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Die Guter Fisch-Liste für den Kauf von Meeresfisch

Überfischung, Zerstörung von Lebensräumen und viel Beifang sind häufig unerwünschte Begleiterscheinungen der kommerziellen Fischerei. Doch es ist kompliziert, zu erkennen, ob „guter Fisch“ überhaupt noch zu haben ist. Unsere neue Guter Fisch-Liste hilft beim Kauf von Meeresfisch.

Fische liegen nebeneinander; die Augen sind zu sehen

Das Wichtigste in Kürze

  1. Guter Fisch ist selten geworden und die verschiedenen Fischratgeber geben je nach ausgewählten Kriterien unterschiedliche Empfehlungen.
  2. Die Guter Fisch-Liste für einen bewussten Einkauf von Meeresfisch wird gemeinsam von Forschungseinrichtungen, Umweltverbänden und den Verbraucherzentralen veröffentlicht.
  3. Bei der Bewertung der Fische finden die angewandte Fangtechnik, die aktuelle Bestandsgröße sowie die Höhe des Fischereidrucks besondere Beachtung. Fische aus Aquakulturen werden nicht berücksichtigt.
  4. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten darauf achten, dass beim Kauf sowohl der Fischname (Artname), das Fanggebiet und auch die Fangmethode mit den Angaben auf der Liste übereinstimmen. Fehlen diese Informationen, wie zum Beispiel im Restaurant, sollte man gezielt danach fragen.
Stand: 17.11.2022

Die an der Guter Fisch-Liste beteiligten Verbände haben eine Liste von Fischen zusammengestellt, deren Fang und Verzehr derzeit die beste Alternative aufzeigt für alle, die nicht auf Fisch verzichten wollen. Wir appellieren an Verbraucherinnen und Verbraucher, den Handel und die Gastronomie vorrangig diese Fische und Muscheln einzukaufen. Die Liste wird jährlich aktualisiert und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Einige Fischbestände stehen unter Vorbehalt auf der Liste. Sie verfehlten in ihrer Bewertung knapp zentrale Kriterien wie ausreichende Bestandsgröße, Vermeidung von Beifang oder Einsatz schonender Fangmethoden und erscheinen gelb markiert. Die Kriterien müssen durch geeignete Maßnahmen wie Verringerung der erlaubten Fänge, Änderung der Fangmethoden oder Ausschluss von bestimmten Fanggebieten vor der Aufnahme in die nächste Ausgabe der Liste erfüllt werden. 

Wichtig: Für unverarbeiteten Fisch und Tiefkühlprodukte sind die Angaben zu Fischart, Fangmethode und Fanggebiet verpflichtend. Aber ob ein Fisch noch mit gutem Gewissen gekauft und verzehrt werden kann, hängt nicht allein davon ab. Heringe können in einem Fanggebiet überfischt sein, während ihr Bestand in anderen Fanggebieten nicht bedroht ist.

Guter Fisch

Wenn Meeresfisch, dann bietet diese Positiv-Liste eine gute Auswahl. Achten Sie darauf, dass beim Kauf sowohl der Fischname (Artname), das Fanggebiet und auch die Fangmethode mit den Angaben auf der Liste übereinstimmen.

Ostsee Flunder (Platichthys flesus)

Fanggebiet
FAO 27: westliche Ostsee, ICES 24, 25

Erlaubte Fanggeräte
Reusen oder Fallen

Bemerkung, Bedingung, Quelle
Die Flunder gehört zu den Plattfischen und lebt und frisst überwiegend am Boden. Den Beständen in der Ostsee geht es gut und sie werden nachhaltig befischt.

Mehr Informationen: www.fishbase.orgices-library

Riga Hering (Clupea harengus)

Fanggebiet
FAO 27: Ostsee, Golf von Riga, ICES 28.1

Erlaubte Fanggeräte
Pelagische Schleppnetze, Fallen

Bemerkung, Bedingung, Quelle
Heringe kommen in großen Beständen im Nordatlantik vor und spielen als Futterfische eine Schlüsselrolle im Nahrungsnetz der Meere. Der Bestand im Golf von Riga hat eine sehr gute Größe und wird nachhaltig befischt.

