Dosen: Probleme mit dem Einwegpfand

Einwegflaschen und Aludosen für Getränke sind ein Problem. Sollten Sie doch einen solchen „Umweltschreck“ Ihr Eigen nennen, können Sie ihn (fast) überall zurückgeben – ganz gleich, ob Sie ihn am Automaten oder anderswo gekauft haben. Doch manchmal hapert es an der Umsetzung. Das sollten Sie übers Einwegpfand wissen.

Frau am Getränkeautomaten
Stand: 18.03.2019

Seit 2006 gilt: Wir können Dosen und Flaschen mit Einwegpfand überall dort abgeben, wo solche Getränke auch verkauft werden. Ob das Leergut angenommen werden muss, hängt nur noch vom Material ab, nicht aber mehr von Form, Marke oder Inhalt. Um der Flut an Einwegbehältnissen Herr zu werden, sind Rücknahmeautomaten im Einsatz. Und hier beginnen oft die Probleme... Automaten ziehen Dosen oder Flaschen ein, ohne dafür Pfandgeld auszuweisen. Deformierte Verpackungen können die Automaten teilweise nicht erkennen und nehmen sie dann nicht an. Das Verkaufspersonal lenkt nur widerwillig ein. 

Wir beantworten Ihnen die wichtigsten Fragen rund ums Einwegpfand.

Auf welche Getränke wird Einwegpfand erhoben, auf welche nicht?

Viele Getränke in Einwegverpackungen sind mit einem Pfand belegt, so zum Beispiel Getränke in Dosen, PET- und Glasflaschen. Unter die Pfandpflicht fallen Bier, Biermischgetränke, Mineralwasser sowie Erfrischungsgetränke mit und ohne Kohlensäure, Nektare und Säfte mit Kohlensäure, Mischgetränke wie Alkopops owie Milchmischgetränke mit einem Milchanteil von weniger als 50 Prozent.

Von der Pfandpflicht ausgenommen sind Weine, Sekte, Spirituosen, Milchgetränke mit einem Milchanteil von mehr als 50 Prozent, Säfte, fast alle Diätgetränke. Auch Getränke in „ökologisch vorteilhaften“ Verpackungen bleiben pfandfrei, wie Getränkekartons, Schlauchbeutel aus Polyethylen (früher oft für Milch verwendet) und Folienstandbodenbeutel („Capri-Sun”). Größere Verpackungen wie Partyfässchen werden ebenfalls ohne Pfand verkauft.

Unser Rat

Zählen Sie Ihr Leergut stets gut nach und melden Sie Ungereimtheiten umgehend. Auch für zerdrückte Dosen und Flaschen muss man Ihnen den Pfandbetrag erstatten, solange das Pfandsiegel erkennbar ist. Wir reklamieren beim Handel, wo es Schwierigkeiten mit der gesetzlich verpflichtenden Rücknahme gibt. Informieren Sie uns daher, wenn Sie Probleme bei der Rückgabe von Pfand-Leergut hatten.

Telefon: (040) 24 832-260 (Di bis Do, 10 – 13 Uhr)
E-Mail: umwelt@vzhh.de
Fax: (040) 24 832-290
Post: Verbraucherzentrale Hamburg, Kirchenallee 22, 20099 Hamburg

Und zu guter Letzt: Überlegen Sie genau, ob Sie tatsächlich Dosen und Flaschen mit Einwegpfand kaufen müssen. Das Mehrwegsystem (Flaschen werden zurückgebracht, gereinigt, erneut befüllt und wiederverwendet) ist grundsätzlich besser, denn es spart Ressourcen. Greifen Sie daher, wann immer Sie können, zu Mehrwegflaschen – am besten aus Glas!

Woran erkennt man eine Einwegverpackung?

Alle pfandpflichtigen Einwegverpackungen tragen ein Logo der Deutschen Pfandsystem GmbH (DPG). Das Kennzeichen (Flasche und Dose mit Pfeil nach links) wird mit einer speziellen Farbe auf die Verpackungen aufgetragen. Zusammen mit einem Barcode ist so eine Rückgabe an Rücknahmeautomaten und die Auszahlung des Pfandes möglich.

Obwohl die grafische Gestaltung des Logos vermuten lässt, dass die Verpackung mehrfach verwendet wird, ist dies nicht der Fall. Alle Einwegverpackungen werden, anders als Mehrwegverpackung, genau einmal befüllt und nur eine einziges Mal verwendet.

Wie hoch ist das Einwegpfand?

Die Getränke in Einwegflaschen und Dosen werden einheitlich – bis zu einer Packungsgröße von drei Litern – mit einem Pfand von 25 Cent belegt.

Wer nimmt Einwegdosen und -flaschen an?

Verbraucher können Einwegdosen und -flaschen in jedem größeren Supermarkt, Discounter oder Getränkefachmarkt mit einer Verkaufsfläche von mehr als 200 Quadratmetern wieder abgeben – egal, wo sie Getränke ursprünglich gekauft haben. Allerdings müssen die Läden nur die Verpackungsarten (z.B. Plastik, Alu, Verbundkarton) annehmen, die sie auch selbst im Sortiment führen. 

