Welche Wasch- und Hilfsmittel brauche ich nicht?

Stand: 31.10.2016

Waschmittelhersteller lassen sich stets etwas Neues einfallen. Zum einen werden die herkömmlichen Waschmittel immer weiter optimiert, zum anderen kommen aber auch viele Produkte auf den Markt, die die Welt nicht braucht. Hier finden Sie eine Liste von Waschmittelprodukten, die Sie mit gutem Gewissen im Regal stehen lassen können. Wir garantieren eine positive Wirkung auf Geldbeutel, Gesundheit und Umwelt.


Waschmittel für Schwarzes

z.B. Coral flüssig „Black Velvet“ oder andere Produkte von Perwoll, burti…

  • „Schützt speziell dunkle und schwarze Wäsche vor dem Verblassen“
  • „Enzyme bilden Knötchenbildung vor“

Die Stiftung Warentest verglich schon im September 2002 beispielsweise das Coral flüssig „Black Velvet“ mit einem normalen Flüssigwaschmittel für Buntes. Das Ergebnis: Black Velvet schützt die Farben nicht besser als ein normales Flüssigwaschmittel für Buntes, das in vielen Haushalten häufig verwendet wird. 

Die Warentester haben zudem im Heft 2/2013 vier Feinwaschmittel für Schwarzes untersucht. So wie konventionelle Feinwaschmittel kamen sie über ein „befriedigend“ nicht hinaus.

Das Denkmit Black Sensation ist zudem 20 Prozent teurer als das Denkmit Feinwaschlotion. Aus unserer Sicht sind Spezialwaschmittel für schwarze und dunkle Wäsche nicht notwendig.


Jeans-Waschmittel

z.B. Coral flüssig „Jeans“

  • „Anschmiegsamkeit des Jeansstoff“ 
  • „Erhält die Farben von Jeans und allem Bunten“
  • „Jeans sehen länger wie neu aus“

Beim Vergleich der Inhaltsstoffe auf den verschiedenen Waschmitteln von Coral und anderen vergleichbaren Produkten zeigte sich: Ein normales Feinwaschmittel für Wolle tut es auch, denn dies ähnelt der Rezeptur von Coral flüssig „Jeans“ sehr. Doch wer wäscht schon seine Jeans mit Wollwaschmittel? Wer das dennoch gerne tun möchte, findet sicher auch eine günstige Alternative zum Coral flüssig „Jeans“. Außerdem: Ein Waschmittel für Buntes dürfte die Farben ähnlich gut erhalten. Und das haben die meisten von uns bereits im Schrank. Dass in Colorwaschmitteln anders als in Wollwaschmitteln Enzyme enthalten sind, die den Reinigungseffekt unterstützen, dürfte die Wenigsten stören.


Waschmittel für Funktionskleidung

z.B. Domol „Sport“ oder ähnliche Produkte

  • „saubere und hygienische Reinigung“ 
  • „Stoffe werden von unangenehmen Gerüchen befreit und bleiben atmungsaktiv, wasserabweisend und winddicht“
  • „geeignet für atmungsaktive Funktionsbekleidung..“
  • „mit Farbpflegeformel“

Für die Reinigung von Funktionskleidung empfehlen wir ein Waschmittel, das sanft zur Faser ist. Ein Vergleich von Rezepturen verschiedener Waschmitteltypen zeigt: Die Inhaltsstoffe der „Spezialwaschmittel für Sportkleidung“ ähneln denen von flüssigen Colorwaschmitteln. Ein besonderer Vorteil ist also nicht zu erkennen. Das bedeutet: Ein flüssiges Colorwaschmittel sorgt ebenso sanft für hygienisch einwandfreie Wäsche. Auch die teuren Spezialwaschmittel aus dem Internet bieten keinen besonderen Vorteil, denn auch hier geht es lediglich um sanfte Reinigung.

Und wenn meine Wäsche imprägniert ist? Mittel zur Imprägnierung gegen Wind und Wasser sind in den „Spezialwaschmitteln für Sportbekleidung“ nicht enthalten und müssen nach der Wäsche neu aufgetragen werden. Die benötigten Produkte sind in Fachgeschäften, zum Beispiel für Outdoor- und Sportbekleidung, erhältlich. Aus unserer Sicht können Sie sich die Investition eines Spezialwaschmittels für Ihre Sportkleidung sparen.