Mehr Informationen: fishbaseices-library

 

Nördlicher Irland Hering (Clupea harengus)

Fanggebiet
FAO 27: Irische See, nördlicher Bestand; ICES VIIa, 7.a, nördlich 52°30’N

Erlaubte Fanggeräte
Pelagische Schleppnetze

Bemerkung, Bedingung, Quelle
Nördlicher Irland Hering: Heringe kommen in großen Beständen im Nordatlantik vor und spielen als Futterfische eine Schlüsselrolle im Nahrungsnetz der Meere. Der Bestand nördlich von Irland hat eine gute Größe und wird nachhaltig befischt.

Mehr Informationen: fishbaseices-library

 

Ostsee Kliesche (Limanda limanda)

Fanggebiet
FAO 27: Ostsee, ICES 22 - 32

Erlaubte Fanggeräte
Reusen oder Fallen

Bemerkung, Bedingung, Quelle
Die Kliesche ist ein kleinerer Plattfisch, der überwiegend am Boden lebt und frisst. Den Beständen in der Ostsee geht es gut und sie werden nachhaltig befischt.

Mehr Informationen: fishbaseices-library

 

Keta Lachs, auch Chum salmon (Oncorhynchus keta)

Fanggebiet
FAO 67: Alaska

Erlaubte Fanggeräte
Umschließungsnetze, Ringwaden (purse seines), Schleppangeln

Bemerkung, Bedingung, Quelle
Der Ketalachs ist ein großer pazifischer Lachs, der in Flüssen des nördlichen Nordpazifik ablaicht und dann stirbt. Die meisten Bestände, die in Alaska ablaichen, sind von ausreichender Größe und werden nachhaltig befischt.

Mehr Informationen: fishbasefisheries

 

Rotlachs, auch Sockeye salmon (Oncorhynchus nerka)

Fanggebiet
FAO 67: Alaska

Erlaubte Fanggeräte
Pelagische Kiemennetze

Bemerkung, Bedingung, Quelle
Der Rotlachs ist ein kleinerer pazifischer Lachs, der hauptsächlich tierisches Plankton frisst. Er laicht in Flüssen und Seen des nördlichen Nordpazifik und stirbt nach dem Ablaichen.

Mehr Informationen: fishbasefisheries

 

Miesmuschel Leinenkultur (Mytilus edulis)

Fanggebiet
FAO 27

Erlaubte Fanggeräte
Passiver Fang von sich niederlassenden Larven mit Substratseilen

Bemerkung, Bedingung, Quelle
Die Miesmuschel ist weit verbreitet in flachen, kühlen Küstengewässern. Sie bildet Muschelbänke als Lebensraum für viele andere Tiere und filtert Plankton aus dem Wasser als Nahrung. Das Absammeln von natürlichem Aufwuchs auf speziell ausgebrachten Leinen ist eine schonende Fangmethode.

Mehr Informationen: sealifebasefisheries

 

Ostsee Scholle (Pleuronectes platessa)

Fanggebiet
FAO 27: Ostsee, ICES 21-32

Erlaubte Fanggeräte
Reusen oder Fallen

Bemerkung, Bedingung, Quelle
Die Scholle gehört zu den Plattfischen und lebt und frisst überwiegend am Boden. Den Beständen in der Ostsee geht es gut und sie werden nachhaltig befischt.

Mehr Informationen: fishbaseices-library

 

Barentssee Seelachs (Pollachius virens)

Fanggebiet
FAO 27: Barents See, Nordatlantik, ICES 1 und 2

Erlaubte Fanggeräte
Umschließungsnetze, Ringwaden

Bemerkung, Bedingung, Quelle
Der Köhler oder Seelachs ist ein großer dorschartiger Raubfisch, der häufig kleinere Fische frisst und damit das Ökosystem stabilisiert. Der Bestand in der Barentssee ist groß und wird nachhaltig befischt.

