Auf zur Schnäppchenjagd?

Eigentlich hat niemand etwas zu verschenken und trotzdem rufen Ende November viele Händler zur großen Rabattschlacht. „Black Friday“ und „Cyber Monday“ sind die ersten Höhepunkte im Weihnachtsgeschäft. Vor allem der Online-Handel lockt mit Preisnachlässen. Doch wenn Sie die Gunst der Stunde nutzen wollen, sollten Sie einiges beachten.

Online-Shopping zum Black Friday

Das Wichtigste in Kürze

  1. Verbraucher sollten sich beim Online-Shopping nicht von „Angeboten“ locken lassen und stattdessen in Ruhe Preise vergleichen.
  2. Die beworbenen Preisnachlässe in Online-Shops scheinen an Aktionstagen oft höher als sie tatsächlich sind.
  3. Fürs Surfen im Netz empfiehlt sich ein Cookie-Tracker. Im Browser hinterlegte Cookies sollten regelmäßig gelöscht werden.
  4. Unter den Anbietern tummeln sich auch schwarze Schafe. Sie geben nur vor, Produkte zu verkaufen.
Stand: 27.11.2020

Immer Ende November rufen Händler zur Schnäppchenjagd. Viele Produkte werden zum „Black Friday“ oder „Cyber Monday“ mit hohen Preisrabatten beworben – vor allem in Online-Shops. Doch handelt es sich wirklich um Schnäppchen? Wir sagen Ihnen, worauf Sie beim Online-Shopping achten und was Sie über Preise im Netz wissen sollten.

Überzogene Rabatte

Oftmals werden Rabatte an diesen Aktionstagen „aufgeblasen“. Ein von 450 auf 279 Euro reduzierter Kühlschrank mag nach einer lukrativen Investition klingen. Aber der kräftige Preisnachlass kommt nur zustande, weil nicht der eigentliche Marktpreis als Vergleichsgröße zugrunde gelegt wurde, sondern die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers. Doch kaum ein Händler verlangt diese hohen Preise noch. So kann es passieren, dass der Kühlschrank ohnehin in vielen Shops nur 299 Euro kostet.

Unser Rat: Sie sollten wissen, welches Produkt Sie tatsächlich brauchen und kaufen wollen. Recherchieren Sie schon im Vorfeld der Aktionstage nach Preisen, zum Beispiel mit Hilfe von Preissuchmaschinen. Dort wird oft die Preisentwicklung eines Produkts über mehrere Wochen anzeigt. So können Sie besser einschätzen, ob das Aktionsangebot wirklich günstiger ist oder nur eine Finte.

Zugeschnittene Angebote und Preise 

Eine teure Anschaffung vor ein paar Monaten, die Suche nach einem bestimmten Stichwort vor wenigen Wochen und kürzlich der Like an einem Social-Media-Post zum Thema – immer mehr Unternehmen wissen genau, wie sich ihre potenziellen Kunden informieren und was sie in der digitalen Welt tun. Ihre Vertriebsmaßnahmen schneiden sie anhand der gesammelten Daten speziell auf ausgewählte Internetnutzer zu. Welche Produkte bekommt man da überhaupt noch zu Gesicht – und was kosten die? #wasistdeinpreis

Unser Rat: Hinterlassen Sie so wenig digitale Spuren wie möglich oder verwischen Sie sie wenigstens gut. Verwenden Sie einen Cookie-Tracker, wenn Sie online surfen und nach Produkten recherchieren. So erfahren Sie, wer welche Ihrer Daten sammeln will. Löschen Sie regelmäßig Cookies über die „Einstellungen“ in Ihrem Browser. Seien Sie grundsätzlich sparsam mit der Preisgabe Ihrer Daten.

Die Zeit läuft...

Die vermeintlichen oder vielleicht auch echten Schnäppchen sind vor allem an Aktionstagen angeblich bald vergriffen. Dann sind plötzlich „nur noch 5 Artikel auf Lager“ oder das Angebot läuft bereits am Abend aus. Mit Hinweisen wie diesen drängen die Shops zur Eile. 

Unser Rat: „Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und planen Sie Ihren Einkauf gut. Tickende Uhren und kleiner werdende Balken sollten Sie nicht aus der Ruhe bringen. Meist ist das erstbeste Schnäppchen nicht das beste. Viele Händler bieten auch nach dem Cyber Monday noch vergünstigte Ware an.

Alles Fake oder was?

Vor allem an Rabatt-Tagen ist die Gefahr groß, in einem Fake Shop zu landen. Auch auf dem Marketplace von Amazon können dubiose Verkäufer unterwegs sein. Deren Shops und Angebote sind häufig professionell gestaltet. Auf den ersten Blick lässt sich nicht immer erkennen, dass sich dahinter kein echter Händler verbirgt. Auch Online-Shops in Fernost können zum Problem werden, denn die Rückgabe von Waren ist oft gar nicht möglich oder nur mit hohem – vor allem finanziellem Aufwand fürs Porto – verbunden.

Unser Rat: Schauen Sie lieber zweimal hin. Werfen Sie einen Blick ins Impressum, prüfen Sie, ob die Angabe der Handelsregisternummer stimmt, oder lesen Sie Erfahrungsberichte anderer Kunden, bevor Sie etwas bestellen und zahlen Sie nicht per Vorkasse.

Gut zu wissen

War ein Produkt doch nicht so günstig wie gedacht oder gefällt es Ihnen nicht, können Sie den Kaufvertrag für ein im Internet bestellten Artikel ohne Angabe von Gründen binnen 14 Tagen widerrufen. Eventuell müssen Sie die Rücksendekosten tragen. Das sollten Sie schon vor Vertragsschluss prüfen.

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