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Shrinkflation: Wie Upfield mit Rama kräftig absahnt!

So viele Beschwerden zu einer Mogelpackung haben wir in so kurzer Zeit noch nie erhalten. Welches Produkt sorgt für diesen Ärger? Rama. Die bekannte Marke ist bei uns schon öfter negativ wegen versteckter Preiserhöhungen aufgefallen. Sie ist unsere aktuelle Mogelpackung des Monats. Aber auch weitere Marken von Upfield stehen im Fokus.

Person bestreicht ein Brötchen mit Margarine bzw. Butter

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Inhalt des Produkts Rama von Upfield ist von 500 auf 400 Gramm pro Becher geschrumpft. Bei gleichem Preis wird das Streichfett durch die Füllmengenreduzierung um 25 Prozent teurer. 
  • Die geringere Füllmenge geht auf Kosten der Nachhaltigkeit, denn es wird jetzt deutlich weniger Rama in der gleichen Bechergröße abgefüllt.
  • Das Produkt wird mit „100 % natürliche Zutaten“ beworben, was aus Sicht der Verbraucherzentrale Hamburg irreführend ist.
  • Upfield hat bei seiner Marke Rama in den letzten Jahren häufiger getrickst; aktuell sind mit Lätta, Sanella und Becel auch noch weitere Marken des Unternehmens von versteckten Preiserhöhungen betroffen.
Stand: 11.08.2022

Upfield mit seiner Marke Rama trickst mal wieder Verbraucherinnen und Verbraucher aus. Seit Kurzem füllt der Hersteller bei seinem Klassiker nur noch 400 Gramm Margarine pro Becher ab statt wie bisher 500 Gramm. Der Preis blieb bei vielen verschiedenen Händlern trotz Schrumpfung konstant bei meist 2,19 Euro. Unterm Strich entspricht das einer versteckten Preiserhöhung von 25 Prozent. Besonders dreist: Die Dose bleibt gleich groß. Damit täuscht Upfield aus unserer Sicht mehr Inhalt vor, denn in die Packung schauen kann man vor dem Kauf natürlich nicht.

Upfield begründet die versteckte Preiserhöhung mit " (...) dramatischen Kostensteigerungen in unserer gesamten Lieferkette, einschließlich unserer Rohstoffe (...)".

Vollständige Stellungnahme von der Upfield Deutschland GmbH vom 8. August 2022

Verkaufspreis für Rama steigt und steigt

Der Preis für Rama ist in den letzten Jahren schrittweise gestiegen. Mit verschiedenen Methoden wurde das Streichfett immer teurer:

  • Der Preis wurde auf herkömmliche Art und Weise erhöht.
  • Man hat Fett durch „streichfähiges Wasser“ ersetzt.
  • Die Füllmenge der Packungen ist geschrumpft – so wie es aktuell der Fall ist.

Lag der Preis für die klassische Rama 2008 meist bei 1,09 Euro für eine 500-Gramm-Packung mit 80 Prozent Fett, bekommt man heute nur noch einen 400-Gramm-Becher mit 60 Prozent Fett zum Preis von 2,19 Euro.

Neue Rama wenig nachhaltig

Die Schrumpfung bei gleicher Packungsgröße ist in Sachen Nachhaltigkeit kein Meisterstück, obwohl Upfield vermeintlich so viel Wert auf Nachhaltigkeit legt. Auf der Internetseite der Marke Rama führt die Firma aus: „Wir betrachten es als unsere Verpflichtung, uns für eine verantwortungsvolle Beschaffung, Nutzung der Ressourcen sowie Produktion einzusetzen.“

Das sind aus unserer Sicht nur Lippenbekenntnisse, denn durch die Füllmengenreduzierung werden nun deutlich mehr Becher für die gleiche Menge Rama benötigt. 1.000 Tonnen Rama müssen nun in einer halben Million (!) mehr Plastikdosen abgefüllt werden. Was für eine gigantische und gleichzeitig sinnlose Ressourcenverschwendung! Zumal die Größe der Dose überhaupt nicht verändert wurde.

Gut zu wissen

Hinter der Firma Upfield verbirgt sich der Finanzinvestor KKR aus den USA, der 2017 dem Lebensmittelkonzern Unilever seine Margarine- und Brotaufstrichsparte abgekauft hat. Diesem geht es offensichtlich vor allem um Rendite und Gewinnmaximierung.

„100 % natürliche Zutaten“?

Mit der geschrumpften Füllmenge hat Upfield auch die Rezeptur der Rama verändert. Das umstrittene Palmfett ist zwar weiterhin auf der Zutatenliste zu finden, der Hersteller verzichtet jetzt aber auf den Konservierungsstoff Kaliumsorbat, was wir begrüßen.

Trotzdem halten wir die damit verbundene Werbung auf der Verpackung mit dem Slogan „100 % natürliche Zutaten“ irreführend. Denn es sind weiterhin Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren (E 471)  in dem Streichfett enthalten. Deshalb kann von „100 % natürliche Zutaten“ keine Rede sein, finden wir. Der Zusatzstoff wird in der Regel im Labor chemisch aus Fettsäuren und Glycerin hergestellt.

Immer wieder Tricksereien bei Rama

Schon der frühere Hersteller Unilever hat klammheimlich bei den Zutaten der Rama getrickst: Wertvolles Rapsöl wurde durch quasi kostenloses Wasser ersetzt und so die Marge erhöht. Aus einem Anteil von 70 Prozent wurde 2017 plötzlich 60 Prozent - zuvor waren es sogar einmal 80 Prozent. Rama darf daher auch nicht „Margarine“ genannt werden, sondern nur „Dreiviertelmargarine“ oder ganz allgemein „Streichfett“. Bezieht man die Teuerung bei Rama auf den tatsächlichen Fettgehalt im Produkt, sind das 235 Prozent innerhalb 14 Jahren. Oder anders ausgedrückt: Rama ist Jahr für Jahr 9 Prozent teurer geworden und zwar 14 Mal hintereinander!

Die 2019 neu eingeführte Sorte „Unser Meisterstück“ ähnelte sehr der ehemaligen Sorte „Rama mit Buttermilch“. Die Margarine bestand damals noch fast zur Hälfte aus Palmfett. Wertvolles Rapsöl macht nur knapp ein Drittel der Zutaten aus. Hersteller Upfield wollte Verbraucherinnen und Verbrauchern diese Zusammensetzung als „hochwertigere Rezeptur“ verkaufen und den deutlich höheren Preis somit vermeintlich rechtfertigen.

Gleiche fiese Masche bei Sanella, Lätta und Becel

Auch andere Streichfett-Marken von Upfield wie Sanella, Lätta und Becel sind aktuell von den versteckten Preiserhöhungen betroffen. Die Teuerung beträgt je nach Marke und Füllmenge zwischen 11 und 25 Prozent.

 

Danke für Ihren Hinweis!

Haben Sie auch Mogelpackungen bzw. versteckte Preiserhöhungen entdeckt? Dann freuen wir uns über eine E-Mail, oder Sie nutzen unser Kontaktformular, um Informationen an uns weiterzugeben. Ob Margarine, Müsli oder Maischips – wir veröffentlichen hier auf unserer Website und in den sozialen Netzwerken regelmäßig aktuelle Beispiele.

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