Mehr Informationen: fishbaseices-library

 

Iberischer Stöcker (Trachurus trachurus)

Fanggebiet
FAO 27: Iberische Gewässer

Erlaubte Fanggeräte
Umschließungsnetze, Ringwaden (purse seines)

Bemerkung, Bedingung, Quelle
Der Stöcker ist ein mittelgroßer Wanderfisch, der sich hauptsächlich von kleineren Fischen, Garnelen und Tintenfischen ernährt. Der Bestand um die iberische Halbinsel ist groß und wird nur schwach befischt.

Mehr Informationen: fishbaseices-library

 

Bonito Thunfisch, auch Skipjack (Katsuwonis pelamis)

Fanggebiet
FAO 51, 57: Indischer Ozean WCPFC

Erlaubte Fanggeräte
Angelfischerei (pole and line und Handleine)

Bemerkung, Bedingung, Quelle
Der Bonito ist ein kleinerer Thunfisch, der weltweit in warmen Meeren vorkommt und sich hauptsächlich von kleineren Fischen und Tintenfischen ernährt. Die Bestände im Indischen Ozean sind noch in gutem Zustand und werden nachhaltig befischt.

Mehr Informationen: fishbaseiotc

 

Weißer Thun, Langflossen Thun, auch: Albacore (Thunnus alalunga)

Fanggebiet
FAO 21, 27, 31, 34: Nord Atlantik

Erlaubte Fanggeräte
Handlinen, Angelfischerei (pole and line), Schleppangeln

Bemerkung, Bedingung, Quelle
Der Weiße Thun kommt weltweit in warmen Meeren vor und ernährt sich hauptsächlich von kleineren Fischen und Tintenfischen. Die Bestände im Nordatlantik sind noch in gutem Zustand und werden nachhaltig befischt.

Mehr Informationen: fishbaseiccat

 

Bedingt empfehlenswerter Fisch

Fischbestände können auch bedingt aufgenommen werden, wenn sie zentrale Kriterien der Liste wie ausreichende Bestandsgröße, nachhaltigen Fischereidruck, Beifangvermeidung oder schonende Fangmethoden nur knapp verfehlen. Die Bedingungen (z.B. Verringerung der erlaubten Fänge, Änderung der Fangmethoden, Ausschluss von bestimmten Fanggebieten) müssen dann vor der Aufnahme in die nächste Ausgabe der Liste erfüllt werden. 

Bottnischer Hering (Clupea harengus)

Fanggebiet
FAO 27: Ostsee, Golf von Bothnia, ICES 30, 31

Erlaubte Fanggeräte
Pelagische Schleppnetze

Bemerkung, Bedingung, Quelle
Heringe kommen in großen Beständen im Nordatlantik vor und spielen als Futterfische eine Schlüsselrolle im Nahrungsnetz der Meere. Der Bestand im Bottnischen Meerbusen ist etwas zu klein und muss weniger stark befischt werden. Außerdem muss der Anteil am Fang für direkten menschlichen Verzehr (statt für Fischmehl) erhöht werden, damit der Bestand auf dieser Liste bleibt.

Mehr Informationen: fishbaseices-library

 

Nordsee Hering (Clupea harengus)

Fanggebiet
FAO 27: Nordsee

Erlaubte Fanggeräte
Umschließungsnetze, Ringwaden (purse seines)

Bemerkung, Bedingung, Quelle
Heringe kommen in großen Beständen im Nordatlantik vor und spielen als Futterfische eine Schlüsselrolle im Nahrungsnetz der Meere. Der Heringsbestand der Nordsee ist groß, aber schrumpft seit zehn Jahren. Um diesen Trend zu stoppen und um auf dieser Liste zu bleiben, muss der Bestand weniger stark befischt werden. Der Fang für Fischmehl sollte dafür deutlich verringert werden.

Mehr Informationen: fishbasefigshare

 

Makrele (Scomber scombrus)

Fanggebiet
FAO 27: Nordost Atlantik

Erlaubte Fanggeräte
Pelagische Schleppnetze, Umschließungsnetze, Ringwaden (purse seines)

Bemerkung, Bedingung, Quelle
Die Makrele ist ein kleiner Verwandter der Thunfische im Nordatlantik. Die Schwarmfische fressen hauptsächlich tierisches Plankton sowie kleine Fische. Der Bestand ist groß, aber abnehmend aufgrund von Überfischung für Fischmehl. Damit dieser Bestand auf der Liste bleiben kann, muss die Überfischung beendet werden, zum Beispiel durch Verringerung der Fischmehlfischerei.

