Grünländer Käse: weniger Inhalt, mehr Transparenz

Käsebrot mit Tomaten und Kräutern

Das Wichtigste in Kürze

  1. Bei mindestens 12 Grünländer-Käsesorten des Herstellers Hochland ist der Inhalt der Packungen bei gleichem Preis um 10 bis 20 Gramm geschrumpft.

  2. Auch die Sandwich Scheiben (5 Sorten) und die Bauernhof Scheiben der Marke Hochland haben jetzt 25 Gramm weniger Inhalt bei gleichem Preis.

  3. Die versteckten Preiserhöhungen bei den Hochland-Käsemarken betragen bis zu 17 Prozent.

Stand: 15.12.2017

Bei den Käseverpackungen der Marke Grünländer von Hochland ist erneut der Inhalt geschrumpft. Nachdem schon im Frühjahr eine Scheibe weniger eingefüllt wurde, fehlt nun erneut Käse. Die Sorte Grünländer „mild & nussig“ beispielsweise wird jetzt mit nur noch 150 Gramm pro Packung verkauft. Davor waren es 160 Gramm und zu Beginn des Jahres noch 175 Gramm. Bei gleichem Preis von meist 1,99 Euro beträgt die Preiserhöhung knapp 17 Prozent. Vor einiger Zeit steckten sogar noch 200 Gramm Käse in der Packung.

Mindestens 12 Sorten der Marke sollen laut Anbieter Hochland SE 10 Gramm weniger Inhalt haben. Je nach Sorte beträgt das Gewicht jetzt 150 bzw. 130 Gramm. Bei den Vorrats-Packs schrumpfte der Inhalt sogar um 20 Gramm.

Sorte Grünländer 2016 April 2017 Dez. 2017 Preiserhöhung in %
Mild&Nussig 175 g 160 g 150 g 16,7 %
Leicht 175 g 160 g 150 g 16,7 %
Bunter Pfeffer 150 g 140 g 130 g 15,4 %
Würzig 150 g 140 g 130 g 15,4 %
Cremig 150 g 140 g 130 g 15,4 %
Chili&Paprika 150 g 140 g 130 g 15,4 %
Bärlauch 150 g 140 g 130 g 15,4 %
Räucher 150 g 140 g 130 g 15,4 %
Gartenkräuter 150 g 140 g 130 g 15,4 %
Vorrats-Pack
Mild&Nussig
? 260 g 240 g 8,3 %
Vorrats-Pack
Würzig
? 260 g 240 g 8,3 %
Vorrats-Pack
Chili & Paprika
? 260 g 240 g 8,3 %

Hochland kündigt Füllmengenreduzierung vorab an

Zum ersten Mal informierte uns ein Konzern vorab über eine anstehende Füllmengenreduzierung! Die Hochland SE kündigte im November in einer E-Mail an die Verbraucherzentralen an, dass zukünftig weniger Käse in den Packungen sein wird. Die ersten neuen Verpackungen sind bereits im Handel. Positiv dabei: Ein blauer Aufkleber z. B. „Neuer Inhalt – 150 g“ auf der Schauseite weist auf eine neue Füllmenge hin – dass es jetzt weniger ist, steht natürlich nicht dabei.

Missverständlicher Hinweis beim Vorratspack

Beim Vorrats-Pack von Grünländer hingegen ist der Hinweis auf die neue Käsemenge dreist. Der blaue Aufkleber mit der Info „Vorrats-Pack + 60% mehr Inhalt“ auf der Schauseite suggeriert, dass man nun mehr Käse für sein Geld bekommt. Doch das Gegenteil ist der Fall: Es sind – wie oben in der Tabelle dargestellt – nur noch 240 statt 260 Gramm. „60 % mehr Inhalt“ bezieht offensichtlich nur auf den Vergleich zu der Normalpackung mit 150 Gramm Käse. Da sich dieser Zusammenhang nicht jedem Verbraucher erschließen wird, sollte Hochland diesen Hinweis auf jeden Fall ändern. Ein Aufkleber „Neuer Inhalt – 240 g“ würde Missverständnisse ausräumen.

Wir begrüßen die Initiative Hochlands. Bereits seit Längerem fordern wir eine Transparenzplattform, auf der Hersteller vorab verpflichtend Füllmengenreduzierungen angeben müssen.

Auch bei Sandwich- und Bauernhofscheiben schrumpft der Inhalt

Nicht nur der Käse der Marke Grünländer ist von der Füllmengenreduzierung betroffen, sondern auch die Hochland Sandwich- bzw. Bauernhofscheiben. Hier fehlt ebenfalls eine Scheibe: statt 175 stecken nur noch 150 Gramm Käse in der Packung. War die Anzahl der Scheiben bei der alten Packung (10 Scheiben) noch auf der Rückseite vermerkt, fehlt jetzt die Angabe „9 Scheiben“. Bei gleichem Preis von meist 1,99 Euro ist der Käse knapp 17 Prozent teurer. Vor rund drei Jahren waren sogar noch 200 Gramm in einer Packung.

Hochland rechtfertigt sich mit höhere Kosten

Hochland SE verweist in seinem Schreiben an die Verbraucherzentrale auf „steigende Milchpreise“ und „über einen längeren Zeitraum gestiegene Kosten“. In der Tat ist es so, dass seit ungefähr 18 Monaten die Erzeugerpreise kontinuierlich ansteigen. Das war auch bitter notwendig, da Milchbauern von den bezahlten Preisen nicht leben konnten. Wie viel von der Preiserhöhung bei den Milchbauern ankommt, wissen wir nicht. Unerwähnt lässt Hochland auch, dass in der Zeit davor die Erzeugerpreise drastisch gefallen waren, ohne dass der Käse im Preis reduziert wurde.

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