Ruhe bewahren – Geldanlage in Zeiten von Corona

Die Corona-Krise hält die Welt im Atem. Selbstverständlich bleiben auch die Finanzmärkte davon nicht unberührt. Doch was bedeutet das für Ihre Geldanlage und Altersvorsorge? Ob Versicherungen, Aktien oder Spareinlagen: Das sollten Sie jetzt tun.

Frau meditiert am Ufer

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Corona-Krise sorgt auch an den Finanzmärkten für viel Wirbel.
  2. Sparer sollten Ruhe bewahren und vor allem keine überstürzten Panikverkäufe tätigen.
  3. Nur wer dringend kurzfristig Geld benötigt, sollte einen Verkauf seiner Geldanlage in Betracht ziehen.
Stand: 27.03.2020

Behalten oder verkaufen? Vor dieser Frage stehen in dieser Tagen viele Verbraucherinnen und Verbraucher angesichts der Corona-Krise. Wie gehe ich in Zeiten eines unruhigen Finanzmarktes mit meinen Aktien, meinen Fondsanteilen oder meiner Lebensversicherung um? Wichtigster Tipp: Bewahren Sie Ruhe! Wir sagen Ihnen, was darüber hinaus sinnvoll ist.

Aktien & Aktienfonds

Viele Aktienkurse sind in der Corona-Krise eingebrochen. Wenn Sie diese jetzt verkaufen, riskieren Sie hohe Verluste. Bislang existieren diese Verluste nur auf dem Papier. Weichen Sie aufgrund der Corona-Krise nicht von Ihrer mittel-oder langfristigen Anlagestrategie ab.

Anders sieht es aus, wenn es Anzeichen dafür gibt, dass sich ein bestimmtes Unternehmen oder eine ganze Branche nicht mehr von der Corona-Krise erholen wird. Dann kann es sinnvoll sein, die eigenen Anteile abzustoßen.

Das gilt auch, wenn Sie die Sorge um den Kurs der eigenen Aktien um den Schlaf bringt. Nicht alle Kleinaktionäre sind dafür geschaffen, eine Krise an den Finanzmärkten über einen längeren Zeitraum mental durchzustehen. Ziehen Sie den Verkauf Ihrer Aktien in Betracht, wenn Ihnen das Warten auf bessere Zeiten an den Finanzmärkten zur unerträglichen Qual wird.

Lebens- und Rentenversicherungen

Hier unterscheidet man zwischen klassischen sowie fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen. Die garantierte Versicherungssumme von klassischen Lebens- und Rentenversicherungen sind von Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht direkt betroffen. Einzig die Verzinsung der Versicherung richtet sich danach, was die Versicherungsunternehmen mit ihrem Kapital an den Märkten erwirtschaften.

Anders verhält es sich mit fondsgebundenen Lebens- oder Rentenversicherungen. Ihre Rendite ist abhängig vom Erfolg einzelner Fonds an den Aktienmärkten. Brechen diese ein, sinkt auch die Rendite der Versicherung. Doch auch hier raten wir zur Ruhe. Bei einem vorzeitigen Verkauf von Lebens- und Rentenversicherungen riskieren sie hohe Verluste und empfindliche Stornokosten.

Einige Verträge besitzen eine Nominalwertgarantie, um etwaige Verluste abzufedern. Diese Klausel garantiert, dass der Kunde mindestens die Gesamthöhe seiner eingezahlten Beiträge erhält. Aber Vorsicht! Diese Klausel greift in der Regel erst nach dem Ende der Ansparphase und nicht bei einem vorzeitigen Verkauf.

Spareinlagen

Spareinlagen wie zum Beispiel Festgeldkonten sind von den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Finanzmärkte nicht betroffen. Achten Sie allerdings darauf, Ihr Geld nur an eine Bank zu verleihen, die über ein Land mit einer guten Bonität abgesichert ist.

Investieren in der Krise?

In Zeiten von fallenden Kursen auf dem Aktienmarkt zu investieren, mag für viele verlockend klingen. Wir raten aber von unüberlegten Käufen ab. Bedenken Sie, dass Sie das investierte Geld auch über den gesamten Zeitraum ihrer Geldanlage entbehren müssen. Nicht nur zum Zeitpunkt des Kaufes.

Und bevor Sie in eine langfristige Geldanlage investieren, empfehlen wir zunächst die Absicherung von existenziellen Risiken. Haben Sie zum Beispiel eine private Haftpflichtversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Risikolebensversicherung zur Absicherung Ihrer Familie und etwas Geld auf der hohen Kante, um kurzfristig nötige Anschaffungen tätigen zu können? Erst dann raten wir Ihnen, Geld in langfristige Anlagen zu investieren.

Jeder fängt mal klein an

Wer in diesen Zeiten Aktien kaufen möchte, aber nicht sicher ist, ob er überhaupt für das Spekulieren mit Aktien geschaffen ist, dem empfehlen wir sogenannte ETF-Aktienfonds mit einem Sparplan. Hier investieren Sie regelmäßig kleine Summen in einen Fonds. Das können auch schon 25 Euro im Monat sein.

Sollten die Kurse am Aktienmarkt weiter fallen, hält sich Ihr Verlust in überschaubaren Grenzen, da Sie anfangs erst relativ wenig Geld in den Fonds investiert haben. Gleichzeitig kaufen Sie bei niedrigen Kursen auch immer wieder günstig nach.

Sie haben noch Fragen? Unser Expertinnen und Experten beraten Sie unabhängig zum Thema Geldanlage und Altersvorsorge. Auch in Zeiten der Corona-Krise sind wir für Sie da: telefonisch und schriftlich. 

Zum Weiterlesen

Das Coronavirus breitet sich in rasanter Geschwindigkeit in Deutschland und in vielen anderen Ländern der Erde aus. Die Pandemie wirbelt unseren Alltag mächtig durcheinander. Wir haben wichtige Informationen für Sie zusammengestellt, die Ihnen hoffentlich helfen, gut durch die nächsten Wochen zu kommen.
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