Milka: Immer weniger Schokolade pro Tafel

Vor zehn Jahren hat die EU die Vorgabe gekippt, dass eine Tafel Schokolade 100 Gramm enthalten muss, und damit Herstellern eine „Lizenz zum Mogeln“ erteilt. Bisher haben nur wenige Schokoladenhersteller davon Gebrauch gemacht. Mondelez dagegen nutzt diese „Freiheit“ konsequent aus, um Neukreationen mit deutlich weniger Gewicht in die Supermärkte zu bringen.

Schokoladentafeln von Milka zum Verkauf

Das Wichtigste in Kürze

  1. Viele Schokoladentafeln der Marke Milka enthalten mittlerweile weniger als 100 Gramm Schokolade.
  2. Die neue Sorte »Oreo Sandwich« hat nur eine Füllmenge von 92 Gramm. Die Tafel ist damit um 9 Prozent teurer als eine 100-Gramm-Tafel.
  3. Hersteller Mondelez begründete den geringeren Inhalt anderer Sorten in der Vergangenheit mit einer aufwendigeren Herstellung und dem Wunsch nach einem einheitlichen Verpackungsformat.
  4. Verbraucher sollten beim Schokoladenkauf lieber zweimal hinschauen und vor allem die Grammangabe checken, die meist auf der Rückseite der Verpackungen steht.
Stand: 13.06.2018

Schrumpftafel Milka »Oreo Sandwich«

Das erste Eigentor gibt es schon kurz vor der Fußball-WM. Mondelez hat eine neue Milka-Tafel auf den Markt gebracht: Die Sorte »Oreo Sandwich« liegt mit nur 92 Gramm Inhalt im Supermarktregal statt mit den normalerweise üblichen 100 Gramm. Doch wer nicht genau hinschaut, wird die Grammzahl auf der Rückseite der Verpackung wohl kaum entdecken. »Oreo Sandwich« ist leider kein Einzelfall. Mondelez hat noch zahlreiche andere Milka-Schokoladentafeln mit krummen Mengen im Programm.

Die krummen Füllmengen von Milka

Die Zahlen 93-90-87-81 stellen die Füllmengen dar, die bei vielen Verbrauchern für Verärgerung sorgen. Die dazugehörigen Sorten heißen dann „Collage“, „Triple“ oder „Waves“. Die Herstellung ist in der Tat aufwendiger, weil die Schokoladen teilweise gefüllt sind oder verschiedene, in der Konsistenz ungleiche Zutaten enthalten. Darüber haben wir bereits im vergangenen Jahr berichtet.

Wir meinen weiterhin, dass eine kostenintensivere Produktion offen von den Herstellern kommuniziert werden und nicht klammheimlich durch eine Füllmengenreduzierung umgesetzt werden sollte.

Immer weniger Schokolade pro Tafel

Besonders dreist war 2017 auch schon die versteckte Preiserhöhung bei der Milka-Sorte »Waves«, die mit ihren 81 Gramm quasi federleicht ist. Deren Verpackung unterscheidet sich allerdings nicht von der anderer Milka-Tafeln. Doch wer überprüft schon das Gewicht einer Tafel Schokolade? Die meisten Verbraucher gehen noch immer von der erlernten Standardmenge 100 Gramm aus.

Der Verkaufspreis aller Milka-Schokoladentafeln liegt trotz unterschiedlicher Gewichte einheitlich meist bei 1,09 Euro. Berechnet man aber den „echten“ Preis für 100 Gramm „Waves“, landet man bei 1,35 Euro.

Mondelez begründete die Füllmengenreduzierung bei der Sorte »Waves« mit der aufwendigeren Herstellung und dem Wunsch nach einem einheitlichen Verpackungsformat. Wir bezweifeln aber, dass ein einheitliches Verpackungsformat tatsächlich der Grund für die geringere Füllmenge bei »Waves« ist. Eine geringfügig dickere Tafel würde leicht auf das Gewicht von 100 Gramm kommen. Andere Sorten wie »Luflée« sind deutlich dicker als die »Waves«.

Doch Mondelez sieht keine Möglichkeit, die Sorte anders zu produzieren und teilt uns in einer Stellungnahme mit: „(…) Würden wir die Tafel wie von Ihnen vorgeschlagen „dicker“ machen, könnten wir bei einem produktionstechnisch so aufwendigen Produkt bei gleicher Qualität dieses nicht mehr gewährleisten. (…)“

Wir meinen, wenn technisch bedingt keine 100-Gramm-Tafeln möglich sind, so wäre ein deutlicher Hinweis auf der Schauseite mit dem tatsächlichen Gewicht die Mindestforderung, um eine Verbrauchertäuschung sicher auszuschließen. Übrigens hat Mondelez diesen Hinweis auf den Packungen bei den ersten Füllmengenreduzierungen beherzigt, aber diese notwendige verbraucherfreundliche Information bei später produzierten Sorten wieder eingestellt.

Gut zu wissen

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