Feinwaschmittel für weiße Wäsche 

z. B. von Denkmit flüssig „White Sensation“

  • „reinigt und pflegt empfindliche weiße Wäsche“

Dieses Produkt ähnelt einem Vollwaschmittel, da es Vergrauungsinhibitoren und optische Aufheller enthält, damit Wäsche strahlend weiß bleibt. Bleichmittel sind aber nicht enthalten, dadurch ist das Produkt schonender zur Faser als ein Vollwaschmittel. Coral hat sein Feinwaschmittel für Weißes („White Satin“) wieder aus dem Sortiment genommen. Scheinbar hat sich das Produkt am Markt nicht bewährt. Grund dafür könnte sein, dass sich nur bei bestimmten Textilien, wie etwa Viskose, ein positiver Effekt zeigt. Das fand die Stiftung Warentest schon 2002 heraus.

Wir empfehlen auf Produkte mit optischen Aufhellern möglichst zu verzichten, denn sie sind problematisch für die Haut und biologisch schwer abbaubar. Aufgrund dieses problematischen Inhaltsstoffes und seiner scheinbar geringen Wirksamkeit bewerten wir das Produkt als nicht empfehlenswert.


Dr. Beckmann „Super Weiß“

  • „strahlendes Weiß und leuchtende Farben“
  • „wäscht UV-Schutz in die Wäsche“

Das Produkt soll auch für farbige Wäsche geeignet sein. Richtig ist allerdings, dass optische Aufheller, die in diesem Produkt in hoher Konzentration enthalten sind, Farben sehr stark verändern. Damit ist es nur für weiße Textilien geeignet. Problematisch ist auch, dass ausschließlich bei regelmäßiger Anwendung ein verbesserter UV-Schutz gegeben ist. Bei einem Preis von 1,80 Euro pro Packung, die für zwei Wäschen reicht, wird der UV-Schutz für die Kleidung zu einer sehr kostspieligen Angelegenheit. Nicht nur der Preis spricht gegen den Kauf dieses Produktes. Wir empfehlen, auf den Einsatz von optischen Aufhellern möglichst zu verzichten, da sie problematisch für die Haut und biologisch schwer abbaubar sind.


Weichspüler verschiedener Marken

  • „himmlisch weich“
  • „4x längere Frische“
  • „Frische eines blühenden Sommerfeldes“

Weichspüler werden für den eigentlichen Waschvorgang nicht benötigt. Sie sind beliebt, weil sie die Wäsche weicher machen und duften lassen. Auch trocknet Wäsche schneller und bei manchen Textilarten verhindern sie die elektrostatische Aufladung. Für manche Wäschestücke, wie beispielsweise Handtücher, sind sie allerdings weniger geeignet, da sie das Saugvermögen herabsetzen. Bis Anfang der 90er Jahre wurden in Weichspülern noch Tenside eingesetzt, die kaum biologisch abbaubar und besonders giftig für Wasserorganismen waren. Nach und nach sind Weichspüler sehr viel umweltverträglicher geworden. Zudem sorgt mittlerweile die EU-Detergenzienverordnung (EG/907/2006) dafür, dass alle eingesetzten Tenside vollständig biologisch abbaubar sind. Dadurch wurden auch Weichspülern weniger umweltschädlich.

Doch auch wenn die Inhaltsstoffe von Weichspülern heutzutage umweltverträglicher sind, bleiben sie laut Umweltbundesamt eine zusätzliche Belastung für die Umwelt. Wir raten daher von Weichspülern ab. Für weiche Wäsche ohne Weichspüler sorgt auch das Wäschetrocknen im Freien oder – während der Heizperiode – ein Wäschetrockner.


Wäscheparfüm

z.B. Lenor „Unstoppables“

Aus unserer Sicht sind die „Lenor Unstoppables“ von Procter & Gamble überflüssig – und das aus vielen Gründen. Das Produkt ist umweltschädlich und stellt eine zusätzliche Belastung für die Gewässer dar. Durch problematische Duftstoffe steigt das Allergierisiko für jeden, der die kleinen bunten „Perlen“ benutzt. Darüber hinaus sind die „Unstoppables“ sehr teuer und werden uns vielleicht auch deswegen als „Parfüm“ verkauft.

Wer den Duft von frisch gewaschener Wäsche, die an der frischen Luft getrocknet wurde, kennt und liebt, wird die „Unstoppables“ mit gutem Gewissen im Regal liegen lassen – bis Procter & Gamble diese vermeintliche Produktinnovation hoffentlich wieder vom Markt nimmt.


Hygienespüler

z.B. von Persil, Impresan, Sagrotan..

