Abmelden vom Rundfunkbeitrag

Geräte abmelden war früher. Seitdem es den Rundfunkbeitrag gibt, müssen Sie eine Wohnung abmelden. Was dabei zu beachten ist.

Zwei Mitarbeiter eines Umzugsunternehmen tragen Kisten und einen Teppich

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Abmeldung vom Rundfunkbeitrag muss schriftlich erfolgen.
  2. Eine Abmeldung ist niemals rückwirkend, sondern fast immer nur für zukünftig zu zahlende Beträge möglich.
  3. Gründe können ein Umzug sein oder die Aufgabe eines Gewerbes, neuerdings auch die bisher bezahlte Zweitwohnung. Gründe wie kein Geld, kein Fernsehgerät, kein öffentlich-rechtliches Programm hingegen erlauben es nicht, sich vom Rundfunkbeitrag abzumelden.
Stand: 23.07.2018

Der Rundfunkbeitragsstaatsvertrag, der zwischen allen 16 Bundesländern geschlossen wurde, regelt, welche Rundfunkbeiträge wann von wem erhoben werden. Laut diesem Vertrag kann ein Beitragskonto nur dann abgemeldet werden, wenn Sie eine gewerbliche Tätigkeit aufgeben oder umziehen, und zwar:

  • wenn Sie zuvor in einer Wohnung angemeldet waren und nun in eine Wohnung ziehen, in der schon eine andere Person den Rundfunkbeitrag zahlt, oder
     
  • wenn Sie Ihre Wohnung ganz aufgeben, weil Sie ins Ausland ziehen und demnach in Deutschland keinen Wohnsitz mehr haben. Beachten Sie: Vom Rundfunkbeitrag können Sie sich nur für die Zukunft abmelden, nicht für die Vergangenheit.

Das Bundesverfassungsgericht hat im Juli 2018 entschieden, dass für Zweitwohnungen nicht gezahlt werden muss, wenn für die Erstwohnung schon ein Beitrag gezahlt wird. Deshalb können neuerdings auch diese abgemeldet werden.

Beachten Sie: Vom Rundfunkbeitrag können Sie sich nur für die Zukunft abmelden, nicht für die Vergangenheit. Für Zweitwohnungen gilt: Wenn Sie gegen den Festsetzungsbescheid für die zweite Wohnung vorgegangen sind, und Ihr Rechtsbehelf (Widerspruch oder Klage) noch offen ist, dann können Sie auch für die Vergangenheit Ihren Beitrag zurückfordern!

So melden Sie sich vom Rundfunkbeitrag ab

Die Abmeldung vom Rundfunkbeitrag muss schriftlich erfolgen. Wenn in Ihrem Fall einer der beiden oben genannten Abmeldegründe vorliegt, füllen Sie das

  • Formular auf der Internetseite der öffentlich-rechtlichen Sender zum Rundfunkbeitrag aus und drucken Sie es dann aus, oder
     

  • schreiben Sie einen eigenen Brief, in dem Ihr Name, Ihre Adresse und Ihre Beitragsnummer stehen. Dann teilen Sie den Umstand mit, der zur Abmeldung führen soll. Nennen z.B. Sie Ihre neue Adresse, den Namen und die Beitragsnummer desjenigen, der bereits in der von Ihnen bewohnten Wohnung angemeldet ist, oder (für den Fall des Auslandsaufenthalts) informieren Sie den Beitragsservice über Ihren Auslandsaufenthalt, und dass Sie ab jetzt keine Wohnung in Deutschland mehr bewohnen und haben. Für die Abmeldung der zweiten Wohnung informieren Sie den Beitragsservice darüber, dass die Anmeldung eine Zweitwohnung betrifft, und geben Sie nicht nur die betreffende, sondern auch die Beitragsnummer der ersten Wohnung an, unter der Sie bereits zahlen.

  • Verschicken Sie das Formular bzw. Ihr Schreiben an den ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice, 50656 Köln. Unterschrift nicht vergessen!

  • Wenn Sie Ihre gewerbliche Tätigkeit aufgeben, sollten Sie ebenfalls an den Beitragsservice schreiben, und dies mitteilen, damit das Beitragskonto abgemeldet werden kann.

Unser Rat

Bleiben Sie am Ball, wenn Sie keine Antwort vom Beitrags­service bekommen. Ihr Beitragskonto ist erst dann wirklich abgemeldet, wenn dies bestätigt wurde. Falls etwas schief läuft, werden jeden Monat wieder Rundfunkbeiträge fällig!

Das sind keine Gründe für eine Abmeldung

  • Kein Abmeldegrund ist es, wenn Sie in eine bisher unbewohnte Wohnung umziehen und dort niemand anderes angemeldet werden soll, denn dann zahlt bisher noch niemand für die Wohnung. In diesem Fall müssen Sie dem Beitragsservice nur Ihre neue Adresse mitteilen.
     
  • Kein Abmeldegrund ist es, wenn Sie nur private Sender schauen oder nur Radio hören, denn auf die tatsächliche Nutzung kommt es beim Rundfunkbeitrag überhaupt nicht an.
     
  • Kein Abmeldegrund ist es, wenn Sie grundsätzlich gegen den Rundfunkbeitrag sind.

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