Standmitteilungen: Versicherer müssen für mehr Transparenz sorgen

Gute Nachrichten für Lebensversicherungskunden: Am 1. Juli traten schärfere Gesetzesvorgaben zum Informationsgehalt von Standmitteilungen in Kraft. Das ist gut für Verbraucher. Angestoßen wurden diese Neuerungen übrigens von unserem Hamburger Marktwächter-Team.

Papier eingerissen

Das Wichtigste in Kürze

  1. Eine Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes stärkt die Rechte von Verbrauchern mit Lebensversicherungen.
  2. Die Versicherer sind nun zu mehr Transparenz in ihren Standmitteilungen verpflichtet.
  3. Eine Untersuchung der Marktwächter bei der Verbraucherzentrale Hamburg gab den Anstoß für die neuen gesetzlichen Regelungen.

 

Stand: 02.07.2018

Zum 1. Juli traten verbraucherfreundliche Änderungen des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) in Kraft. Diese verpflichten die Lebensversicherer zu mehr Transparenz in den jährlichen Standmitteilungen, die sie an ihre Kunden verschicken. Unter anderem macht das Gesetz jetzt strengere Vorgaben zu den Angaben, die Standmitteilungen zwingend enthalten müssen. So müssen die Anbieter ihren Versicherten sowohl mitteilen, wie hoch die zum aktuellen Zeitpunkt garantierten Überschüsse sind, als auch die Höhe des noch nicht feststehenden Anteils. Dieser ist von den Entwicklungen des Kapitalmarktes abhängig.

Anbieter müssen den Rückkaufswert genau beziffern

Neu ist auch eine genaue Angabe zur Todesfallleistung. Seit dem 1. Juli muss in den Standmitteilungen ein exakter Betrag ausgewiesen sein, den die Hinterbliebenen im Todesfall des Versicherten ausgezahlt bekommen.

Weiterhin sind die Versicherer verpflichtet, ihren Kunden künftig den aktuellen Rückkaufswert ihrer Lebens- oder Rentenversicherung mitzuteilen. Der Rückkaufswert beziffert den Betrag, den der Kunde bei Kündigung seines Vertrages vom Versicherer zurückerhält. Zudem müssen die Unternehmen die Versicherten darüber informieren, wie hoch ihre Auszahlung am Ende der Vertragslaufzeit ausfällt, wenn der Vertrag jetzt beitragsfrei gestellt wird.

VVG-Änderung durch Marktwächter angestoßen

Ausgangspunkt der VVG-Änderungen ist eine Untersuchung des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Hamburg. Im Sommer 2016 hatten die Verbraucherschützer rund 900 Standmitteilungen zu Lebensversicherungsverträgen von 48 Versicherern in Deutschland untersucht und dabei teilweise gravierende Mängel bezüglich der Transparenz und dem Informationsgehalt festgestellt. Den vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) formulierten Forderungen an die Politik ist der Gesetzgeber mit der Reform des VVG jetzt in weiten Teilen nachgekommen.

Über den Marktwächter Finanzen

Der Marktwächter Finanzen ist ein Projekt, mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen den Finanzmarkt aus Perspektive der Verbraucher beobachten. Hierfür werden Beschwerden und Beratungen von Verbrauchern aus allen 16 deutschen Verbraucherzentralen über ein Frühwarnnetzwerk systematisch ausgewertet. Zudem werden empirische Untersuchungen durchgeführt. So können Schwachstellen und Fehlentwicklungen erkannt, Verbraucher frühzeitig gewarnt und Aufsichts- und Regulierungsbehörden bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Insgesamt untersuchen fünf Schwerpunkt-Verbraucherzentralen den Finanzmarkt: Baden-Württemberg (Geldanlage und Altersvorsorge), Bremen (Immobilienfinanzierung), Hamburg (Versicherungen), Hessen (Grauer Kapitalmarkt) und Sachsen (Bankdienstleistungen und Konsumentenkredite). Der Marktwächter Finanzen wird durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gefördert.

Weitere Informationen über das Marktwächter-Projekt finden Sie auf der Marktwächter-Website, auf YouTube und im Marktwächter-Twitter-Kanal.

 

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