Mehr Informationen: fishbaseices-library

 

Ostsee Sprotte (Sprattus sprattus)

Fanggebiet
FAO 27: Ostsee

Erlaubte Fanggeräte
Pelagische Schleppnetze

Bemerkung, Bedingung, Quelle
Die Sprotte spielt als kleiner planktonfressender Futterfisch eine Schlüsselrolle im Nahrungsnetz des Nordostatlantiks, insbesondere in der artenarmen Ostsee. Die historischen Bestände in der westlichen und zentralen Ostsee sind nach Überfischung zusammengebrochen. Der verbleibende nordöstliche Bestand ist ausreichend groß, wird aber auch überfischt, hauptsächlich für Fischmehl. Diese Überfischung muss aufhören und der Fang für menschlichen Verzehr (statt für Fischmehl) muss zunehmen, damit dieser Bestand auf der Liste bleiben kann. 

Mehr Informationen: fishbase, ices-library

 

Kriterien

Bestandsgrößen müssen nachweisbar und aktuell über dem Mindestwert liegen, der den maximalen Dauerertrag (maximum sustainable yield = MSY) produzieren kann. 

Der Fischereidruck muss nachweisbar und aktuell kleiner sein als derjenige, der den maximalen Dauerertrag (maximum sustainable yield = MSY) produzieren kann.

Die mittlere Körpergröße im Fang muss deutlich über derjenigen liegen, bei der die Tiere geschlechtsreif werden.

Die verwendeten Fangmethoden sollen die Umwelt, andere Arten und die natürliche Größenstruktur des Bestandes möglichst wenig beeinträchtigen. Maschenweiten müssen so gewählt werden, dass Jungfische und kleinere Arten nicht mitgefangen werden. Akzeptable Fanggeräte sind: Angeln (Pole and Line oder Handangeln), Schleppangeln, nicht grundberührende Umschließungsnetze / Ringwaden (purse seines), Fallen und Reusen. Der Einsatz von Stellnetzen ist in Ausnahmefällen dann zu akzeptieren, wenn ihre Naturverträglichkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist. Um die Naturverträglichkeit der Stellnetzfischerei beurteilen zu können, bedarf es belastbarer Daten zum Beifang. Ebenso ist der Einsatz von Schleppnetzen nur zu akzeptieren, wenn der Meeresgrund nicht berührt wird und der Beifang nachweislich gering ist. Ausgeschlossen sind Grundschleppnetze, Dredgen, und FADs.

Fisch – was ist denn das Problem?

Fisch kann Bestandteil einer gesunden Ernährung sein. Er liefert wertvolle Eiweiße, Fettsäuren und Mineralstoffe. Doch Meeresfische werden immer knapper: Überfischung und nicht nachhaltige Fangmethoden bedrohen die Fischbestände in allen Meeren und schädigen die Umwelt. Die Mehrzahl der Fischbestände weltweit werden bis an ihre biologischen Grenzen oder darüber hinaus befischt. Nur noch wenige Bestände sind in einem guten Zustand. Die steigende Nachfrage einer wachsenden Weltbevölkerung trifft immer häufiger auf erschöpfte Fischbestände. Diese Entwicklung kann Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit von mehreren Milliarden Menschen haben.

Unser Ziel sind gesunde Meere, in denen Fischbestände leben, die trotz ihrer kommerziellen Nutzung groß und gesund sind und die ihre Rolle im Ökosystem erfüllen können. Denn: Der Einfluss der Fischerei auf die Meeresumwelt, auf marine Säugetiere, Seevögel und auf nicht kommerziell genutzte Fischarten muss so gering wie möglich sein und darf das Erreichen nationaler und europäischer Ziele zum Schutz der Biodiversität und der Meeresumwelt nicht gefährden.