 Hamburg

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