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Romy Schokolade: Neuer Look – weniger drin und teurer

Niedrigerer Verkaufspreis, aber trotzdem teurer: Hosta hat den Preis für seine Romy Schokolade zwar reduziert, gleichzeitig aber auch den Inhalt deutlich geschrumpft. Damit ist Romy unsere Mogelpackung des Monats. Mehr darüber und welche Werbeaussagen auf dem Etikett wir außerdem kritisch sehen.

Mogelpackung: Romy Schokolade im Regal

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Füllmenge der Romy Schokolade von Hosta schrumpft von 200 Gramm auf 150 Gramm.
  2. Der Verkaufspreis fällt zwar meist von 2,99 Euro auf 2,49 Euro. Aufgrund der geringeren Füllmenge ergibt sich dennoch eine versteckte Preiserhöhung von rund 11 Prozent.
  3. Hersteller Hosta begründet die Änderung mit gestiegenen Rohstoffkosten und veränderten Konsumgewohnheiten der Verbraucherinnen und Verbraucher.
Stand: 29.09.2026

Die Hosta GmbH & Co. KG hat die Füllmenge der Romy Milchschokolade mit Kokos-Kakao-Creme deutlich reduziert. Statt bislang 200 Gramm enthält die Tafel jetzt nur noch 150 Gramm. Das sind 25 Prozent weniger Inhalt.

Das Format der Verpackung bleibt dabei weitgehend unverändert: Die Tafel wird weiterhin in einer quadratischen Packung gleicher Größe angeboten. Lediglich die Gestaltung wurde mit einer neuen Farbgebung modernisiert. Auf der Vorderseite findet sich zudem der Hinweis „Neuer Look, gleicher Genuss“. Doch diesen Wink mit dem Zaunpfahl dürften die wenigsten verstehen. Dass sich hinter dem neuen Look auch deutlich weniger Schokolade verbirgt, denken die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher wohl eher nicht.

Auf den ersten Blick günstiger

Wer im Supermarkt nur auf den Verkaufspreis schaut, könnte meinen, die Romy Schokolade sei günstiger geworden. Die neue 150-Gramm-Tafel kostet meist 2,49 Euro statt zuvor 2,99 Euro.

Tatsächlich zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher jedoch mehr: Bezogen auf den Grundpreis ergibt sich trotz des niedrigeren Verkaufspreises eine versteckte Preiserhöhung von rund 11 Prozent.

Hosta verweist auf höhere Rohstoffkosten

In einer Stellungnahme der Hosta GmbH Co. KG erklärt die Firma, dass „ … die kleinere Tafel stärker den heutigen Konsumgewohnheiten …“ entspricht. Zusätzlich verweist die Firma auf „ (...) in den vergangenen Jahren erheblich gestiegenen Rohstoffkosten (...) auch wenn sich die Marktpreise inzwischen teilweise wieder entspannt haben (…)“

Aus unserer Sicht greift diese Begründung zu kurz. Die Preise für Rohkakao sind inzwischen im Durchschnitt wieder auf ein Niveau gefallen, das etwa dem von Ende 2023 entspricht. Zwischenzeitlich lagen die Preise sogar deutlich niedriger.

Hinzu kommt: Bei der Romy Schokolade wird ein Teil der Kakaobutter durch andere pflanzliche Fette wie beispielsweise Sheabutter ersetzt. Das war bereits bei der „alten“ Variante der Fall und kann die Herstellungskosten reduzieren. Nach der Kakaoverordnung dürfen bestimmte pflanzliche Fette bis zu einem Anteil von maximal fünf Prozent am Gesamtprodukt zugesetzt werden. Bei Schokolade ist dies in Deutschland allerdings sehr unüblich.

Werbung mit „unveränderter Rezeptur“ missverständlich

Hosta weist an mehreren Stellen auf der Verpackung darauf hin, dass die Rezeptur der Romy Schokolade unverändert geblieben ist. So zum Beispiel mit „Keine Kompromisse“ und „Unveränderte Rezeptur – gleicher Genuss wie immer“. 

Damit entsteht für Verbraucherinnen und Verbraucher der Eindruck, dass sich am Produkt nichts Wesentliches geändert hat. Ein genauer Blick auf die Kennzeichnung wirft jedoch Fragen auf. Wer Produktbezeichnung, Zutatenliste und Nährwertangaben mit denen der Vorgängerpackung vergleicht, findet Unterschiede.

  • Der angegebene Mindestkakaoanteil im Milchschokoladenanteil ist von 35 auf 31 Prozent gesunken.
  • Der Kohlenhydratgehalt ist laut Nährwerttabelle von 47 auf 51 Gramm pro 100 Gramm gestiegen, während die Menge an Fett, Zucker, Eiweiß und Salz leicht zurückgegangen ist.
  • Statt „Molkenerzeugnis“ steht nun „Süßmolkenpulver“ auf der Zutatenliste.

Diese Unterschiede waren auch Verbraucherinnen und Verbrauchern aufgefallen. Auf Grundlage der damaligen Kennzeichnung hielten wir die Aussage zur „unveränderten Rezeptur“ für irreführend und mahnten das Unternehmen ab.

Hosta hat darauf reagiert und uns glaubhaft versichert, dass die abweichenden Angaben nicht auf eine Änderung der Rezeptur zurückzuführen sind, sondern auf eine „andere Berechnungsmethode“ zurückgehen. Der Hersteller führt zusätzlich aus, dass „der Kakaoanteil nicht reduziert wurde und die Zutaten bzw. die Rezeptur trotz der Diskrepanzen im Zutatenverzeichnis und in der Nährwerttabelle identisch sind“. Um Missverständnisse künftig zu vermeiden, will Hosta die Verpackung zeitnah anpassen.

Die Änderung der Bezeichnung „Molkenerzeugnis“ in „Süßmolkenpulver“ ist auf das neue Milchprodukterecht zurückzuführen.

Anmerkung der Verbraucherzentrale Hamburg: Dieser Abschnitt entspricht nicht mehr der ursprünglichen Fassung des Artikels vom 8. September 2026. Der Hersteller Hosta hat uns nach Veröffentlichung weitere Informationen zur Verfügung gestellt, die wir bei der Überarbeitung des Textes berücksichtigt haben.

Danke für Ihren Hinweis!

Haben Sie auch Mogelpackungen bzw. versteckte Preiserhöhungen entdeckt? Dann freuen wir uns über eine E-Mail, oder Sie nutzen unser Kontaktformular, um Informationen an uns weiterzugeben. Ob Schokolade, Suppenpulver oder Snackartikel – wir veröffentlichen hier auf unserer Website und in den sozialen Netzwerken regelmäßig aktuelle Beispiele.

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