Billig einkaufen kann teuer werden

Wenn Sie im Internet nach neuen Klamotten stöbern, stoßen Sie schnell auf erstaunlich günstige Angebote aus Fernost. Doch häufig folgt die Ernüchterung schon beim Auspacken der Lieferung. Meiden Sie bestimmte Online-Shops lieber!

Frau mit Smartphone in der Hand vor einem Laptop

Das Wichtigste in Kürze

  1. Verbraucher sollten bestimmte Online-Shops, insbesondere mit vermeintlichen Schnäppchen aus Fernost, besser meiden.
  2. Die Ware hält nicht immer das, was die Bilder im Netz versprechen.
  3. Die Rücksendung der Textilien ist oft nicht möglich oder mit zusätzlichen Kosten verbunden.
Stand: 10.01.2018

Pullover für fünf oder Kleider für 21 Euro – mit unschlagbaren Preisen drängen Online-Händler aus Asien in den deutschen Markt und bieten Textilien zu bemerkenswert günstigen Preisen an. Doch die Kleidungsstücke haben oft wenig mit den Bildern in den Online-Shops zu tun. Wie Verbraucherbeschwerden aus dem Frühwarnnetzwerk der Marktwächter zeigen, kommen besonders günstig angebotene Textilwaren aus asiatischen Online-Shops oft verspätet, gar nicht oder in schlechter Qualität beim Kunden an. Die bestellte Kleidung ist oft schlecht geschnitten, teils mangelhaft gekennzeichnet und die Rückabwicklung macht immer wieder Probleme. Die Marktwächter der Verbraucherzentralen haben mehrere Shops getestet.

Unser Rat

Meiden Sie diese Shops: edressit.com, floryday.com, jjshouse.de, lightinthebox.com, milanoo.com, shein.com, tide- buy.com, vbridal.de und wish.com.

Schlechte Qualität und falsche Materialien

Die Marktwächter bestellten insgesamt 13 Kleidungsstücke, deren Warenwert zwischen 4,75 Euro und 62,26 Euro lag. Die Auswahl der Shops erfolgte anhand der Beschwerden im Frühwarnnetzwerk. Die Marktwächter werteten aus, ob die Shops die Lieferzeit einhielten und die Ware ordnungsgemäß kennzeichneten. Zudem bewerteten sie die Qualität der Produkte und testeten den Rückgabeprozess.

Beinahe jedes der bestellten Kleidungsstücke war deutlich kleiner oder enger als in der jeweiligen Beschreibung auf den Internetseiten angegeben. Zehn der 13 getesteten Kleidungsstücke wiesen zudem teils erhebliche Mängel in der Verarbeitung oder im Schnitt auf. Darüber hinaus bestanden in vier Fällen die Textilien aus völlig anderen Materialien als im Webshop angegeben. So wurden Kleider auf der Webseite etwa mit Baumwolle ausgezeichnet, tatsächlich war deren Material jedoch Polyester.

Probleme bei Rücksendung und Widerruf

Bei der Mehrzahl der Testkäufe erfolgte die Sendung entsprechend der angegebenen Lieferzeiten auf den jeweiligen Webseiten. Problematisch wurde es bei mehreren Anbietern, als der Kaufvertrag widerrufen wurde. So akzeptierten drei der neun Händler den Widerruf nicht. Vielmehr war dort eine Rückgabe nur bei Mängeln der Waren möglich. Viermal wurde explizit Auskunft darüber verlangt, aus welchen Gründen der Widerruf erfolgte. Zwei Anbieter lehnten den Widerruf mehrfach ab und offerierten Alternativangebote in Form von Gutscheinen oder einer anteiligen Auszahlung des Warenwertes. Teils haben die Testkäufer fünf- bis siebenmal mit den Anbietern per E-Mail Kontakt aufnehmen müssen, um Angaben für eine Rücksendeadresse zu bekommen.

Bei allen der getesteten Shops muss der Kunde die Rücksendekosten selbst tragen. Gemessen am Einkaufspreis kann das teuer werden, denn einige Shops verlangten die Rücksendung nach Polen, Belgien, Großbritannien oder China. Bis zu 17,99 Euro kostete der Rückversand der Waren.

Danke für Ihren Hinweis!

Um schwarze Schafe unter den Anbietern zu erkennen und ihnen das Leben schwerer zu machen, benötigen wir Ihre Mithilfe. Haben Sie schon einmal negative Erfahrungen mit einem Online-Shop gemacht?  Melden Sie Ihren Fall im Beschwerdepostfach der Marktwächter.

Über den Marktwächter Digitale Welt

Der Marktwächter Digitale Welt ist ein Frühwarnsystem mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen den digitalen Markt aus Perspektive der Verbraucher beobachten und analysieren. Grundlage für diese Arbeit sind Verbraucherbeschwerden, empirische Untersuchungen und ein interaktives Onlineportal. Mit dem Marktwächter Digitale Welt können auch Aufsichts- und Regulierungsbehörden wie zum Beispiel die Bundesnetzagentur (BNetzA) bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Der Marktwächter Digitale Welt setzt sich aus fünf Schwerpunktverbraucherzentralen zusammen, die jeweils ein Handlungsfeld des digitalen Marktes näher untersuchen: Bayern – Digitale Dienstleistungen, Brandenburg – Digitaler Wareneinkauf, Nordrhein-Westfalen – Nutzergenerierte Inhalte, Rheinland Pfalz – Digitale Güter und Schleswig Holstein – Telekommunikationsdienstleistungen. Der Marktwächter Digitale Welt wird gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV).

Weitere Informationen über das Marktwächter-Projekt finden Sie auf der Marktwächter-Website und im Marktwächter-Twitter-Kanal.

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