Wie geht der Fleck raus?

Flecken sind meist ein Gemisch aus Farbstoffen, Eiweißen, Fetten, Ölen, Pigmenten und Stärke. So viele verschiedene Flecken es gibt, so viele verschiedene Mittelchen und ausgeklügelte Methoden gibt es auch, die sie verschwinden lassen sollen.

Zwei Personen in einer Pfütze
Stand: 08.01.2018

Generell gilt: Werden Flecken sofort behandelt, lösen sie sich am besten! Oft hilft schon, die Stelle sofort mit Wasser und etwas Seife zu waschen. Ist beides nicht verfügbar, kann etwas Speichel das Eintrocknen verhindern und die in der Spucke enthaltenen Enzyme Eiweiß, Fett und Stärke lösen.

Kurze Fleckenfibel

  1. Bratfett, Olivenöl, Lippenstift: Da Fette und Öle nicht wasserlöslich sind, können sie nur mit Hilfe von Enzymen und Tensiden aus Textilien entfernt werden. Bei frischen Flecken kann Wasser und Handseife ausreichen.
  2. Kaffee, Tee, Rotwein, Obst: Gegen farb- und gerbstoffhaltige Flecken helfen Seife und Wasser, wenn sie schnell zum Einsatz kommen. Hartnäckige Flecken verschwinden, wenn sie etwa auf den angefeuchteten Fleck etwas Vollwaschmittel und das Wäschestück dann nach kurzer Zeit wie gewohnt in die Maschine geben.
  3. Ei, Blut, Kakao: Eiweißhaltige Flecken sollten immer mit kaltem Wasser und Seife oder etwas Feinwaschmittel vorbehandelt werden, da Eiweiß bei über 40 Grad gerinnt und so nach dem Waschen im Stoff fixiert wird. Solche Flecken sind dann nur noch schwer zu lösen.
  4. Motoröl, Ruß, Erde: Bei diesen Flecken kann man es erst mit Wasser und Seife versuchen. Reicht das nicht aus, zum Beispiel bei Motoröl, das Pigmente und Metallreste enthält, kann nur noch der Gang in die Reinigung weiter helfen.

Fleckentferner im Überblick

Universalfleckentferner, Vorwaschsprays und Co 

Wer Universalfleckenentferner anwenden möchte, kann verschiedene Produkte kaufen. Es gibt sie als Pulver, Salz, Spray oder Gel. Allerdings fehlen Spray und Gel meist Enzyme, die Flecken aus Fett, Eiweiß und Stärke in der Wäsche lösen. Deswegen sind sie nicht so effektiv wie ein Fleckensalz oder -pulver. Ein Test der Stiftung Warentest hat im Jahr 2009 gezeigt, dass kaum ein Fleckenentferner hält, was die Werbung verspricht. Einzig das Sil 1-für-Alles Fleckensalz schnitt gut ab, da es sowohl eiweiß- und stärkehaltige als auch bleichbare Flecken gut entfernte.

Besser als jeder Fleckenentferner beseitigt Flecken allerdings ein Vollwaschmittel bei 40 Grad Celsius. Ein Waschgang mit einem normalen Vollwaschmittel ist zudem meist billiger als die Anwendung eines Fleckenmittels zusätzlich zum eigentlichen Waschmittel. Auch aus ökologischer Sicht sind Fleckenmittel kritisch zu bewerten. Zwar belasten sie Gewässer nicht mehr als ein normales Waschmittel, doch aufgrund ihrer geringen Wirksamkeit tun sie dies unnötigerweise.

Wer häufig Flecken aus farbigen Textilien entfernen muss, kann ein Colorwaschmittel mit Fleckensalz kombiniert anwenden. Dafür wird das Fleckensalz zusätzlich zum Colorwaschmittel in die Maschine dosiert. Das Sil 1-für-Alles war im Test sanfter zu den Farben als die Anwendung eines Vollwaschmittels. Schonend für den Geldbeutel ist das natürlich nicht.

Die gute alte Gallseife 

Gallseife ist seit Generationen ein bewährtes Hausmittel gegen Flecken. Mittlerweile wird sie nicht mehr nur als Seifenstück angeboten, sondern auch in flüssiger Form. Als Naturprodukt besteht sie aus Rindergalle und Kernseife und ist damit schonend zur Umwelt. Ihre Wirksamkeit beruht auf den Enzymen der Rindergalle, die die emulgierende Wirkung der Seife verstärken. Da die Enzyme eigentlich bei der Verdauung zum Einsatz kommen, entfernen sie auch als Bestandteil der Seife fett-, eiweiß- und farbstoffhaltige Flecken, wie Öl, Blut, Milch, Obst, Ketchup, Gemüse und Kinderfertignahrung. In der Anwendung ist Gallseife unkompliziert. Der Fleck wird angefeuchtet und mit Gallseife eingerieben. Nach ein paar Minuten Einwirkzeit kann das Wäschestück mit warmem Wasser ausgespült werden. Soll Wäsche vor einem Waschgang vorbehandelt werden, können Flecken wie oben beschrieben mit Gallseife eingerieben und ohne auszuspülen in die Waschmaschine gegeben werden.

Soda

Soda oder auch Natriumkarbonat (Na2CO3), kommt wie Gallseife schon seit langer Zeit bei der Reinigung von Wäsche zum Einsatz. In Wasser gelöst wirkt Soda als starke Lauge. Diese lässt Flecken und Schmutz quellen und sich chemisch verändern. Dadurch lösen sie sich leichter vom Gewebe. Für tierische Fasern aus Wolle und Seide eignet sich Soda nicht, da es die Fasern schädigt.

Stattdessen ist es effektiv als Einweichmittel etwa für stark verschmutzte Arbeitskleidung oder Sportkleidung. Wichtig ist, bei der Anwendung Gummihandschuhe zu tragen, da die Lauge raue Hände und brüchige Fingernägel verursachen kann. Auch sollte das Produkt nicht in die Augen gelangen oder eingeatmet werden. Waschsoda ist preiswert meist als Pulver in Drogeriemärkten und gut sortierten Lebensmitteldiscountern erhältlich.

Gut zu wissen

Bei Ratschlägen aus Internetforen sollten Sie vorsichtig sein. Manche sind nicht nur gefährlich, wie beispielsweise heißer Spiritus, sondern oft auch wirkungslos.

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