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Romy Schokolade: Neuer Look – weniger drin und teurer

Niedrigerer Verkaufspreis, aber trotzdem teurer: Hosta hat den Preis für seine Romy Schokolade zwar reduziert, gleichzeitig aber auch den Inhalt deutlich geschrumpft. Damit ist Romy unsere Mogelpackung des Monats. Mehr darüber und welche Werbeaussagen auf dem Etikett wir außerdem kritisch sehen.

Mogelpackung: Romy Schokolade im Regal

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Füllmenge der Romy Schokolade von Hosta schrumpft von 200 Gramm auf 150 Gramm.
  2. Der Verkaufspreis fällt zwar meist von 2,99 Euro auf 2,49 Euro. Aufgrund der geringeren Füllmenge ergibt sich dennoch eine versteckte Preiserhöhung von rund 11 Prozent.
  3. Auf der Verpackung wirbt Hosta mit einer „unveränderten Rezeptur“, doch diese Aussage ist nach Auffassung der Verbraucherzentrale Hamburg irreführend.
  4. Hersteller Hosta begründet die Änderung mit gestiegenen Rohstoffkosten und veränderten Konsumgewohnheiten der Verbraucherinnen und Verbraucher.
Stand: 08.09.2026

Die Hosta GmbH & Co. KG hat die Füllmenge der Romy Milchschokolade mit Kokos-Kakao-Creme deutlich reduziert. Statt bislang 200 Gramm enthält die Tafel jetzt nur noch 150 Gramm. Das sind 25 Prozent weniger Inhalt.

Das Format der Verpackung bleibt dabei weitgehend unverändert: Die Tafel wird weiterhin in einer quadratischen Packung gleicher Größe angeboten. Lediglich die Gestaltung wurde mit einer neuen Farbgebung modernisiert. Auf der Vorderseite findet sich zudem der Hinweis „Neuer Look, gleicher Genuss“. Doch diesen Wink mit dem Zaunpfahl dürften die wenigsten verstehen. Dass sich hinter dem neuen Look auch deutlich weniger Schokolade verbirgt, denken die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher wohl eher nicht.

Auf den ersten Blick günstiger

Wer im Supermarkt nur auf den Verkaufspreis schaut, könnte meinen, die Romy Schokolade sei günstiger geworden. Die neue 150-Gramm-Tafel kostet meist 2,49 Euro statt zuvor 2,99 Euro.

Tatsächlich zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher jedoch mehr: Bezogen auf den Grundpreis ergibt sich trotz des niedrigeren Verkaufspreises eine versteckte Preiserhöhung von rund 11 Prozent.

Hosta verweist auf höhere Rohstoffkosten

In einer Stellungnahme der Hosta GmbH Co. KG erklärt die Firma, dass „ … die kleinere Tafel stärker den heutigen Konsumgewohnheiten …“ entspricht. Zusätzlich verweist die Firma auf „ (...) in den vergangenen Jahren erheblich gestiegenen Rohstoffkosten (...) auch wenn sich die Marktpreise inzwischen teilweise wieder entspannt haben (…)“

Aus unserer Sicht greift diese Begründung zu kurz. Die Preise für Rohkakao sind inzwischen im Durchschnitt wieder auf ein Niveau gefallen, das etwa dem von Ende 2023 entspricht. Zwischenzeitlich lagen die Preise sogar deutlich niedriger.

Hinzu kommt: Bei der Romy Schokolade wird ein Teil der Kakaobutter durch andere pflanzliche Fette wie beispielsweise Sheabutter ersetzt. Das war bereits bei der „alten“ Variante der Fall und kann die Herstellungskosten reduzieren. Nach der Kakaoverordnung dürfen bestimmte pflanzliche Fette bis zu einem Anteil von maximal fünf Prozent am Gesamtprodukt zugesetzt werden. Bei Schokolade ist dies in Deutschland allerdings sehr unüblich.

Werbung mit „unveränderter Rezeptur“ aus unserer Sicht irreführend

Kritisch sehen wir auch mehrere Werbeaussagen auf der neuen Verpackung. Auf der Rückseite heißt es unter anderem: „Moderner Look, Schlankere 150 g Tafel – aber alles, was ROMY ausmacht, bleibt erhalten: Kokosgenuss ohne Kompromisse.

An anderer Stelle wirbt Hosta sogar ausdrücklich mit „Keine Kompromisse“ und einer „unveränderten Rezeptur – gleicher Genuss wie immer“.

Ein Vergleich der Zutatenlisten der alten und der neuen Tafel zeigt jedoch Unterschiede:

  • Der Mindestkakaoanteil im Milchschokoladenanteil ist laut Kennzeichnung von 35 auf 31 Prozent gesunken.
  • Auch die Nährwertangaben unterscheiden sich. So steigt beispielsweise der Kohlenhydratgehalt von 47 auf 51 Gramm pro 100 Gramm, während Fett, Zucker, Eiweiß und Salz leicht zurückgehen.
  • Außerdem wurde die Bezeichnung ‚Molkenerzeugnis‘ zu ‚Süßmolkenpulver‘ geändert.

Unser Standpunkt ist klar: Wer ausdrücklich mit einer „unveränderten Rezeptur“ wirbt, sollte auch eine unveränderte Rezeptur anbieten. Wenn sich gleichzeitig Angaben zu wesentlichen Bestandteilen des Produkts ändern, ist eine solche Werbeaussage aus unserer Sicht irreführend. Das gilt insbesondere für den gesunkenen Mindestkakaoanteil im Milchschokoladenanteil. Für Verbraucherinnen und Verbraucher, die einen höheren Kakaoanteil mit einer höheren Produktqualität verbinden, ist das eine relevante Veränderung.

Auch die geänderte Bezeichnung von „Molkenerzeugnis“ zu „Süßmolkenpulver“ wirft Fragen auf. Zwar ist der neue Begriff präziser und kann durchaus dieselbe Zutat bezeichnen. Ob sich dahinter tatsächlich unverändert dieselbe Zutat verbirgt, lässt sich anhand der Kennzeichnung allein jedoch nicht abschließend beurteilen.

Damit fällt die neue Romy Tafel gleich in zweifacher Hinsicht negativ auf: Sie enthält deutlich weniger Schokolade und wird bezogen auf den Grundpreis teurer – während die Verpackungsgestaltung zugleich den Eindruck vermittelt, beim Produkt selbst habe sich nichts verändert.

Danke für Ihren Hinweis!

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