  • „Ergebnis: Hygienische Reinheit und ein rundum gutes Gefühl“
  • „Beseitigt 99,99% der Bakterien schon ab 15 Grad“

Das Umweltbundesamt (UBA) rät von der regelmäßigen Anwendung von Desinfektionsmitteln in Wasch- und Reinigungsmitteln im privaten Haushalt ab. Für gesunde Personen ist normale Schmutzwäsche kein Problem: Textilwäsche, Haushaltsreinigung und Körperhygiene halten die Zahl der Mikroorganismen gering. Für Personen mit geschwächter Immunabwehr können Keimbelastungen problematisch sein. In diesem Fall sollten Maßnahmen zur Reduzierung der Keimbelastung immer in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Gleiches gilt für Haushalte, in denen erkrankte Personen leben.

Neben einfachen Hygienemaßnahmen, wie etwa sorgfältiges Händewaschen und keine gemeinsame Benutzung von Handtüchern, getrenntes Waschen der Textilien, sollte auch in diesem Fall vom Arzt über den zusätzlichen Einsatz von Wäschedesinfektionsmitteln entscheiden. Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt: Einige Wirkstoffe sind zum Schutz der Meere als gefährlich eingestuft worden und auch gesundheitlich sind diese Stoffe bedenklich. Laut Robert-Koch-Institut können bakteriell wirkende Produkte die natürliche Hautflora des Menschen schädigen. Das größte Risiko gilt allerdings der Entwicklung von resistenten Mikroorganismen. Die Folgen beeinträchtigen dann auch den medizinischen Bereich, denn die veränderten Mikroorganismen werden widerstandsfähig gegen Antibiotika.


Dr. Beckmann „Fleckenteufel“ alle Sorten

  • „12 Dr. Beckmann Fleckenteufel um die am häufigsten vorkommenden Flecken wirksam und gewebeschonend zu entfernen. Sie sind jeweils auf bestimmte Fleckenarten oder deren Kombinationen abgestimmt..“

In einigen der Fläschchen sind Substanzen enthalten, die reizend oder leicht entzündlich sind. Die Anwendung ist also nicht ganz ungefährlich. Wir raten deswegen von diesen Produkten ab und empfehlen die Fleckenvorbehandlung mit Gallseife. Damit brauchen Sie nur noch ein Produkt und sparen eine Menge Geld.

Wie Sie Flecken am besten entfernen, lesen Sie unter „Wie geht der Fleck raus?“


Sil „Spezial Fleckenspray“

  • „hervorragend gegen Fett-, Öl-, und Kosmetikflecken“

Dieses Produkt enthält Reinigungsbenzin und ist damit reizend und hochentzündlich. Der Anteil der Lösungsmittel im Produkt beträgt über 30 Prozent. Die Anwendung birgt hohe gesundheitliche Risiken und Brandgefahr, zum Beispiel bei Kontakt mit den Augen, wenn Dämpfe eingeatmet werden oder sich das Mittel entzündet, etwa durch eine Zigarette. Wir raten dringend von der Verwendung dieses Mittels ab.


Wasserenthärter

z.B. von Calgon

  • „Waschmaschinen leben länger mit Calgon“
  • Soll Maschine vor dem Verkalken schützen

Sie können natürlich mit der Verwendung eines Wasserenthärters Waschpulver einsparen, da Sie dann nur noch die Waschmittel-Dosierung für weiches Wasser benötigen, entsprechend dem Verschmutzungsgrad Ihrer Wäsche. Damit ersparen Sie der Umwelt überflüssige Waschmittelchemie, wie zum Beispiel optische Aufheller oder Duftstoffe. Allerdings macht die zusätzliche Investition in einen Wasserenthärter den Waschgang nicht billiger.

Einen Wasserenthärter zusätzlich zum Waschpulver zu dosieren, ist grundsätzlich nicht notwendig, da in Waschmitteln schon Substanzen zur Wasserenthärtung enthalten sind: In Pulvern übernehmen das Zeolite, in Flüssigwaschmitteln sorgt eine größere Menge der Tenside für weicheres Wasser. In Gegenden mit weichem Wasser brauchen Sie generell keinen Wasserenthärter.

Dosieren Sie Ihr Waschmittel immer entsprechend dem Härtegrad Ihres Wassers. Welcher Härtegrad das ist, erfahren Sie bei Ihrem Wasserwerk. Wie Sie Ihr Waschmittel richtig dosieren, können Sie auch unter „Wie viel Wäsche und wie viel Waschmittel soll in die Waschmaschine?” nachlesen. Wir empfehlen ein Baukastensystem zur Wäschepflege. Dieses ermöglicht die getrennte und damit genaue Dosierung von Basiswaschmittel, Bleichmittel und Enthärter entsprechend dem Verschmutzungsgrad der Wäsche und der Wasserhärte. Auf diese Weise wird nur das Nötigste an Chemie verwendet.

Ratgeber