Das bedeutet: Wenn ein Händler PET-Flaschen und Dosen verkauft, muss er diese auch wieder zurücknehmen und Pfand auszahlen – selbst dann, wenn diese bei der Konkurrenz oder am Automaten gekauft wurden. Wer aber seine Einweg-Bierdose bei Aldi kauft, kann die leere Dose auch bei Lidl zurückgeben und umgekehrt. Führt der Laden dagegen keine Dosen, muss er auch keine leeren Dosen der Konkurrenz annehmen.

Für Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von weniger als 200 Quadratmetern, wie Kioske oder Tankstellenshops, besteht kein Rücknahmepflicht. Sie müssen nur leere Gebinde von solchen Marken zurücknehmen, die sie selbst verkaufen.

Was sollte man tun, wenn es Probleme bei der Rückgabe gibt?

Wir raten allen, vor der Nutzung eines Rücknahmeautomaten das Leergut zu zählen. Werden Flaschen und Dosen nicht richtig registriert, sollte dies beim Verkaufspersonal reklamiert und das fehlende Pfand eingefordert werden. Werden zerdrückte Flaschen und Dosen oder solche von Konkurrenten nicht angenommen, informieren Sie uns oder die zuständigen Behörden. In Hamburg sind das Fachämter für Verbraucherschutz (bei den Bezirksämtern).

Gerne können Sie diesen Musterbrief nutzen, wenn Sie eine Rücknahmeverweigerung bei Ämtern und Behörden melden möchten.

Fachämter für Verbraucherschutz in Hamburg

Bezirksamt Altona
Fachamt Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt
Jessenstraße 1-3 | 22767 Hamburg
Tel. (040) 42811-6038 oder (040) 42811-6039
verbraucherschutz@altona.hamburg.de

Bezirksamt Bergedorf
Fachamt Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt
Wentorfer Straße 38a | 21029 Hamburg
verbraucherschutz@bergedorf.hamburg.de

Bezirksamt Eimsbüttel
Fachamt Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt
Grindelberg 62-66 | 20144 Hamburg
Tel. (040) 42801-3608
verbraucherschutz@eimsbuettel.hamburg.de

Bezirksamt Harburg
Fachamt Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt
Harburger Rathausplatz 4 | 21073 Hamburg
verbraucherschutz@harburg.hamburg.de

Bezirksamt Hamburg-Mitte
Fachamt Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt
Caffamacherreihe 1-3 | 20355 Hamburg

Bezirksamt Hamburg-Nord
Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt
Fachamt Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt
Kümmellstraße 6 | 20249 Hamburg
Tel. (040) 42804-6005
verbraucherschutz@hamburg-nord.hamburg.de

Bezirksamt Wandsbek
Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt
Fachamt Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt
Schloßgarten 9 | 22041 Hamburg
Tel. (040) 42881-2003
verbraucherschutzamt@wandsbek.hamburg.de


 

Dürfen PET-Flaschen und Dosen gepresst werden?

Der Handel will das Leergut vor allem über Automaten zurücknehmen. Dafür ist es nötig, dass die Verpackungen weitgehend unbeschädigt und mit intaktem Etikett abgegeben werden, heißt es beim Deutschen Pfandsystem. So dürften Dosen und PET-Flaschen nicht mehr gepresst und die Etiketten mit den Pfandzeichen nicht entfernt werden. Sonst bestehe die Gefahr, dass der Automat die Einwegflasche nicht erkenne.

Doch gesetzlich gilt und wir sagen: Verbraucher haben auch für zerdrückte Dosen und Flaschen ein Recht auf Erstattung des Pfandbetrags. Die Verpackungsverordnung schreibt nur vor, dass die Gebinde leer abgegeben werden müssen und das Pfandlogo erkennbar sein muss.

Gut zu wissen

Die Deutsche Pfandsystem GmbH (DPG) wurde vom Handel und der Ernährungsindustrie gegründet. Die DPG sollte die bundesweite Organisation für bepfandete Verpackungen und deren Verrechnung – die für 2006 auf bis zu 2,5 Milliarden Euro geschätzt werden – regeln. Nach Schätzung der Verbraucherzentralen haben die Bürger seit Einführung des Einwegpfands weit mehr als eine Milliarde Euro an Pfand nicht eingelöst und das Geld damit dem Handel geschenkt.

Mit dem Verpackungsgesetz wurde 2019 die Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister geschaffen. Sie ist vor allem für Händler und Erzeuger wichtig, um die Transparenz in der Lizenzierung von Verpackungen zu stärken. Ziel ist eigenen Angaben zufolge eine Verpackungsentsorgung auf einer nachhaltigen und wettbewerbsneutralen Grundlage. Auch die weiteren ökologischen Ziele, wie unter anderen die Erfüllung der Recyclingquoten und die finanzielle Förderung von nachhaltigeren Verpackungen, werden durch die Zentrale Stelle Verpackungsregister überwacht. Doch ob diese neu geschaffene Stelle besser als in der Vergangenheit für eine ökologisch optimierte Verpackungsverwertung sorgen kann, muss sich erst noch herausstellen.